Was bedeuten „aufsichtig“ und „untersichtig“ beim Fotografieren?

Beim Fotografieren und Filme machen trifft man immer wieder auf die Begriffe „Aufsichtig“ und „Untersichtig“. Was sie bedeuten und welche Auswirkungen sie auf die Fotos haben, lesen Sie hier.

Richtige Perspektive wählen

Die Aussage eines Bildes hängt mit von der Perspektive ab.

  • Fotografieren Sie ein Motiv von oben herab, also aufsichtig, wirkt es auf dem Bild klein und gestaucht.
  • Umgekehrt wirken Objekte von unten aufgenommen und deutlich größer. Also können Sie mit diesem Mittel viel an der Bildaussage ändern.
  • Wollen Sie zum Beispiel die Macht eines Protagonisten verdeutlichen oder zeigen wie groß er ist, fotografieren Sie ihn leicht von unten, also untersichtig.
  • Wollen Sie jemanden klein machen, dann fotografieren Sie ihn von oben, also aufsichtig.

Beide Methoden haben ihre Einsatzgebiete und ihre Berechtigung. Es kommt darauf an, was Sie ausdrücken möchten.

Aufsichtig fotografieren

Wenn Sie ein Tier oder einen Menschen aufsichtig fotografieren, machen Sie ihn kleiner. Der Betrachter sieht von oben herab auf das Motiv. In bestimmten Fällen kann das niedlich wirken wie hier im Bildbeispiel: Der kleine Hund möchte spielen – ach wie süß!

Unbedacht eingesetzt, kann die Aufsicht aber auch schaden, eben dann, wenn das Motiv nicht so klein wirken soll, wie es auf dem Bild herüberkommt.

Chico ganz klein - (Foto: Martin Goldmann)
Chico ganz klein – (Foto: Martin Goldmann)

Untersichtig fotografieren

Untersichtig bedeutet: von unten nach oben fotografiert. Bei stark untersichtigen Aufnahmen spricht man auch von der Froschperspektive. Die untersichtige Perspektive macht ein Motiv größer, mächtiger. Gezielt eingesetzt, kann das sehr gut wirken.

Chico schon größer - (Foto: Martin Goldmann)
Chico schon größer – (Foto: Martin Goldmann)

Beide Male derselbe Hund. Aber klar unterschiedliche Aussagen. Natürlich haben bei beiden Bildern auch die Bildausschnitte ihre Wirkung. Beim untersichtigen Portrait bin ich wesentlich näher am Motiv, ein leichtes Weitwinkel lässt den Kopf noch etwas größer wirken.

Auf Augenhöhe fotografieren

Wollen Sie ein Motiv in seiner natürlichen Wirkung abbilden, sollten Sie sich mit ihm auf Augenhöhe begeben. Bei Kindern und kleinen Tieren heißt das oft: auf dem Boden herumrutschen. Für die Giraffe ist eher eine Leiter nötig.

Speziell Fotos von Kleinkindern und Tieren kranken oft daran, dass sie im Stehen aufgenommen wurden. Der Erwachsene steht also und hält mit der Kamera nach unten auf das Motiv. Und das macht das Motiv unnötig klein.

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