Praxistest: Autofokus-Webcam Genius Slim 2020AF
Auf meinem Schreibtisch ist die Webcam Slim 2020AF vom Hersteller Genius gelandet. Sie hat 2 Megapixel Auflösung, ein eingebautes Mikro und einen Autofokus.
Nach dem Auspacken fällt auf, dass das Gerät durch einen aufklappbaren Standfuss recht variabel an einen LCD-Monitor oder Laptop-Deckel anzubringen ist. Wer einen Flachbildschirm hat, der dicker als 3 cm ist, wird die Webcam allerdings nicht anklemmen können, weil der Mechanismus dafür nicht ausgelegt ist. Aber man kann sie dann ja oben drauf stellen.
Das erste Aha-Erlebnis kommt nach dem Anstecken an den Vista-PC: Die Slim 2020AF funktioniert sofort, ganz ohne Treiberinstallation. Coole Sache. Das liegt daran, dass die Cam dem USB Video Classic-Standard folgt. Damit akzeptiert sie auch ein Windows XP oder Mac OSX sofort.
Das Durchforschen der mitgelieferten CD fördert dann einiges an Software zutage: Die üblichen Tools zum Aufzeichnen und Versenden von Videos und Bildern sowie Gimmicks, wie Gesichterkennung oder einen Avatar-Generator. Wirklich praktisch ist noch der Überwachungsmodus der Hauptanwendung "Webcam Mate", mit dem das Eindringen von Personen nachgewiesen werden kann.
Recht nützlich auch die deutliche Funktionsanzeige per blauer LED. So ist es ausgeschlossen, dass ungewollte Einblicke übers Netz gehen. Genauso angenehm: Die Kamera lässt sich dank eingebautem Kugelgelenk leichtgängig um 360° drehen.
Der Autofokus arbeitet ordentlich. Wie immer bei optischen Scharfstellern, erfordert seine Funktionalität allerdings genügend Licht. Wird es düster, schafft es die Technik nicht, die zentralen Bildteile sauber zu fokussieren.
Die 2 Megapixel des CCD sind angenehmerweise nicht mit technischen Tricks erreicht, sondern stellen die native Auflösung der Kamera dar. So kann man denn auch mit ihr in der höchsten Auflösungsstufe hochqualitative Standbilder machen. Videos würde in dieser Stufe schon auch klappen, aber wegen der dadurch erzeugten großen Datenmenge , die über den USB-Bus zu schaufeln ist, sackt die Frame so in den Keller, dass man das Ergebnis eher als schnelle Diashow denn als Video wahrnimmt,
Fazit: Für rund 60 Euro erhält man eine praktische Webcam mit guter Ausstattung und niedrigem Nerv-Faktor.
Ausrangiert wird damit auf jeden Fall der Vorgänger, ein noch nicht mal so altes Modell von Logitech. Die hat mich mit ungepackten 60 Megabyte an Software zwangsbeglückt. Aber ich erwarte von einem solchen Gerät weder, dass es meinen Videofeed mit lustigen Comic-Elementen garniert, noch brauche ich mächtige Applikationen um die Grundfunktion herum.
Das wäre nun noch ganz ok. Durch irgendeinen Kniff, wird man das Drumherum schon irgendwie deaktiveren oder wenigstens mundtot machen können. Nun hat aber der Logitech-Treiber noch die Unart, meinen Thunderbird-Updater regelmäßig zum Durchdrehen zu bringen (siehe Thunderbird: Endlosschleife beim Update umgehen).
Ausserdem schmiert er auf meinem Vista-PC ab und zu mal ab. Laut dem Windows-Beratungsmodul soll es helfen, die Applikation so umzubiegen, dass sie im XP-Modus läuft. Das für eine Hardware, die gerade mal 6 Monate alt ist. Seufz.
Weiter:Aktualisiert am: 2008-06-13 10:09:35
Die Tipps von Tippscout.de sind sorgfältig recherchiert. Dennoch bitten wir um Verständnis, dass Tippscout.de keinerlei Haftung übernehmen kann für eventuelle Probleme oder Schäden, die aus der Umsetzung resultieren.


RSS Abonnieren
Facebook
Del.icio.us
Twitter