Einen Gebrauchtwagen innen prüfen

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens lässt man sich schnell von Äußerlichkeiten blenden – Alufelgen, glänzender Lack. Doch je glänzender ein Auto außen ist, desto besser sollte man den Innenraum prüfen. Hier sind unsere Tipps dazu.

Innenraum prüfen

  • Schon beim Öffnen der Türen sollten Sie hellhörig sein. Knarzt es? Sind die Türen leichtgängig. Stimmt das Spaltmaß an den Türen? Öffnen Sie alle vier Türen!
  • Setzen Sie sich in den Wagen und benutzen Sie Ihre Nase. Riecht es modrig? Das kann dafür sprechen, dass Wasser in den Innenraum dringt. Riecht es nach Duftbaum? Dann raus damit. Der übereckt möglicherweise andere Gerüche. Auch kalten Rauch sollten Sie gut wahrnehmen können.
  • Sehen Sie sich im Auto um. Ist der Dachhimmel vom Nikotin gelb gefärbt? In welchem Zustand sind Armaturenbrett und Armaturen? Auch die Sitze sollten Sie untersuchen. Sind sie durchgesessen, obwohl auf dem Tacho nur 20.000 km stehen? Dann sollten Sie misstrauisch werden.
  • Werfen Sie einen Blick unter die Fußmatten. Achten Sie hier auch auf feuchte Stellen und Abnutzungserscheinungen, die möglicherweise nicht zum Kilometerstand des Autos passen.
  • Lauschen Sie bei einer Probefahrt darauf, ob es im Innenraum klappert. Am besten haben Sie noch eine Begleitperson dabei, die sich bei der Fahrt im Auto umsehen kann und Geräusche lokalisieren kann.
Ein Blick unter die Fußmatte hilft beim Innenraum prüfen
Um den Innenraum eines Autos zu beurteilen, sollten Sie einen Blick unter die Fußmatte des Fahrers werfen.

Sitze prüfen

  • Machen Sie es sich im Gebrauchtwagen bequem und stellen Sie alles für Ihren Bedarf ein. Dabei sehen Sie auch, ob das Auto überhaupt zu Ihnen passt und ob Sie genug Platz darin haben.
  • Machen Sie das Radio an und drehen Sie es laut auf. Wenn es scheppert und knarzt, sind möglicherweise Lautsprecher oder andere Bauteile der Anlage defekt.
  • Probieren Sie alle Fenster aus. So erkennen Sie mögliche Probleme mit den Fensterhebern.

Sicherheitsgurt prüfen

Untersuchen Sie das Gurtsystem des Autos. Denn ein defekter Gurt ist der Belastung eines Unfalls nicht gewachsen:

  • Besonders anfällig für Verschleiß ist bei Sicherheitsgurten die Mechanik. Wenn ein Gurt bereits blockiert, obgleich Sie ihn lediglich langsam herausziehen, ist das ein Zeichen für einen Defekt.
  • Sie können den Gurt mit bloßem Auge einer Prüfung unterziehen. Wenn er an den Rändern ausfranst, deutliche Knickstellen oder gar Einrisse zeigt, kann das auf einen Unfall hinweisen.
  • Der Gurtstoff wird bewusst vom Hersteller so angefertigt, dass das Material bei solch einem heftigen Ruck etwas nachgibt und sich dehnt. Der Gurt würde ansonsten bei einem Aufprall viel heftiger auf den Körper einwirken und möglicherweise Verletzungen verursachen.
  • Außerdem sollten Sie bei den Sicherheitsgurten auf wellige Oberflächen achten oder auf Stellen, die ausschauen, als wäre das Material hier geschmolzen oder heftiger Reibung ausgesetzt gewesen. All das kann auf eine Überdehnung hinweisen, die von einem Unfall herrührt.

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