Reiseübelkeit bekämpfen
Alle freuen wir uns auf die schönste Zeit des Jahres – den Urlaub. Manchem von uns wird die Freude darauf jedoch vergällt durch die Vorstellung, daß man in den Urlaubsort erst einmal kommen muß. Meist ist der Weg dorthin mit einer länger als üblichen Autofahrt verbunden, oder es wurden Flüge und Fähren gebucht.
Reiseübelkeit kann jeden von uns befallen und es gibt keine Garantie, daß wir lebenslänglich davon verschont bleiben, nur weil wir diese bislang noch nicht hatten.
Typischerweise befällt sie Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren, da diese oftmals mit nur wenig Bewegungsmöglichkeit hinten im Auto zu sitzen haben, bis man endlich da ist. Dabei vertreiben sie sich mit Spielen, Lesen oder Kleincomputern die Zeit und blicken somit kaum in Fahrtrichtung.
Bei kurvigen Passstraßen im Gebirge oder auf einem Schiff, bei leichtem Wellengang kommt dabei die Information, die das Auge vermittelt mit den vom Innenohr erfühlten Schwankungen bei der Verarbeitung im Gehirn durcheinander. Erst wird einem schwindelig, flau im Magen, vermehrtes Gähnen ist die Folge, fahle blasse Gesichtsfarbe, vermehrter Speichelfluß stellt sich ein, eventuell Schweißausbrüche und natürlich Übelkeit bis hin zum Erbrechen.
Sicher spielt die Kurverei und das Geschaukel eine große Rolle bei der Reiseübelkeit, doch das allein scheint nicht das gesamte Problem abzudecken. Gibt es doch immer wieder Zeitgenossen die noch bei der heftigsten Schaukelei Freude empfinden und dabei auch noch Lesen oder Handarbeiten können. Psychologisch gesehen sind eben auch noch andere Faktoren ausschlaggebend.
Hat man beispielsweise wenig Vertrauen in den Steuermann oder Fahrer, so sitzt man bereits mit einer erheblichen Spannung im Fahrzeug. So kann auch der reiseerfahrene Profi durchaus ins Schwitzen kommen, wenn ihn der südamerikanische Pilot an der Gangway mit einer Schnapsfahne begrüßt. Hat man sowieso Angst vor dem Fliegen, weil man dem Element Luft nicht traut, dann ist die Angst, die einem auf den Magen schlägt, über jeden noch so ausgebufften Trick, sich zu überlisten, erhaben.
Was kann man also gegen Reiseübelkeit tun?
- Machen Sie sich Ihr Vorhaben bewußt. Nehmen Sie sich Zeit vor Antritt der Reise darüber nachzudenken, was alles auf Sie zukommt, (Flughafenhalle, Einchecken, Paßkontrolle, Gangway, enge Sitzreihen - auch Unvorhergesehenes) besonders angsteinflößende Stationen lassen Sie immer wieder vor Ihrem inneren Auge erscheinen und versuchen Sie diese ganz nüchtern zu betrachten.
Holen Sie sich ins Gedächtnis, wie oft Sie das alles bereits unbeschadet überstanden haben und seien Sie stolz auf sich. Machen Sie sich klar, daß Urlaub bedeutet, Vertrautes zu verlassen und sich auf Neues einzulassen – ein Stück weit Abenteuer – wie das ganze Leben, oder wissen Sie wirklich, was morgen geschieht?
- Reiseübelkeit trifft häufig auch Personen, die Ihr Leben fest im Griff haben und sich nicht gerne auf andere verlassen. Da Sie aber die Boing wohl kaum selbst nach Thailand fliegen werden, gilt es hier ein Stück weit die Kontrolle aus der Hand zu geben und anderen zuzutrauen, daß auch sie ihr Handwerk gelernt haben und gute Arbeit zu leisten vermögen.
- Wenn Sie gläubig sind, beten Sie oder legen Sie vertrauensvoll Ihr Leben in Gottes Hand, vielen hilft auch die Vorstellung, daß Ihr Schutzengel bei Ihnen ist.
- Setzen Sie sich oder das betroffene Kind in Fahrtrichtung nach vorne blickend. Unterlassen Sie Lesen, Handarbeiten oder Spiele, bei denen Sie oder es mit dem Blick abgelenkt werden.
- Nehmen Sie vor Reisebeginn ein leichtes Essen ein (möglichst fettarme Kost) und verreisen Sie nicht mit leerem Magen. Koffein und Nikotin erhöhen leider auch die Nervosität und sind somit tabu.
- Kaugummikauen ist ebenfalls hilfreich, Äpfel oder Möhren knabbern, außerdem das Lutschen von Ingwerbonbons.
- Loben Sie sich unterwegs regelmäßig für Ihre Tapferkeit, streicheln Sie Ihre Seele mit etwas für Sie erfreulichem, ein Stück Lieblingsschokolade oder ähnlichem. Gehen Sie, sofern möglich, immer wieder an die frische Luft und lassen Sie sich den Wind um die Nase wehen.
Halten Sie trotz alledem eine Tüte in Hosen- oder Handtasche griffbereit, denn selbst wenn alles nichts genutzt hat, gibt es doch nichts Schlimmeres als dann auch noch mit dem unangenehmen Geruch um sich herum weiterreisen zu müssen. Alles Gute!
Christina Medla ist Heilpraktikerin in Fürth
Weiter:
Gegen Kinetose (Resisekrankheit, Seekrankheit) soll Vitamin C helfen.
Das ist einfach und billig und allemal einen Versuch wert. Zudem ist
es gut, auf histaminhaltige Lebensmittel (Spinat, Tomaten) zu
verzichten. Wer damit keinen Erfolg hat, sollte sich den Reisetag von
Bananen ernähren. Sie binden die Magensäfte und lassen die Übelkeit
erträglicher werden.
[Escape | 22.11.2007]
Aktualisiert am: 2006-08-16 17:55:55
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