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Reiten: Die Kandare richtig halten

Der Umstieg von Trense auf Kandare fällt den meisten Reitern schwer, weil Sie plötzlich vier Zügel halten und koordinieren müssen. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Zügel zu halten und verschiedene Arten, wie die Kandare dabei wirkt.

Achten Sie darauf, dass die Zügel richtig an der Kandare montiert sind. Die Kandaren-Zügel sind schmaler und am Ende zusammengenäht. Außerdem hat dieses Zügelpaar meist einen Schieber mit dem sich der Zügel verkürzen lässt.

Der Trensenzügel ist etwas breiter und hat am Ende eine Schnalle. Achten Sie darauf, das die Zügelpaare nicht überkreuz verschnallt sind und auch nicht verdreht. Das führt nämlich unweigerlich zu einem Knoten.

Wer kleine Hände hat sollte auf schmale und nicht zu dicke Zügel achten, da er sonst Platzprobleme in der Hand hat.

Rutscht Ihnen oft der Zügel durch die Hand, können Sie auch einen Trensenzügel mit Stegen einschnallen. So tun Sie sich leichter eine konstante Anlehnung zu behalten.

Die häufigste Haltung- gekreuzte Zügel

Die meisten Reiter halten die Kandare mit gekreuzten Zügeln. Das heißt die Trensenzügel werden ganz normal zwischen Ringfinger und kleinem Finger gehalten. Die Kandaren-Zügel kreuzen innerhalb des Trensenzügels von unten nach oben und werden zwischen Ringfinger und Mittelfinger gehalten.

Da die Faust bei einer Parade meist nach unten gedreht wird, kommt bei dieser Haltung mehr Druck auf die Trense als auf die Kandare. Damit ist diese Haltung relativ mild für das Pferd.

Das ist die wohl häufigste Haltung

Reagiert das Pferd sehr stark auf die Kandare, können Sie diese Haltung auch noch variieren:

Führen Sie die Kandarenzügel zwischen Mittelfinger und Zeigefinger hindurch. So kommt bei einer Parade kaum Druck auf das Kandarengebiss.

So wirkt das kandarengebiss feiner

Parallele Zügel

Diese Haltung ist am einfachsten, um die Zügel aufzunehmen.

Auch hier wird der Trensenzügel wie gewohnt zwischen Ringfinger und kleinem Finger hindurch geführt. Der Kandarenzügel läuft unterhalb des kleinen Fingers in die Faust.

Auch sehr beliebt: paralell in die Hand laufende Zügel

So überkreuzen die Zügel sich nicht. Allerdings wirkt die Kandare bei einer Parade so schärfer.

Eine Variante dieser Zügelhaltung sieht so aus: Der Trensenzügel läuft von oben nach unten durch die Faust, der Kandarenzügel von unten nach oben. So wirkt die Kandare bei einer Parade sehr scharf, die Paraden lassen sich jedoch für Trense und Kandare auf einer Seite getrennt geben.

Selten, aber gut geeignet um das Prinzip zu verstehen

Die altmodische Haltung - 3:1

Die 3:1 Haltung der Kandare ist in der modernen Reitlehre kaum noch zu sehen, wer klassisch reitet begegnet ihr jedoch häufig noch.

Bei dieser Haltung werden die Trensenzügel wie gewohnt zwischen Ringfinger und kleinem Finger der jeweiligen Hand hindurch. Die Kandarenzügel werden jedoch innerhalb des Trensenzügels nach oben gekreuzt und laufen beide in eine Hand, meist die Rechte.

Der gleichseitige Kandarenzügel läuft dabei zwischen Ring- und Mittelfinger hindurch, der von der anderen Seite zwischen Mittel- und Zeigefinger.

Die eine Hand hält also drei Zügel, die Andere nur einen. Daher der Name 3:1.

Wer Übung hat, kann so sehr fein reiten

Diese Haltung soll dazu führen, dass der Kandarenzügel nur zum Versammeln und Aufrichten des Pferdes, nicht aber zum Lenken eingesetzt wird.

Für den ungeübten Reiter hat sie jedoch den Nachteil, dass die Zügel noch schneller durcheinander geraten und die Koordination der Hilfen dadurch erschwert wird.

Aktualisiert am: 19.04.2005
Bildnachweis: Martin Goldmann



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