Sie möchten einen Schlafsack kaufen? Dann sollten Sie auch auf das richtige Füllmaterial achten. Denn davon hängen Schlaf- und Tragekomfort ab. Dieser Tipp zeigt Ihnen, worauf es ankommt.
Daune: Für viele Leute sind Daunen immer noch das beste Füllmaterial für einen Schlafsack. Vorteil der Daunen ist ihr sehr gutes Isoliervermögen bei geringem Gewicht und Packmaß. Gänsedaunen isolieren übrigens noch besser als Entendaunen.
Da Daunen die Feuchtigkeit des Schläfers aufnehmen, hat man in einem Daunenschlafsack immer ein angenehmes Schlafklima. Werden die Daunen allerdings zu feucht oder gar nass, fallen sie zusammen und können nicht mehr isolieren. Aus diesem Grund muss ein Daunenschlafsack jeden Morgen getrocknet und gelüftet werden. Wenn dies witterungsbedingt nicht möglich ist, wird ein Daunenschlafsack zum Problem.
Wenn der Schlafsack für längere Zeit gelagert wird, muss er besonders gründlich getrocknet werden. Andernfalls kleben die Daunen zusammen oder das teure Stück ist bald von Schimmel überwuchert. In beiden Fällen ist der Schlafsack nicht mehr zu retten. Am besten wird ein Daunenschlafsack unkomprimiert, zum Beispiel in einer großen Kissenhülle gelagert.
Bei der Auswahl der richtigen Füllung wird der Käufer mit vielen Zahlen konfrontiert:
Ein wichtiges Maß der Daunenqualität ist das Quellvermögen (Loft). Es bezeichnet die Fähigkeit der Daune nach dem Zusammendrücken wieder aufzuquellen und hängt stark von der Behandlung der Daune ab. Mittelmäßige Schlafsäcke haben 500 cuin, gute 600 cuin und sehr gute 730 cuin.
Für den Schlafsack werden die weichen und warmen Daunen mit normalen Federn gemischt. Letztere erfüllen eine Stützfunktion, damit die Daunen unter dem Obermaterial des Schlafsackes aufquellen können. Das Mischverhältnis von Daunen und Federn ist ein weiteres wichtiges Qualitätskriterium. Achten Sie unbedingt darauf, ob die Mischung in Volumenprozent oder als Gewichtsverhältnis angegeben wird.
Beispiel: So genannte Halbdaunenfüllungen haben 50 Volumenprozent Daunen und 50 Volumen% Federn. Das sind bei 100 Gramm aber nur 15 Gramm Daunen und 85 Gramm Federn. Sie bekommen also nur sehr wenig Daune für ihr Geld. Gute Schlafsäcke haben ein Daune/Feder-Gewichtsverhältnis von circa 90/10.
Kunstfaser: Wer früher einen Kunstfaserschlafsack kaufte, musste im Vergleich zum Daunenschlafsack ein deutlich höheres Gewicht in Kauf nehmen. Die damals verwendeten Vollfasern sind heute weitgehend durch die leichteren Hohlfasern ersetzt worden. Neben ihrem geringeren Gewicht, sind sie außerdem biegsamer und weicher, und haben dadurch ein geringeres Packmaß und höheren Komfort. Nässe macht den Fasern nichts aus. Sie können nicht zusammenfallen und isolieren daher sogar noch im nassen Zustand. (Allerdings wird die zum Trocknen des Schlafsackes notwendige Wärme dem Schläfer entzogen.)
Achtung: Der beste Schlafsack kann von unten nicht wärmen, da das Gewicht des Schläfers das Füllmaterial zusammendrückt. Deshalb immer eine Isomatte oder ähnliches unterlegen.
Daune
Vorteile:
- leichter
- wärmer (bzw. billiger bei gleichem Temperaturbereich)
- geringeres Packmaß
- besseres Schlafklima
Nachteile:
- Pflegeintensiver
- braucht regelmäßig Zeit zum Trocknen
- wenn nass, dann keine Isolierfähigkeit mehr
Fazit:
- Super, wenn es auf Gewicht, Packmaß, Wärme und Schlafkomfort ankommt.
- Nichts für Wassersportler, Kinder, Reisen in die Tropen, Winter-Camping
Kunstfaser (Hohlfaser)
Vorteile:
- Braucht keine Pflege
- Isoliert auch im nassen Zustand
Nachteile:
- schwerer
- größeres Packmaß
- Kunstfaserschlafklima
Fazit:
- Für Urlaubsziele in denen das Trocknen des Schlafsackes zum Problem wird.
- Für kleinere Kinder ein Muss.
Praktische Erfahrungen mit Schlafsäcken gibt es auch bei bewaehrungsprobe.de.
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