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Sambas Seitenhieb: Rüpel-Trend

Diesmal: Scharfrichter von eigenen Gnaden.

Dass die LKWs mittlerweile zu den Sauropoden der Neuzeit mutiert sind, fällt uns besonders in diesen Zeiten, in denen viele von ihnen verständlicherweise die Maut sparen wollen und sich deswegen auf den Landstraßen herumdrücken, immer mehr auf. Natürlich versucht man diese lästige Begleiterscheinung im morgendlichen Berufsverkehr durch zügiges Überholen hinter sich zu bringen.

Umso unangenehmer fällt es dann auf, wenn man feststellen muss, dass aus dem lieben Brummifahrer von einst ein gehässiger Miesepriem geworden ist, der im Dunst der nahenden Arbeit lieber der Rücksichtslosigkeit als der Produktivität frönt.

An diesem Morgen reihe ich mich in die Schlange hinter einem Müll transportierenden LKW ein, der mit 50 km/h auf der Landstraße dahin kriecht. Im ersten Moment denke ich: Nun gut, der wird einen Trecker vor sich haben. Doch in einer Kurve erkenne ich, nix Trecker und es drängt sich der Gedanke auf, dass da jemand andere schikanieren will. Ich frage mich: Was soll das? Geht ihm dabei einer ab?

Dieses Gefühl wird auch bestätigt, als die ersten Fahrzeuge überholen. Mit ausgestrecktem Arm aus dem Führerhaus heraus wird jedes vorbeifahrende Fahrzeug hupend mit einem Stinkefinger quittiert. Ich denke so bei mir: Damit kann ich leben, wenn er mir dann auch seine Missgunst zuteil werden lässt.

Als die Schlange dann jedoch in einen Überholverbotsbereich eindringt, meldet sich sofort der gesunde Rechtsverstand unseres pöbelnden Müllkutschers wieder. Die nun nachfolgenden Fahrzeuge werden andeutungsweise von der Straße gedrängt und sind gezwungen den schon vorher begonnenen Überholvorgang abzubrechen. Danach entscheidet der Executor von eigenen Gnaden, die Straße auf dem Mittelstreifen fahrend bis zur nächsten Ortseinfahrt zu blockieren. Die Geschwindigkeit hat er mittlerweile auf 45 km/h reduziert.

Dass die Rüpeleien im Straßenverkehr immer mehr zugenommen haben, weiß jeder, und zugegeben, dieser ‚dicke Hund’ ist sicherlich eher die Spitze vom Eisberg, aber keineswegs ein Einzelfall. Über die Funktion und Aussage von Überholverbotsschildern ist jeder Autofahrer informiert, und wer dagegen verstößt, sollte es auch allein verantworten, nicht aber kaltschnäuzig und waghalsig von anderen daran erinnert werden, die im Fond ihres LKWs geschützt über den Dingen thronen, und die offensichtlich die körperliche Schädigung anderer missbilligend in Kauf nehmen. Dieses verantwortungslose Manöver hätte meinen beiden Vordermännern das Leben kosten können.

Nur zur Information: Diese Aktion wurde angezeigt und auch verurteilt. Dafür gab es einfach zu viele Zeugen. Dennoch passiert es alle Nase lang und mit Sicherheit auch die umgekehrte Variante, Ausbremsen und Bedrängen der LKWs beispielsweise! Zu lernen scheint daraus aber niemand. Oftmals fragt man sich, was der Grund dafür ist, dass Leute den Straßenverkehr als Ventil nutzen und sich rücksichtslos kämpferisch den anderen stellen. Die psychologische Tiefe jetzt auszuloten, würde den Rahmen sprengen, aber solche emotionalen Ausbrüche gehören einfach nicht auf die Straße, weil es Leben gefährdet.

Es drängt sich immer mehr die Frage auf, ob wir in Zukunft, die Straßen werden ganz bestimmt nicht leerer, zusätzlich zum Führerschein auch noch einen Waffenschein brauchen, ein Führungszeugnis und ein psychologisches Attest?! Einige dieser Zeitgenossen würden dann ganz sicher vom Lenkrad verschwinden.

In diesem Sinne,

Gruß,

Samba

Weiter:


Bravo! Als Berufsfahrer muss ich jeden Tag feststellen, das die Anzahl
hirnloser Idioten und selbsternannter Hilfssheriffs, PKW-u.LKW Fahrer,
ständig zunimmt!
[Gerd Bandel. | 23.01.2007]



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Veröffentlicht am: 06.04.2005
Aktualisiert am: 2005-04-06 19:30:43

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