Erste Hilfe bei Höhenkrankheit: Wissen das Leben rettet

Trekking-Reisen boomen. Immer größere Höhen werden von ganz normalen, untrainierten Urlaubern erklommen. Die Folge: Immer mehr Bergsteiger leiden an der Höhenkrankheit. Die Krankheit tritt bereits in Höhen über 2.000 m auf. Wie erkennt man sie? Wie kann man vorbeugen und wie behandelt man sie? Diese Fragen wollen wir im Folgenden beantworten.

Höhenkrankheit: Jeder Dritte ist gefährdet

Die Höhenkrankheit, auch als Bergkrankheit oder AMS Acute Mountain Sickness bekannt, befällt etwa jeden dritten Bergsteiger, der Höhen von über 3.000 m erklimmt.

Die meisten von ihnen leiden an einer milden Form der Höhenkrankheit. Das äußert sich in Kopfschmerzen und einem leichten Unwohlsein.

Der Grund für die Höhenkrankheit ist der geringe Luftdruck in der Höhe. Der Körper bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Der Atem geht schneller, um diesen Mangel auszugleichen. Atemnot stellt sich ein.

Der Puls schlägt schneller. Gleichzeitig nimmt die Zahl der roten Blutkörperchen um etwa 10 Prozent zu. Damit steigt das Risiko einer Thrombose, von Ödemen und Durchblutungsstörungen. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich Hirnödeme.

Bergsteiger beim Anstieg im Schnee - (Foto: iStockphoto/Danny Warren)
Bergsteiger beim Anstieg im Schnee – (Foto: iStockphoto/Danny Warren)

Das sind die Anzeichen der Höhenkrankheit

Die ersten Anzeichen machen sich bereits ab einer Höhe von 2.000 m bemerkbar. Es kann jeden treffen: den durchtrainierten Sportler ebenso wie den untrainierten Bergwanderer, junge wie alte Bergsteiger, Raucher wie Nichtraucher.

Ausgelöst wird die Höhenkrankheit durch verschiedene Faktoren. Dazu zählen Flüssigkeitsmangel, Überanstrengung und ein zu rascher Aufstieg. Kopfschmerzen stellen sich ein, Übelkeit und Atemnot.

Folgende Anzeichen sollten Sie alarmieren:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Husten
  • Herzrasen
  • Beschleunigter Ruhepuls
  • Atemnot, auch in Ruhe
  • Rasselnder Atem
  • Leistungsabfall
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Druck auf der Brust
  • Reduzierte, oft dunkel gefärbte Harnmenge
  • Bläuliche Lippen

Sie deuten auf die Höhenkrankheit hin.

So vermeiden Sie die Höhenkrankheit

Wenn Sie diese Symptome an sich bemerken, hilft nur eins: Sie müssen so schnell wie möglich absteigen. Zumindest aber sollte man nicht weiter aufsteigen und erst einmal einen Ruhetag einlegen, um den Körper zu akklimatisieren.

Nach ein bis zwei Tagen sind die meisten beschwerdefrei. Nun können Sie langsam weiter
aufsteigen.

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Höhenkrankheit

Im Hochgebirge gilt: Steigen Sie mindestens bis zu einer Höhe ab, in der Sie zuvor beschwerdefrei waren. In der Regel ist das eine Höhe von unter 2.500 m. Manche Patienten sind durch die Höhenkrankheit nicht mehr zurechnungsfähig. Höhenerkrankte sollten deshalb nie alleine absteigen. Eine Begleitung ist Bergsteigerpflicht.

Beim Auftreten mehrerer oder starker Symptome muss der Abstieg umgehend erfolgen. Sonst besteht akute Lebensgefahr. Informieren Sie die Bergwacht, damit der Patient mit Hubschrauber oder Gondel möglichst schnell in niedrigere Höhen gebracht wird. Achten Sie darauf, dass der Oberkörper des Patienten möglichst aufrecht gelagert wird. Er darf nicht liegen. Der Abtransport muss sitzend erfolgen. Das verringert den Druck auf die Lungenschlagader.

Nur ein Arzt darf Medikamente verabreichen. Benötigt werden unter Umständen sehr starke Dosen, die starke Nebenwirkungen haben. Versuchen Sie deshalb auf keinen Fall, selbstständig eine medikamentöse Behandlung mit blutdrucksenkenden Mitteln oder Entzündungshemmern vorzunehmen.

Eine erfolgreiche Therapie ist die Sauerstofftherapie. Dabei wird der Patient mithilfe von Sauerstoffflaschen beatmet. Danach bessern sich die Symptome der Höhenkrankheit meistens. Der Abstieg muss jedoch auch dann schnellstmöglich erfolgen. Nur so können gesundheitliche Schäden vermieden werden.

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