Das RAW-Format hilft Ihnen, bessere Bilder zu fotografieren

Viele digitale Kameras bieten an, ihre Bilddaten im RAW-Format zu liefern. Vor allem Spiegelreflexkameras haben in der Regel dieses Feature, aber auch kleinere Kameramodelle liefern RAW.


Was bringt RAW?

Das RAW-Format hat gegenüber den sonst gelieferten Jpeg-Bildern eine Reihe von Vorteilen:

Weißabgleich nachträglich

Oft bekommen Bilder einen Stich ins Blaue, Grüne oder Rote, weil der Weißabgleich nicht stimmt. Für Bilder im RAW-Format ist das unerheblich. Denn hier erledigen Sie erst beim Einlesen des Bildes den Weißabgleich. Mit einem Regler können Sie dann die ursprüngliche Farbtemperatur einstellen. Das erleichtert das Fotografieren enorm.

Mehr Farben

Im RAW-Format haben Sie meist eine höhere Farbtiefe als bei Jpeg-Bildern. Das bedeutet: Mehr Nuancen, um nachträglich die Farbe und das Aussehen des Bildes zu manipulieren.

Keine Verluste beim Nachbearbeiten

Beim Speichern eines Bildes als Jpeg gehen bei der Kompression immer Bildinformationen verloren. Wenn Sie ein Jpeg-Bild nachbearbeiten und speichern gehen wieder Bildinformationen verloren - die Qualität des Bildes lässt immer weiter nach.

Bei RAW-Bildern kann das nicht passieren, da immer alle Bildinformationen erhalten bleiben.


Kein Eingriff der Kamera

Viele Digitalkameras manipulieren die Bilder vor dem Speichern: sie schärfen nach, setzen die Farbsättigung herauf und ändern Helligkeit und Kontrast. Das hat oft Nachteile, wenn es auf Nuancen ankommt, etwa bei dunklen Flächen. Das Nachregeln des Kontrasts lässt dann eine dunkle Fläche unter Umständen komplett schwarz erscheinen, obwohl es eigentlich einige Helligkeitsunterschiede gäbe. Für solche Aufnahmen ist RAW die deutlich bessere Wahl.

Gegenueberstellung RAW gegen Jpeg anhand eines Beispielbildes - (Foto: Martin Goldmann)
Gegenueberstellung RAW gegen Jpeg anhand eines Beispielbildes - (Foto: Martin Goldmann)

Das Bild oben entstand aus einer RAW-Datei, darunter sehen Sie die gleiche Aufnahme, wie sie die Kamera als Jpeg gespeichert hat. Auf dem für diese Seite verkleinerten Foto kommen leider nicht alle Nuancen herüber, aber es ist zu erkennen, dass das aus RAW entstandene Foto deutlich mehr erkennbare Details hat. Der Weißabgleich wurde natürlich auch nachträglich angepasst.

Welche Nachteile hat RAW?

RAW hat vor allem einen Nachteil: Die Dateien werden größer - 20 bis 21 MByte Daten liefert beispielsweise die Canon 7D als RAW. Das kostet nicht nur Platz auf der Speicherkarte. Falls Sie Serienaufnahmen in RAW machen wollen, stellt das auch eine Herausforderung an die Karte selbst dar, denn die muss die Bilddaten im Serienbild-Modus schnell genug speichern können. Sie sollten sich also eine ausreichend schnelle Speicherkarte zulegen.

Ein weiteres Problem: Sie brauchen die passende Software, um die RAW-Dateien weiter zu verarbeiten. Einfache Konverter sind oft schon in der Kamera-Software enthalten.

Auch Bildverarbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop Elements unterstützen RAW. Achten Sie beim Kauf der Software auf RAW-Unterstützung für Ihre Kamera. Denn RAW ist kein einheitlicher Standard, jeder Kameratyp kann andere RAW-Daten liefern.


Letzte Aktualisierung am 19.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API



2 Gedanken zu “Das RAW-Format hilft Ihnen, bessere Bilder zu fotografieren

  1. guten Abend, Markus Schraudolph & Martin Goldmann
    bin durch Zufall auf ihre Seite gekommen und finde ihre Arbeit supi.. interessant, informativ, übersichtlich,
    kommt grad in Leseverzeichnis .
    Besten Dank für ihr Engagement und weiter viel Energie und Freude..

    Freundliche Grüsse
    aus der Schweiz
    Sefan Kern

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