Wandern: So planen Sie, das brauchen Sie.

Zieht es Sie in die grüne Natur hinaus oder gar in die Berge? Dann sollte Sie diese Tipps lesen. Sie zeigen Ihnen, was Sie mitnehmen sollten, wie Sie Ihre Tour planen und welche Verhaltenregeln beim Wandern wichtig sind,

So sind Sie auch für Notfälle gewappnet und haben mehr Freude im Grünen.

Eine Wanderung
Eine Wanderung

Erste-Hilfe-Kasten für unterwegs

Auf Radtouren oder Wanderungen passieren Unfälle. Da ist es praktisch, wenn man Verbandszeug zur Hand hat. Hier ist eine kleine Zusammenstellung, die für die meisten Notfälle ausreichend ist:

  • 2-3 sterile Kompressen
  • 2-3 Verbandspäckchen
  • 1 Dreieckstuch
  • 1 Rolle Klebeband
  • ein paar Pflaster
  • Ein Taschenmesser oder eine Schere
  • 2-3 Paar Gummihandschuhe

Mit dieser Ausrüstung können Sie im Notfall einen Druckverband anlegen, offene Wunden verbinden und einen verletzten Arm ruhig stellen. Die Gummihandschuhe sind wichtig für den Eigenschutz, wenn Sie anderen helfen. Daher sollte dieses kleine Paket auf keinem Ausflug fehlen.

Natürliche Wettervorhersage nutzen

Beobachten Sie die Natur, um Hinweise auf die bevorstehende Wetterlage zu erhalten:

  • Gartenpflanzen wie Glockenblumen, Gänseblümchen, und Krokusse schützen sich vor schlechtem Wetter. Bevor es zu regnen beginnt, schließen sie die Blütenblätter.
  • Wetterdisteln sind besonders gute Anzeiger. Sie verschließen sich schon einige Stunden vor dem Schauer.
  • Haben die Pflanzen geschlossen, so verschieben Sie Ihren Ausflug ins Grüne lieber auf ein andermal.
  • Schauen Sie den Vögeln zu. Fliegen Sie sehr weit unten, deutet das auf eine Schlechtwetterfront hin. Jagen die Tiere jedoch in luftigen Höhen, sind Sie bei Ihrem Picknick sicher.

Besser den Weg zurück finden

Machen Sie aufs Geratewohl einen Spaziergang oder eine Wanderung in einer fremden Stadt oder in unbekanntem Gelände und ihre Begleitung blickt sich ständig um?

Dann leidet er oder sie nicht etwa unter Verfolgungswahn.

Vielmehr benutzt er einen wichtigen Trick, um sicher zum Ausgangspunkt (Hotel, Auto, usw.) zurück zu finden: Er schaut sich die Wegstrecke aus der anderen Richtung an.

Probieren Sie es mal aus und schauen Sie sich eine Straße oder einen Waldweg erst aus der einen und nach Überwinden einer gewissen Strecke aus der anderen Richtung an. Sie werden sehen wie unterschiedlich Häuser, Bäume, Straßen und Wege aus verschiedenen Richtungen aussehen.

Selbst wenn Sie sich während des Spaziergangs nicht alle Einzelheiten des Rückweges merken, Ihr Unterbewusstsein speichert die Bilder zuverlässig ab. Auf dem Rückweg erkennen Sie die so gespeicherten Wegpunkte wieder und finden so sicher zurück.

Abseits der Wege orientieren

Wenn Sie in weglosen Gebieten wandern, können Sie sich an Geländeformen orientieren, die auch in der Karte eingezeichnet sind.

Orientierung nach einem Geländepunkt: Bei dieser Methode gehen Sie auf einen besonders markanten Geländepunkt zu. Dafür eignen sich zum Beispiel eine Felsnadel oder ein einzeln stehender Baum auf einem kahlen Hügel. Voraussetzung ist allerdings, dass der Geländepunkt jederzeit sichtbar ist.

Orientierung nach Leitlinien und Auffanglinien: Meist ist es sinnvoller, entlang einer Geländelinie zu gehen. Das kann ein Bach, ein Waldrand, ein Tal oder eine Hangtraverse entlang einer Höhenlinie sein. Solchen Leitlinien können Sie folgen ohne ständig Karte und Kompass zu benutzen.

Bevor Sie starten, suchen Sie auf der Karte eine Auffanglinie bis zu der Sie der Leitlinie folgen wollen. Diese Auffanglinie kann wieder ein Bach oder Waldrand oder ähnliches sein. Sie muss die Leitlinie in einem deutlichen Winkel kreuzen damit Sie sich von ihr auffangen lassen können und verläuft deshalb quer zur eigentlichen Marschrichtung.

Wenn Sie an der Auffanglinie angekommen sind, haben Sie einen sicheren Orientierungspunkt auf der Karte. Von diesem aus können Sie die nächste Teilstrecke in Angriff nehmen.

Wandern: Schuhe vor dem Abstieg fester schnüren

Zum Wandern sind gute, feste Schuhe Pflicht, da sonst die Verletzungsgefahr zu groß ist. Beim Bergwandern sollten Sie auf feste Wanderschuhe, die über den Knöchel reichen, nicht verzichten.

Vor der Wanderung schnüren Sie die Schuhe normal zu, da Sie für den Aufstieg etwas Bewegungsfreiheit im Sprunggelenk brauchen.

Am Gipfel angekommen, sollten Sie die Schnürsenkel für den Abstieg dann nochmal nachziehen. Denn jetzt sind die Füsse auf Betriebstemperatur und die Schuhe auch etwas weicher geworden.

Aber gerade für den Abstieg brauchen Sie guten Halt in den Schuhen, sonst rutscht der Fuß im Schuh nach vorne und Stoßt an. Das kann unangenehme Scheuerstellen verursachen. Zudem ist die Gefahr umzuknicken, beim Bergablaufen größer.

Trekking und Nahrung: Obst auf langen Touren

Wer für mehrere Tagen oder gar Wochen auf Trekking-Tour geht, muss die Mahlzeiten für unterwegs genau planen. Frische Lebensmittel oder gar Obst haben im Speiseplan meist keinen Platz – sie sind schwer und verderben schnell.

Wenn es aber tagelang nur mit Milchpulver angerührtes Müsli zum Frühstück gibt, kann der Wunsch nach ein paar frischen Obststückchen zwischen den Körnern schon übermächtig werden.

Behelfen Sie sich mit einem Trick: Weichen Sie am Abend vorher etwas Trockenobst (zum Beispiel Aprikosen, Apfelschnitzel, Birnen oder Pfirsiche) in ausreichend Trinkwasser ein. Am nächsten Morgen haben sich die Früchte mit Wasser voll gesogen und eignen sich gut als Frischobst-Ersatz.

Bei längeren Touren richtig planen

Zur Vorbereitung einer Tour gehört es, die Route in Tagesetappen einzuteilen. Wenn Sie nicht wissen wie viel Zeit Sie für eine bestimmte Strecke brauchen, können Sie als durchschnittlich trainierter Wanderer folgende Faustregel verwenden:

  1. Berechnen Sie einzeln die Zeiten, die Sie für die geplante Entfernung und für die zu überwindende Höhendifferenz benötigen:
    4 km in der Ebene = 1 Stunde
    300 Höhenmeter Aufstieg = 1 Stunde
    600 Höhenmeter Abstieg = 1 Stunde
  2. Bilden Sie je eine Summe aus den Entfernungs-Zeiten und den Höhendifferenz-Zeiten.
  3. Halbieren Sie die kürzere der beiden Zeiten.
  4. Um die Gesamtgehzeit zu berechnen, addieren Sie jetzt die längere Zeit mit dem Ergebnis aus Punkt 3.

Ein Beispiel für die Berechnung

  1. Die Entfernung beträgt 14 km, es geht 600 m bergauf und 300 m bergab.
    14 km = 3 h 30 min
    600 m bergauf = 2 h
    300 m bergab = 0 h 30 min
  2. Entfernungs-Zeit = 3 h 30 min
    Höhendifferenz-Zeit = 2 h 30 min
  3. 2 h 30 min geteilt durch 2 = 1 h 15 min
  4. Gesamtgehzeit = 3 h 30 min + 1 h 15 min = 4 h 45 min

Achtung: Planen Sie unterwegs genug Zeit für Pausen ein. Auf einer längeren Tour muss auch ab und zu ein ganzer Tag gerastet werden.

Schneefeld beim Bergwandern sicher überqueren

Je nach Jahreszeit trifft man auf Wander- und Hüttenwegen in den Bergen auf Schneefelder. Bei deren Querung ist Vorsicht angesagt. Am Morgen kann der Schnee gefroren und damit gefährlich glatt sein. Durch Sonneneinstrahlung wird er dann in den Nachmittagsstunden sulzig und weich. Hier kann der Wanderer unvermutet knietief einbrechen und sich dabei verletzen.

Deshalb der Rat vom DAV: Nur mit festem Schuhwerk, am besten höher als der Knöchel, in die Berge. Unererfahrene sollten, wenn irgendwie möglich, Schneefelder umgehen. Wenn das nicht möglich ist, die Hacken fest in den Schee drücken. Wenn es steil wird, mit dem Bauch zum Hang absteigen.

Geübte und gut ausgerüstete Alpinisten sind auch nicht vor Gefahren gefeit. Sie sollten sich vor dem Betreten heikler Passagen das richtige Verhalten im Falle eines Sturzes durch mentales Training ins Gedächtnis rufen. So können Sie im Falle eines Falles richtig reagieren. Denn, „wichtig ist das reflexartige Beherrschen von Bremstechniken“.

Bergwetter Auskunft

Erfahrene Bergwanderer und Bergsteiger wissen: Das Wetter im Tal kann ganz anders sein als am Gipfel. Noch dazu kann es sich sehr schnell ändern.

Unvorbereitete Berggeher marschieren dann am Morgen bei strahlendem Sonnenschein in leichter Bekleidung los und sind wenige Stunden später einem Gewitter und einem Temperatursturz ausgesetzt. Aber Erschöpfung und Kälte können den Tod bedeuten. Deshalb vor dem Berggang das Wetter checken.

Im Internet

DAV: www.alpenverein.de

Telefonisch

Alpenvereinswetterbericht: (089) 29 50 70

Alpine Auskunft: (089) 29 49 40

Wetterbericht Deutscher Wetterdienst

Alpen Allgemein: (0190) 11 60 – 11

Bayerische Alpen: (0190) 11 60 – 19

Gardaseer Berge: (0190) 11 60 – 16

Französische Alpen: (0190) 11 60 – 21

Schweizer Alpen: (0190) 11 60 – 17

Ostalpen: (0190) 11 60 – 18

Österreich

Bandansage (nur in Österreich anwählbar): (0450) 199 00 00 11

Wetterbericht: 0043 (512) 29 16 00

Das sind die Berge mit mehr als acht Kilometern Höhe

Berge sind faszinierend. Besonders dann, wenn es sich um die höchsten der Erde handelt. Aber was sind die höchsten Berge? Den Mount Everest kennt noch jeder aber was kommt dann?

Tabelle der höchsten Berge

Berg Höhe
Mount Everest 8848
K2 8611
Kangchendzönga 8586
Lhotse 8516
Makalu 8463
Cho Oyu 8201
Dhaulagiri 8167
Manaslu 8163
Nanga Parbat 8125
Annapurna I 8091
Gasherbrum I 8068
Broad Peak 8047
Gasherbrum II 8035
Shisha Pangma 8027

Falls Sie diesen Bergriesen einen Besuch abstatten wollen: Alle 8000er liegen im Himalaya und sind verteilt auf drei Länder: Nepal, Tibet und Pakistan.

Bergnot: Notsignal in den Alpen

Prägen Sie sich den Ablauf des Notsignals ein, bevor Sie zu Wanderungen und Klettertouren in den Alpen aufbrechen.

Im Notfall senden Sie sechs Signale im Abstand von zehn Sekunden. Das Signal kann ein Ruf, ein Pfiff, ein Blinken mit der Taschenlampe oder ein Rauchzeichen sein.

Nach sechs Mal pausieren Sie für eine Minute. Wiederholen Sie die Abfolge, bis Sie gesehen oder gehört werden.

Hat Sie jemand bemerkt, so antwortet dieser mit einem Signal, das alle 20 Sekunden zu sehen oder zu hören ist.

 

Wandern: Zwei Paar Socken schützen die Füße

Beim Wandern sind die Füße meist ungewohnten Belastungen ausgesetzt. Das hat nicht selten Scheuerstellen zur Folge.

Zweites Paar Strümpfe anziehen

Ein zweites Paar Strümpfe in den Wanderschuhen schützt die Füße vor Blasen und Scheuerstellen. Sind die Schuhe dafür zu eng, geht auch ein Paar Damenstrümpfe. Die feinen Nylons fangen die entstehende Reibung ebensogut ab wie die dickeren Kollegen.

Dicke Socken haben aber den Vorteil, dass die Schuhe auch nach einem Stopp noch passen. Ziehen Sie die Schuhe nämlich in der Mittagspause aus, schwellen die Füße an. Die Folge: Sie passen nicht mehr in die Schuhe.

Hatten Sie vorher zwei Paar dicke Socken an, können Sie jetzt einfach ein Paar weglassen und die Schuhe passen wieder.

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