Früher waren Navigationssysteme und GPS im Auto nur etwas für Leute mit viel Geld oder für Profis im Außendienst. Inzwischen gibt es Navigationsgeräte sogar schon beim Discounter - zu Preisen, die sich jeder leisten kann.
Weil es Leitsysteme in fast allen Bauformen und Gerätekombinationen gibt, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Alternativen.
Gemeinsam haben sie die Notwendigkeit, GPS zu empfangen. Dazu verfügen die Navigationssysteme über ein separates oder integriertes Modul, das Signale von bis zu 16 geostationären Satelliten empfängt und den darin enthaltenen Zeitcode zur Ermittlung der aktuellen Position und Höhe verwendet.
Ist das Navigationssystem vom Typ Onboard, dann verfügt es selbst über Kartenmaterial.
Offboard-Systeme laden den aktuell benötigten Ausschnitt dagegen bei Bedarf über eine Mobilfunk-Datenverbindung nach. Dadurch kommen sie mit weniger Speicherplatz aus.
Grundfunktionen
Zu den Basisfunktionen der Geräte gehört die Routenführung zu einem Zielpunkt, die Ermittlung der nächsten Objekte eines bestimmten Typs ("wo ist die nächste Tankstelle?") und die Anzeige der aktuellen Position. Ausserdem zeichnen die Systeme die Fahrtroute auf, um diese später auszuwerten.
Verfügt die Lösung über eine Möglichkeit die von vielen Radiostationen in ihrem Signal versteckten Staudaten (TMC) zu empfangen, kann so ein Navigationssystem sogar die Route ändern, wenn sich voraus ein Stau abzeichnet. Manche Lösungen für PDAs oder Smartphones, wie etwa der "Tomtom Navigator" holen sich die Stauinformationen auch per Internet. In der Regel kostet dieser Service aber zusätzlich.
Navigationssystem für den Festeinbau im Auto
Die bekanntesten Festeinbauten sind herstellerseitige Lösungen, die in modernen Fahrzeugen zusammen mit dem Autoradio in einem Fahrzeug-Infosystem integriert sind.
Foto: BMW
Zum Nachrüsten gibt es einerseits Navis, die im Autoradio stecken. Die Führung erfolgt dann über das meist recht kleine Frontdisplay plus den gesprochenen Anweisungen. Manche Geräte haben auch ein großes Einschubdisplay, das im Bedarfsfall herausgezogen und nach unten geklappt werden kann.
Der Vorteil der Geräte ist die gute Integration im Auto. Sie verschwinden in Einschüben und stören dadurch optisch nicht. Außerdem lohnt sich der Vergleich: Oft kostet ein vom Hersteller angebotetes Autoradio inklusive Navigation mehr, als die genauso gut geeigneten Nachrüstgeräte.
Foto: Becker/Hamann
Es gibt aber auch Festeinbauten zum Nachrüsten, die auf das Armaturenbrett aufgesetzt werden. Je nach Position sehen sie aber oft unprofessioneller aus, weil sie das Design des Cockpits stören.
Foto: TomTom
Vorsicht ist bei Festeinbauten gegeben, die mit einem Servicevertrag gekoppelt sind. Oft ist man sich dabei - ähnlich wie beim Handy - für viele Monate gebunden und muss monatliche Gebühren zahlen. Schnell kann da ein vermeintliches Schnäppchen ein großes Loch ins Budget fressen.
Portable Standalone-Navigationsgeräte"
Wer nicht nur im Auto navigieren möchte, sollte sich ein portables, also tragbares GPS-Gerät zulegen. Tragbare Navigationsgeräte gibt es prinzipiell in zwei Ausführungen.
Echte Navigationssysteme funktionieren wie ihre Kollegen, die Festeinbauten. Sie lassen die Eingabe eines Zieles zu, das das Gerät ansteuern hilft. Die meisten Lösungen sind hier aber aufs Auto optimiert. Wenn Sie also das Ding zu Fuß oder mit dem Fahrrad nutzen, versucht die Software sie immer zurück auf die Strasse zu bringen. Prüfen Sie also vor dem Kauf gut, ob alle für Sie in Frage kommenden Nutzvarianten auch unterstützt werden.
Der andere Typ mobiler GPS-Geräte ist weniger zur Navigation als zur Unterstützung für Wanderer und Sportler gedacht. Es wertet zurückgelegte Strecken aus und hilft, den Ausgangspunkt wiederzufinden.
Foto: Garmin
Ist der elektronische Begleiter zusätzlich auch mit einem Pulsmesser ausgestattet, können die aufgezeichneten Trainingsdaten vom Laufen oder Mountainbiken dann daheim am PC ausgewertet werden und dienen als Trainingskontrolle.
Foto: Garmin
Verfügt das Navigationsgerät auch über eigenes Kartenmaterial, eignet es sich auch dazu, beim Wandern die Orientierung zu behalten. Das Kartenmaterial von Auto-Navis ist dafür oft zu ungenau oder enthält zu wenig Daten jenseits der befestigten Strassen.
Navigationssystem in Kombination mit PDA und Notebook
Wird ein portabler Computer mit einem Gerät zum GPS-Empfang und der richtigen Software ausgestattet, kann zu allen denkbaren Spielarten der Navigation und Orientierung dienen.
Die GPS-Nachrüstung erfolgt entweder durch Kabelanbindung (USB oder seriell) mit so genannten GPS-Mäusen. Genauso wie ihre kabellosen Kollegen, die per Bluetooth an den Computer angebunden sind, liefern sie fast alle die Positionsdaten im standardisierten Format NMEA, so dass Software und Hardware immer zusammenarbeiten. Wenige Geräte, wie der Acer N30 verfügen sogar über ein integriertes GPS-Modul.
Foto: GNS
Für PDA-Kleincomputer, die das notwendige Kartenmaterial mitführen (also Onboard-Lösungen), können Sie schon mal die Kosten einer Speicherkarte von mindestes 256 MByte mit einkalkulieren. Oft wird die Speicherkarte gleich mit der Software mitverkauft.
Foto: Navigon
Eine Ausnahme macht Software wie T-Navigate von der Telekom.
Hier wird die Karte jeweils bei Bedarf nachgeladen. Dabei ist die Software kostenlos, dafür kostet jede Route einen bestimmten Betrag (derzeit rund 2 Euro) zuzüglich der Gebühren für die GPRS-Übertragung.
Handy-Navigation
Mobiltelefone nähern sich in ihren Möglichkeiten immer mehr den PDA-Taschencomputern an. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie auch zur Navigation dienen können.
Hier ist man mangels einer seriellen oder USB-Schnittstelle aber immer auf eine Bluetooth-Verbindung zum GPS-Empfänger angewiesen.
Foto: Destinator
Aktuelle Handy-Modelle, für die solche eine Lösung nachgerüstet werden kann sind beispielsweise:
-SDA von T-mobile
-Nokia 66xx
-Siemens M65
-Sony Ericsson P910i
-Qtek 8010
Auto: Lohnt ein fest eingebautes Navigationssystem?
Handy im Auto: USB-Adapter ist besser als Ladekabel
Kaufberatung Flachbett-Scanner kaufen
Bildnachweis: Garmin, Navigon, Becker/Hamann, BMW AG, Destinator, TomTom, GNS









