Fotografieren lernen: Mit der Schärfentiefe spielen

, Stand: 28.07.2014  Tipp druckenDrucken Symbol Kommentare 1 Kommentare

Die Schärfentiefe bestimmt, welche Abschnitte eines Fotos scharf sind. Wählen Sie eine geringe Schärfentiefe, sind nur die Gegenstände in einer bestimmten Bildebene scharf. Alles was davor oder dahinter liegt ist unscharf und verschwimmt umso stärker, je weiter es von der scharfen Ebene entfernt ist.

Eine geringe Schärfentiefe eignet sich zum Beispiel für Detailaufnahmen. Fotografieren Sie eine farbenprächtige Blüte, wirkt das Bild besser, wenn die Wiese dahinter zu einer grünen Fläche verschwimmt. Störende Bildelemente im Hintergrund vermeiden Sie so elegant.

Fotografieren Sie bei einer großen Sportveranstaltung, haben Sie immer Zuschauer im Hintergrund. Sind die Zuschauer gestochen scharf, stören die unruhigen Farben und Formen den Bildaufbau. Geschickter ist es in diesem Fall, die Schärfentiefe relativ gering zu wählen. Der Sportler im Vordergrund ist dann scharf und die Zuschauer dahinter verschwimmen zu einem bunten Teppich.

Eine große Tiefenschärfe ist zum Beispiel bei Landschaftsaufnahmen sinnvoll. Hier soll der erste Hügel genauso scharf sein, wie der letzte im Hintergrund. Fotografieren Sie ein gestaffeltes Objekt, wie eine Reihe von Liegestühlen oder Personen, sollten Sie ebenfalls eine große Schärfentiefe wählen. Eine hohe Tiefenschärfe erreichen Sie mit einer kleinen Blende, eine geringe Tiefenschärfe mit einer großen Blende.

Die Tiefenschärfe ist hier sehr gering gewählt

Ist Ihnen das zu kompliziert bieten Ihnen der Makro- und der Portraitmodus Ihrer Kamera meist automatisch eine geringe Schärfentiefe. Wollen Sie eine große Schärfentiefe, wählen Sie den Landschafts-Modus.

Tipp: Falls Sie mit einer geringen Schärfentiefe arbeiten, achten Sie darauf, mit dem Autofokus das richtige Objekt im Bild anzupeilen. Meist richtet sich der Autofokus nach der Bildmitte. Was an dieser Stelle liegt, ist scharf.

Wollen Sie das scharfe Objekt nicht in der Mitte platzieren, hilft ein kleiner Trick. Halten Sie die Kamera so, dass das Hauptmotiv in der Bildmitte ist. Jetzt drücken Sie den Auslöser halb herunter. So legen Sie die Einstellungen der Kamera fest.

Halten Sie den Auslöser halb gedrückt und arrangieren Sie Ihr Bild. Drücken Sie danach den Auslöser ganz hinunter. So wird der zuvor angepeilte Gegenstand scharf, obwohl er nicht mehr in der Bildmitte liegt.

Digitalkamera: Weniger Schärfentiefe für Portraits

Für manche Aufnahmen mit der Digitalkamera ist eine geringe Schärfentiefe vorteilhaft. Beispielsweise bei Portraits oder bei allen anderen Aufnahmen, in denen die volle Konzentration auf dem Objekt liegen soll.

Mit kompakten Digitalkameras ist es gar nicht so einfach, eine geringe Schärfentiefe zu bekommen.

Um es dennoch zu schaffen, stellen Sie die größtmögliche Blende ein. Das bedeutet, dass Sie die Blende mit der niedrigsten Zahlenangabe wählen, etwa 3,5 oder 2,8.

Außerdem fahren Sie das Zoom möglichst weit aus, so dass Sie die größtmögliche optische Zoomstufe erreichen. Denn je weiter die Brennweite ist, desto geringer wird die Schärfentiefe Da müssen Sie zwar etwas weiter weg vom Objekt, aber so haben Sie die geringste Schärfentiefe. Nun nur noch scharf stellen und abdrücken.

Portraitmodus funktioniert nicht nur beim Portrait

Viele Digitalkameras haben einen so genannten Portrait-Modus. Der eignet sich gut für Aufnahmen von Gesichtern und Personen. Die Kamera dreht dabei die Blende möglichst weit auf, um eine geringe Schärfentiefe zu erzielen. Das Resultat: Das Portrait ist scharf, der Hintergrund verschwimmt.

Das beste an diesem Modus: Er ist vielseitig einsetzbar. Beispielsweise bei der Aufnahme einer Blüte oder eines Zweigs. Sie schalten den Portrait-Modus ein, stellen auf das Objekt scharf und drücken ab. Das Objekt bleibt scharf, der Hintergrund verschwimmt.

Zweig vor unscharfen Hintergrund

1 Kommentare

Guten Tag,
Können Sie mir eine digitale preisgünstigere Portraitskamera
empfehlen (einsteigermodell)?
MfG
Schwieder
[Schwieder | 09.06.2005] Antworten


Ihr Kommentar:


Name:


Aktualisiert am: 28.07.2014
Bildnachweis: Martin Goldmann