Klebepistole verwenden – so gehts

Heißklebepistolen sind für wenige Euro erhältlich. Sie sollten aber einige Punkte beachten, wenn Sie eine Klebepistole verwenden um damit gute Ergebnisse zu erzielen .

Das Prinzip des Schmelzklebers ist einfach aber wirkungsvoll: In der Klebepistole  wird Hitze erzeugt, die den Klebstoff verflüssigt. In diesem Zustand kann er die Teile, die zusammengefügt werden sollen, gut benetzen. Ist der Kleber dann durch abkühlen fest geworden, erhält man dadurch eine stabile Verbindung.

Wie bei allen Klebungen sollten die Materialien trocken, staub-  und fettfrei sein. Sonst wird die Klebestelle nicht viel aushalten.

Wenn möglich rauhen Sie glatte Oberflächen zuvor an. Denn das begünstigt die Haftung des Klebers auf dem Werkstück.

Überschüssigen Kleber können Sie im flüssigen Zustand einfach abnehmen. Ist der Leim schon etwas erkaltet, lassen Sie ihn lieber ganz abkühlen, da er sonst unschöne Fäden zieht.

Ist der Klebstoff kalt und ausgehärtet, können Sie Überschüssiges beispielsweise mit einem Messer abschneiden. Ist der Kleber vom härteren Typ lässt er sich meistens auch sägen, feilen oder fräsen.

Geeignete Materialien für die Klebepistole

Holz, Kunststoffe, Leder, Kork oder Stoffe sind sehr gut mit einem Heißkleber zu verarbeiten. Weil die Klebewirkung alleine auf der Haftung des Heißleims beruht und keine Lösungsmittel im Spiel sind, müssen Sie bei Kunststoffen auch keine Nebenwirkungen wir Verfärbung der Oberflächen ähnliches befürchten.

Auch Textilien eignen sich gut. Sie sollten aber hier beachten, dass eventuell der flüssige Kleber den Stoff ganz durchtränken kann und es so eventuell auf der Rückseite zu Flecken kommen kann.

Keramik als Werkstoff ist an sich ganz gut geeignet, aber trotzdem selten anzuraten. Denn die Härte von Porzellan erreicht der Heißkleber einfach nicht und die Klebestellen werden so beim nächsten Malheur wieder die Sollbruchstellen sein. Außerdem ist mit Heißkleber ein dünner Auftrag nicht hinzubekommen, so dass die Reparatur immer unansehnlich aussehen wird. Hier verwenden Sie lieber spezielle Sekundenkleber mit Keramik-Eignung oder 2-Komponentenkleber, wie etwa Expoxydharze.

Eine Alternative ist auch unter UV-Licht aushärtender Klebstoff, zum Beispiel Bondic 

So verkleben Sie mit Heißleim Metalle

Metallische Oberflächen sollten Sie auf jeden Fall mit Alkohol entfetten. Denn von den Verarbeitungsmaschinen bleiben hier oft Ölreste zurück, die die Klebewirkung vermindern.

Weil die üblichen Metalle extrem gute Wärmeleiter sind, ist hier die Erhitzung der zu klebenden Teile extrem wichtig. Verwenden Sie also entweder einen Haartrockner oder besser noch eine Heißluftpistole zum Temperieren.

Auch bei Metallen gilt, dass sie allzu glatte Werkstücke gegebenenfalls aufrauhen sollten. Hier also entweder mit einem Schleifpapier oder einer Flex mit Schruppscheibe . Bei veredelten Oberflächen sollten Sie allerdings abwägen, ob Ihnen die bessere Klebewirkung den eventuellen Verlust der Antikorrosionsschicht wett macht.

Diese Materialien eignen sich nicht

Ganz klar: Alle Werkstoffe, die keine Hitze vertragen, lassen sich mit einer Heißklebepistole schlecht kleben. Weiches PVC, Styropor und viele weitere Schaumstoffe sind also schwierig.

Ganz weiches Styropor aufeinander geklebt klappt meistens ganz schlecht (da verwenden Sie besser einen speziellen Styroporkleber oder Weißleim). Besser klappt es mit diesem Hartschaum auf anderen Materialien. Hier tragen Sie den Kleber dann nicht auf dem Styropor auf, sondern auf dem anderen Werkstück und setzen dort das Styropor darauf.

Kompaktere Styropor-Varianten wie Styrodur oder Roofmate (meist grün, blau oder rosa) funktionieren ganz gut. Man sollte nur nicht zu viel an Kleber auftragen.

Im Zweifelsfall machen Sie an einer unauffälligen Stelle oder einem Materialrest einen Test, ob das Kleben funktioniert.

Vorsicht beim Verarbeiten

Stellen Sie die Pistole nie direkt auf den Tisch oder Teppich ab. Damit heruntertropfender Kleber keinen Schaden anrichten, legen Sie einen Holzbrettchen, einen Karton oder einen anderen Schutz unter.

Ganz gemein ist frischer Kleber, der auf Ihre Haut fällt. Denn durch die Klebewirkung des Materials und seine Leitfähigkeit entstehen richtige Brandwunden. Handschuhe sind also anzuraten. Passiert trotzdem etwas, dann die betroffenen Stellen unters fließende kalte Wasser halte oder sonst schnell ankühlen.

Heissklebestifte nachkaufen

Nehmen Sie zum Nachkaufen von Klebesticks, also quasi der Munition der Pistole, auf jeden Fall ein Muster mit oder messen beim Online-kaufen die Dicke Ihrer Stäbe. Denn es gibt Sie in Varianten mit verschiedenen Durchmesser.

Sehr verbreitet sind die normal großen Pistolen mit 11 Millimeter dicken Klebestäben. Die kleineren Pistolen für feines Basteln haben dagegen meist einen Durchmesser um die 7 Millimeter.

Die Länge ist dagegen weniger wichtig. Sehr lange Sticks erschweren zwar eventuell die Handhabung der Pistole, aber Sie können die Stäbe ja problemlos kürzen.

Bei den Sticks auf Härte  und Ausführung achten

Es gibt die Klebesticks in verschiedenen Konsistenzen. Verwenden Sie harte Stifte für Fälle, wo es besonders auf Stabilität ankommt. Weiche Stifte sind dagegen von Vorteil , wenn die Werkstoffe Ihr Volumen ändern (wie etwa bei Holz) oder wo Vibrationen auftreten.

Gerade bei dekorativen Basteleien kann die milchigweisse Farbe des Klebers störend sein. In Hobbyshops finden Sie Klebestifte in vielen Farben. Da ist sicher eine dabei, die für Ihren Anwendungsfall besser passt. Es gibt auch Effektstifte, bei denen zum Beispiel Glitter enthalten ist.

Richtig nachladen

Noch bevor das Ende des Klebesticks in der Pistole verschwindet, sollten Sie für Nachschub sorgen. Denn bei vielen Ausführungen der Klebepistolen ist das manuelle Nachschieben etwas fummelig.

Darum nehmen Sie sich beizeiten den nächsten Stick aus der Verpackung und bringen an einem Ende mittig einen Tropfen Kleber auf.

Mit einem Klecks Kleber verbinden Sie den neuen Klebestift mit dem in der Pistole eingelegten Stift

Dann kleben Sie den neuen Stick an den Stick, der noch aus der Pistole herausschaut. Machen Sie das so, dass die Sticks nicht seitlich versetzt sind, damit die Pistole den neuen Klebestift schön ohne Widerstand einschieben kann.

Klappt das doch nicht so gut und der Nachschub an Kleber kommt bei der weiteren Arbeit ins Stocken, schieben Sie einfach ein wenig mit der Hand nach, bis die Problemstelle überwunden ist.

So entfernen Sie den Kleber wieder

Wollen Sie die Verklebung wieder auflösen, gibt es eigentlich nur zwei Methoden.

a) Sie erhitzen die Klebestelle, so dass sich der Klebstoff wieder verflüssigt und lösen die Objekte dann voneinander. Da der Schmelzpunkt der üblichen Heissleime jenseits der 100 °C liegt, genügt dazu ein Haarfön nicht. Sie müssen also entweder eine Heissluftpistole verwenden oder können kleine Objekte in den Backofen stellen und erhitzen. Achten Sie darauf, dass Sie keine Hitzeschäden an den Materialien verursachen und schützen Sie Ihre  Hände durch dicke Arbeitshandschuhe beim Anfassen.

b) Sie trennen die Objekte durch mechanisches Einwirken. Je nach der Klebestelle können Sie den Kleber mit einem Messer durchschneiden, sägen, mit einem Stechbeitel bearbeiten oder mit einer stabilen Spachtel glatte Klebeflächen durchtrennen. Seien Sie dabei aber vorsichtig. Oft hält der Kleber und die Klebung mehr aus, als der Werkstoff selbst und Sie zerstören dabei Ihre Werkstücke.

Aus Textilien werden Sie Heißkleber nie völlig herauslösen können. Denn der flüssige Klebstoff dringt tief in die Fasern ein und lässt sich dort wegen seines hohen Schmelzpunkts auch nicht durch Waschen auf der Kochstufe Ihrer Waschmaschine wieder entfernen.

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