Hobby Flugmodellbau: Der richtige Einstieg

Der Modellflug ist ein interessantes Hobby, technisch anspruchsvoll und lehrreich. Mit den richtigen Tipps fällt der Einstieg leichter und Sie haben länger Freude am Modellflug.

Am einfachsten in der Gemeinschaft

Kennen Sie bereits jemanden, der Flugmodelle baut und fliegt oder haben die Möglichkeit, in einen Verein hineinschnuppern zu können, ist das sicher die beste Variante. Hier dürfen Sie vielleicht einmal ein Modell selbst steuern, finden Rat bei Menschen mit Erfahrung und Tips zur Auswahl des richtigen Einstiegssets.

Modellflugzeug - (Foto: Markus Schraudolph)
Modellflugzeug – (Foto: Markus Schraudolph)

Alleine auch machbar

Auch wenn Sie auf sich selbst gestellt sind, kann Ihre Modellflugkarriere steil sein. Wichtig ist, dass Sie den richtigen Start hinbekommen. Und der beginnt mit der Wahl des Modells.

Kaufen Sie sich auf keinen Fall eines der billigen Modelle vom Discounter. Diese typischerweise zweimotorigen Modelle locken mit günstigen Preisen und scheinen die idealen Geräte zun Hineinschnuppern in das Thema Modellflug zu sein. Tatsächlich werden Sie damit aber keine große Freude haben und sich eher vom Thema abwenden. Der Grund ist, dass diese Spielzeuge alle Flugmanöver rein über die Ansteuerung der beiden Motoren ausführen müssen. Sie haben also keine bewegten Ruder. Damit kann man aber Flugmodelle nicht gut beherrschen und die Flugfiguren sind kein bischen vorbildgetreu.

Variante 1: minimaler Kostenaufwand

Wenn Sie sich noch unsicher sind, ob das Hobby überhaupt das Richtige ist, dann ist für Sie ein Komplettset aus Modell, Elektro-Antrieb und Fernsteuerung das richtige. Das ist dann entweder ein reines Motormodell oder ein Motorsegler –  erkennbar an der gegenüber dem Motormodell größeren Spannweite.

Das Modell sollte drei Steuerkanäle haben: Motorsteuerung, Seiten- und Höhenruder. Dabei muß die Steuerung “proportional” arbeiten.  Das bedeutete, dass eine kleine Bewegung der Steuerknüppel einen kleinen Ruderausschlag bewirken und große Bewegungen einen entsprechend größeren Ausschlag. Es gibt manche Billig-Sets, bei denen die Ruder nur Nullstellung oder Vollausschlag beherrschen. Damit können Sie das Fliegen nicht lernen!

Der Vorteil dieser Sets ist, dass sie zum einem günstigen Preis (oft unter 100 Euro) komplett sind: Inklusive Akkus, Ladegerät und Kleinteilen ist hier alles Nötige enthalten. Der Nachteil: Sie können die Komponenten selten für andere Modelle nutzen. Die Empfangseinheit ist oft mit den Rudermaschinen (Servos) zu einer Einheit verbunden, der Sender nicht ausbaubar und das Ladegerät speist  wirklich nur den mitgelieferten Akku und keinen anderen Typ.

Variante 2: Ausbaufähigkeit ist Trumpf

Wenn Sie schon wissen, dass Sie dem Modellbau prinzipiell treu bleiben werden, sollten Sie ein wenig tiefer in die Tasche greifen und mit Komponenten beginnen, die für andere Modelle weiterbenutzen können. Das Modell und die Fernsteuerung sollte am besten von einer der bekannten Modellbauformen stammen, damit Sie später eventuell notwendige Ersatz- oder Ausbauteile problemlos bekommen.

Egal ob Sie zu einem Modellbaugeschäft in der Nähe gehen oder ein Set per Internet kaufen, ein paar Grundvoraussetzungen sollten erfüllt sein:

Das Modell sollte einen Elektroantrieb besitzen. Reine Segler ohne Motor sind schöne Fluggeräte, eignen sich zum Lernen aber weniger, weil die Flugzeiten sehr beschränkt sind und Sie keinen Motor haben, der das Modell aus einer brenzligen Situation retten kann.

Kaufen Sie als Anfängermodell am besten eines aus aus zähem Hartschaum. Das sieht zwar nicht so schick aus, wie ein mit Folie bespanntes Holzmodell, hält aber mehr aus und ist einfacher zu reparieren.

Bei den Fernsteuerungen findet gerade ein Generationswechsel statt. Sie können darum die älteren Modelle mit 35MHz Betriebsfrequenz recht günstig bekommen. Die neuere Technik arbeitet mit 2,4 GHz, benötigt nur noch Stummelantennen und ist durch den Einsatz von Computerrechnik resistenter gegen Störungen.

Flugsimulator spart Reparaturkosten

Das richtige Steuern lernen Sie anfangs lieber am Simulator, als am Modell selbst. Es gibt einfache kostenlose Modellflugsimulatoren für PCs, wie den FMS. Der reicht aus, um sich mit der prinzipiellen Steuerung zurechtzufinden. Kommerzielle Programme (zB Reflex, Aerofly, Easyfly) bieten dann einiges mehr an Realismus in Sachen Grafik und Verhalten des Modells aufweisen.

Flugsimulator FMS
Flugsimulator FMS

Das typische Steuerproblem, dass Sie beim Blick auf ein zu Ihnen fliegendes Modell die falschen Seitenruderkommandos geben, läßt sich mit einem Flugsimulator gut wegtrainieren.

Damit Sie nicht unrealistisch per Tastatur steuern, gibt es entweder Interface-Module, die Ihre Fernsteuerung an den PC anschliessen oder spezielle Steuergeräte, die eine Fernsteuerung nachbilden. Die können Sie oft zusammen im Set mit einem Flugsimulator erwerben.

So finden Sie einen Hang zum Modellfliegen in Ihrer Umgebung

Unter den verschiedenen Varianten des RC-Segelflugs nimmt der Hangflug eine Sonderstellung ein: Sie brauchen weder Hochstartvorrichtung, Winde noch Schleppflugzeug, sondern nur einen konstanten Wind und einen Berg.

Allerdings muss das Gelände auch passen: Der Hang sollte die richtige Form haben, passend zur Hauptwindrichtung liegen und frei von Hindernissen wie Zäunen, Bäumen und Leitungen sein.

Sich selbst auf die Suche nach so einem Flugort zu machen ist recht aufwändig. Darum gibt es im Internet Datenbanken, wo man sich informieren und auch seine eigene Lieblingsplätze eintragen kann.

Hangflug - (Foto: iStockphoto.com/Argestes)
Hangflug – (Foto: iStockphoto.com/Argestes)

Slople.com kennt weltweit viele Plätze zum Hangfliegen

Unter slople.com finden Sie durch die Eingabe eines Ortsnamens benachbarte Hänge. Dabei beinhaltet die Datenbank nicht nur geeignete Plätze in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Wenn Sie also einen Urlaub planen, können Sie hier schon nachsehen, ob es sich lohnt, Ihren Segler mitzunehmen.

Auf slople.com gibt es auch eine Rubrik für Gleitschirmflieger. Die brauchen ja im Prinzip die gleichen Voraussetzungen, nur größere Räume und eine sichere Landefläche unten im Tal.

Zu jedem gefundenen Hang bietet die Website einen verlinkten Ausschnitt der Umgebung auf Google-Maps sowie eine aktuelle Wind- und Wettervorhersage. Die meisten Fundstellen enthalten leider keine weiteren Hinweise wie örtliche Bestimmungen oder Empfehlungen zur Anfahrt und Parkmöglichkeiten.

Beispiel von slope.com
Beispiel von slope.com

Hangflugführer des RC-Network

Der ins Modellbau-Wiki integrierte Führer auf wiki.rc-network.de/Kategorie:Hangflug scheint auf den ersten Blick durch seine dröge Listenansicht uninteressanter zu sein, weil man sich die Orte in der Nähe selbst heraussuchen muss. Die Liste ist nach international nach Ländern und national in Bundesländer weiter unterteilt.

Hat man dann aber einen passenden Kandidaten herausgesucht, besticht die Detailansicht durch den Reichtum an Informationen: Es gibt eine umfangreiche Beschreibung, oft Fotos mit empfohlenen Flugschneisen, GPS-Koordinaten und weiteren hilfreichen Hinweisen, wie empfehlenswerten Pensionen in der Nähe.

Hangflugführer RC-Network
Hangflugführer RC-Network

Wer will, kann sich auch eine Übersicht der Hänge für Google Earth herunterladen und darüber einfacher Hänge im gewünschten Zielgebiet finden.

Halt die Klappe, Alexa! 😤

So, Schluss, aus. Alexa ist abgestöpselt. Stecker aus der Dose, ab ins Regal. Warum? Weil mir das Amazon Echo dauernd reinquatscht. Und weil es mich nicht versteht.

Warum ich von einem simplen „Plop“ so begeistert bin 🎛

VCV-Rack

Ok, es ist mehr, als ein „Plop“ – es ist auch ein „Wi-UUU-Wi-UUU“ und so vieles mehr. Ich spreche von einem modularen Synthesizer. Fast hätte ich mir so ein Ding als Hardware gekauft für über 500 Euro. Doch dann habe ich ein Programm entdeckt, das einen modularen Synthesizer auf dem Computer simuliert.