Fotografieren lernen: Mit der Schärfentiefe spielen

, Stand: 06.06.2011  Drucken

Die Tiefenschärfe bestimmt, welche Abschnitte eines Fotos scharf sind. Wählen Sie eine geringe Tiefenschärfe, sind nur die Gegenstände in einer bestimmten Bildebene scharf. Alles was davor oder dahinter liegt ist unscharf und verschwimmt umso stärker, je weiter es von der scharfen Ebene entfernt ist.

Hinweis: Der korrekte Begriff ist Schärfentiefe. Beide Begriffe werden aber synonym verwendet.

Eine geringe Tiefenschärfe eignet sich zum Beispiel für Detailaufnahmen. Fotografieren Sie eine farbenprächtige Blüte, wirkt das Bild besser, wenn die Wiese dahinter zu einer grünen Fläche verschwimmt. Störende Bildelemente im Hintergrund vermeiden Sie so elegant.

Fotografieren Sie bei einer großen Sportveranstaltung, haben Sie immer Zuschauer im Hintergrund. Sind die Zuschauer gestochen scharf, stören die unruhigen Farben und Formen den Bildaufbau. Geschickter ist es in diesem Fall, die Tiefenschärfe relativ gering zu wählen. Der Sportler im Vordergrund ist dann scharf und die Zuschauer dahinter verschwimmen zu einem bunten Teppich.

Eine große Tiefenschärfe ist zum Beispiel bei Landschaftsaufnahmen sinnvoll. Hier soll der erste Hügel genauso scharf sein, wie der letzte im Hintergrund. Fotografieren Sie ein gestaffeltes Objekt, wie eine Reihe von Liegestühlen oder Personen, sollten Sie ebenfalls eine große Tiefenschärfe wählen.

Eine hohe Tiefenschärfe erreichen Sie mit einer kleinen Blende, eine geringe Tiefenschärfe mit einer großen Blende.

Die Tiefenschärfe ist hier sehr gering gewählt

Ist Ihnen das zu kompliziert bieten Ihnen der Makro- und der Portraitmodus Ihrer Kamera meist automatisch eine geringe Tiefenschärfe. Wollen Sie eine große Tiefenschärfe, wählen Sie den Landschafts-Modus.

Tipp: Falls Sie mit einer geringen Tiefenschärfe arbeiten, achten Sie darauf, mit dem Autofokus das richtige Objekt im Bild anzupeilen. Meist richtet sich der Autofokus nach der Bildmitte. Was an dieser Stelle liegt, ist scharf.

Wollen Sie das scharfe Objekt nicht in der Mitte platzieren, hilft ein kleiner Trick. Halten Sie die Kamera so, dass das Hauptmotiv in der Bildmitte ist. Jetzt drücken Sie den Auslöser halb herunter. So legen Sie die Einstellungen der Kamera fest.

Halten Sie den Auslöser halb gedrückt und arrangieren Sie Ihr Bild. Drücken Sie danach den Auslöser ganz hinunter. So wird der zuvor angepeilte Gegenstand scharf, obwohl er nicht mehr in der Bildmitte liegt.

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Aktualisiert am: 06.06.2011
Bildnachweis: Martin Goldmann