Gefahren im Wasser: Schützen Sie Ihr Kind

Fast alle Kinder werden von Wasser wie magisch angezogen, doch leider birgt das nasse Vergnügen für Kinder ganz besondere Gefahren: Laut einer Studie der World Health Organisation (WHO) ist der Tod durch Ertrinken die dritthäufigste Todesursache. Besonders betroffen sind davon Kinder bis 14 Jahren. In manchen Ländern ist der Tod durch Ertrinken sogar die häufigste Todesursache bei Kindern.

Selbst wenn Kinder nach einem Beinahe-Ertrinkungsunfall gerettet werden, kann es passieren, dass sie bleibende Behinderungen erleiden.

Wichtig zu wissen

Kinder ertrinken lautlos und versinken schnell. Anders als Erwachsene machen Kinder, die ins Wasser gestürzt sind keine Abwehrbewegungen. Sie sinken sofort und ohne noch einmal kurz aufzutauchen.

Kleinkinder können sogar in Pfützen ertrinken. Fällt ein Kind so ins Wasser, dass sein Gesicht im Wasser liegt, macht es keine Abwehrbewegungen. Dabei ist es egal, ob das Kind bäuchlings oder auf dem Rücken im Wasser liegt. Es kann deshalb sogar passieren, dass Kinder in einer wenige Zentimeter tiefen Pfütze, im Planschbecken oder in der Badewanne ertrinken.

Kinder haben einen anderen Schwerpunkt. Durch den im Verhältnis zum Rumpf großen Kopf der Kinder, liegt ihr Körperschwerpunkt höher als bei Erwachsenen. Dadurch verlieren sie schneller das Gleichgewicht, wenn sie sich zum Beispiel über eine Regentonne oder am Schwimmbadrand vorneüberbeugen.

Bach mit Steinen darin - (Foto: Martin Goldmann)
Bach mit Steinen darin – (Foto: Martin Goldmann)

Aufpassen ist die einzige Maßnahme gegen Ertrinkungsunfälle

  • Lassen Sie Kinder niemals im Wasser oder in der Nähe von Wasser alleine.
  • Beaufsichtigen Sie auch Kinder die schon schwimmen können. Ein Krampf oder ein unvorhersehbares Ereignis können selbst guten Schwimmern gefährlich werden, zum Beispiel ein anderes Kind, das auf oder neben Ihr Kind ins Wasser springt.
  • Übertragen Sie die Aufsicht niemals anderen Kindern. Auch älteren Geschwistern sollten nicht die Verantwortung für die Kleineren übernehmen müssen. Nur Erwachsene sind wirklich in der Lage die Gefahren des Wassers zu begreifen.
  • Zäunen Sie Gewässer im eigenen Garten kindersicher ein, verschließen Sie Regentonnen mit einem Deckel und lassen Sie das Planschbecken ab, wenn Sie es nicht nutzen.
  • Informieren Sie sich über die Gewässer in der Nachbarschaft. Auch Planschbecken, Gartenteiche oder Regentonnen in den Nachbargärten können zur tödlichen Falle werden. Lassen Sie ihr Kind in diesem Fall nur unter Aufsicht aus Ihrem eigenen Garten.
  • Dreiräder und Co haben am Schwimmbadrand nichts zu suchen.
  • Schicken Sie Ihr Kind möglichst früh in einen Schwimmkurs und sorgen Sie dafür, dass es regelmäßig übt.
  • Erklären Sie älteren Kindern die Baderegeln.
  • Auf Booten sollten Kinder immer ohnmachtssichere Schwimmwesten tragen.
  • Denken Sie am Meer an die gefährlichen unsichtbaren Unterströmungen (Rip-Strömungen). Kinder (und auch Erwachsene!) können selbst in nur knietiefem Wasser von der Strömung umgerissen und auf das offene Meer gezogen werden.
  • Besonders tückisch: Die Strömungsverhältnisse können sich jederzeit ändern. Ein Strand der morgens sicher war, kann am Nachmittag schon zur Falle werden. Prüfen Sie deshalb täglich die Sicherheit Ihres Strandabschnittes. Fragen Sie dazu bei der Strandaufsicht nach oder erkundigen Sie sich bei Einheimischen.

Gefahr Gartenteich: Kinder vor dem Ertrinken schützen

Ungesicherte Teiche, Biotope und andere Wasserstellen im Garten sind für Kinder gefährlich. Die Aktion Das sichere Haus (DSH) in Hamburg appelliert an alle Teichbesitzer, ihre Teiche einem Sicherheits-Check zu unterziehen. Kleinere Kinder können selbst in einer flachen Pfütze ertrinken. Jeder Teich kann für unbeaufsichtigte Kinder eine tödliche Ertrinkungsgefahr bedeuten.

 So sichern Sie Ihren Gartenteich

  • Verankern Sie reißfeste Netze und Baustahlmatten wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Kinder, die in den Teich fallen, werden zwar nass, gehen aber nicht unter. Denken Sie daran auch Kübelteiche zu sichern. Allerdings: Kinder unter drei Jahren können sich auf den Baustahlmatten und Netzen nicht hoch stützen und könnten dennoch ertrinken. Sie brauchen immer Aufsicht!
  • Schaffen Sie Barrieren: Können kleine Kinder in Ihren Garten gelangen, ist ein Zaun um den Teich die sicherste Lösung. Natürlichere aber weniger effektive Barrieren sind zum Beispiel Buchsbaum- oder Rosenhecken. Optisch ebenfalls reizvoll: landschaftsgerecht eingebundene Wälle und Tore.
  • Teichbesitzer, die Besuch von Kindern bekommen, sollten einen mobilen Zaun um den Teich herum ziehen, sobald sich der Besuch ankündigt. Diese Zäune gibt es in Baumärkten oder im Zoofachhandel und können nach dem Besuch problemlos wieder abgebaut werden.
  • Nachbarn mit Teichen sollten Tore und Durchgänge zwischen den Grundstücken so sichern, dass sie von kleinen Kindern  nicht geöffnet oder überklettert werden können.
  • Zur tödlichen Falle können auch Regentonnen werden. Fallen die Kinder kopfüber hinein, können sie sich selbst nicht mehr befreien. Decken Sie die Tonnen deshalb unbedingt mit einem kindersicherm Deckel ab.

Aufsicht und Aufklärung sind die beste Prävention

  • Erklären Sie Ihren Kindern die Gefahren des Wassers.
  • Erinnern Sie auch Oma, Opa, Nachbarn oder andere Aussichtspersonen an ihre lückenlose Aufsichtspflicht in der Nähe von Wasser.
  • Nie ohne Aufsicht: Egal ob Froschteich, aufblasbares Plantschbecken, Badewanne oder Regentonne – lassen Sie Kinder nie ohne Aufsicht am und im Wasser spielen.

Neue Flaggen an Stränden und Badestellen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat neue Kennzeichen zur Sicherung von Badestellen vorgestellt.

Die neue Warn- und Signalgebung mit rot/gelben Flaggen soll in den nächsten Jahren weltweit an Stränden und Badegebieten im Binnenland eingeführt werden.

Rot-Gelb sind zukünftig die Farben, die Badegästen, Urlaubern und Wassersportlern wichtige Hinweise über die Bewachung der Strände, Risiken und andere Rahmenbedingungen geben werden.

Eine rot-gelbe Flagge am Mast einer Wachstation zeigt ein gekennzeichnetes Badegebiet an, das von Rettungsschwimmern gesichert wird.

Dieselbe Farbgebung kann zusätzlich direkt am Strand angebracht werden. Diese Kennzeichnung begrenzt dann das Badegebiet.

Strandabschnitte, die für die Sondernutzung von Wassersportgeräten geeignet und bestimmt sind, werden durch eine schwarz-weiß geviertelte Positionsflagge gekennzeichnet. In diesem Sektor können Surfbretter, Segelboote oder Jetskis zu Wasser gelassen werden.

Eine zusätzlich am Mast der Wachstation gesetzte gelbe Flagge signalisiert ein Badeverbot für ungeübte Schwimmer, Kinder und ältere Personen wegen ungeeigneter Wasser- und Wetterbedingungen.

Eine einzelne rote Flagge zeigt ein generelles Badeverbot wegen akuter Gefahrenlagen, wie Strömung, hoher Wellengang, aber auch Wasserverschmutzung, an.

Quelle: DLRG

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