Nachhaltigkeit von Weihnachtsbäumen: Tipps zum Kauf

Weihnachten ohne einen festlich geschmückten Tannenbaum ist für die meisten Deutschen kaum vorstellbar. Diese Tradition ist aber alles andere als nachhaltig. Ein Weihnachtsbaum wächst (je nach Größe) mehrere Jahre und wird dann geschlagen, um maximal zwei Wochen im Wohnzimmer zu stehen. Danach lautet die Endstation im besten Fall Kompost, in vielen Fällen aber Müllverbrennung. Gibt es nachhaltige Alternativen zum Weihnachtsbaum? Lesen Sie jetzt mehr.

Ein echter Weihnachtsbaum – darf man das noch?

Für alle, die noch nie in Frage gestellt haben, ob ein echter Weihnachtsbaum ökologisch noch vertretbar ist, hier die Kritikpunkte aus ökologischer Sicht:

  • Die meisten Weihnachtsbäume stammen zwar aus Deutschland, dennoch ist ihre Ökobilanz alles andere als vorbildlich.
  • Die Weihnachtsbäume, die man an den konventionellen Verkaufsständen findet, wachsen in der Regel in Monokulturen.
  • Das Problem mit Monokulturen ist, dass nur bestimmte Nährstoffe aus dem Boden gezogen werden. Das führt nicht nur dazu, dass ein Teil der Nährstoffe ungenutzt bleibt, es führt auch dazu, dass der von den Weihnachtsbäumen benötigte Nährstoff schnell aufgebraucht ist.
  • Damit die Weihnachtsbäume dennoch wachsen können und schön aussehen, benötigen sie Hilfe. Diese bekommen sie in Form von Düngemitteln.
  • Damit nicht genug, auch Pestizide und Insektizide kommen zum Einsatz, um die Weihnachtsbäume zu schützen.
  • Geschädigt werden bei diesen Weihnachtsbaum-Monokulturen Boden, Insekten und am Ende vielleicht auch der Käufer, der sich die chemischen Giftstoffe in sein Wohnzimmer holt.
  • Ist der Baum bis zu seiner vorbestimmten Größe gewachsen, wird er geschlagen und zum Verkaufsort gefahren. Die Anzahl der zurückgelegten Kilometer variieren je nach Verkaufsort und sind mal höher und mal niedriger. So oder so wird beim Transport aber CO2 freigesetzt.
  • Hat der Baum vor Ort einen Käufer gefunden, wird er für den weiteren Transport verpackt. In der Regel legen klassische Netzmaschinen ein Netz aus Plastik um den Baum. Dass diese Verpackungsart nicht nachhaltig ist, liegt auf der Hand.
  • Je nach Käufer fällt dann noch mal CO2 beim Transport nach Hause, beim Abtransport nach Weihnachten und beim Verbrennen des Baumes an.

Wenn es trotzdem der klassische Weihnachtsbaum werden soll:

  • Eine nachhaltigere Alternative zum echten Weihnachtsbaum sind Weihnachtsbäume aus regionalen ökologisch bewirtschafteten Weihnachtsbaumkulturen.
  • Die beliebte Nordmanntanne wächst eigentlich nicht in unseren Wäldern, sondern im Kaukasus. Die bessere Alternative sind heimische Nadelbaumarten wie zum Beispiel Fichten und Kiefern.
  • Kaufen Sie Ihren Weihnachtsbaum nicht im Baumarkt oder an irgendeinem Verkaufsstand um die Ecke, sondern lieber bei Ihren regionalen Forstbetrieben.
  • Achten Sie auf eine nachhaltige Entsorgung des Weihnachtsbaumes.

Weihnachtsbaum im Topf – nachhaltig?

  • Als Alternative zum geschlagenen Weihnachtsbaum werden Tannenbäume im Topf angeboten.
  • Diese werden nach Weihnachten nicht entsorgt, sondern können im eigenen Garten eingepflanzt werden.
  • Für alle die keinen eigenen Garten haben, gibt es mittlerweile von einigen Forstbetrieben Mietangebote. Man mietet den Baum mit Wurzeln für die Weihnachtszeit und gibt ihn danach zum Einpflanzen wieder zurück.
  • Diese Art Weihnachtsbaum ist zwar nachhaltiger als der klassische Weihnachtsbaum im Ständer. Das Einplanzen funktioniert aber nicht immer reibungslos.
  • Wächst der Baum im freien Land, muss er ausgegraben werden. Hierbei lässt sich kaum vermeiden, dass die Wurzeln des Tannenbaums beschädigt werden.
  • Erfolgsversprechender ist es, einen kleineren Weihnachtsbaum zu wählen, der im Topf gewachsen ist und dann erstmalig in den Boden gesetzt wird.
  • Die Temperaturwechsel sind schwierig für den Weihnachtsbaum im Topf. Man sollte ihn also möglichst kurz im warmen Wohnzimmer stehen lassen und möglichst bald nach dem Fest wieder ins Kühle stellen.
  • Eingepflanzt werden kann der Baum dann im Frühjahr.

Fazit: Ein Weihnachtsbaum im Topf ist eine gute nachhaltigere Alternative zum klassischen Weihnachtsbaum, wenn man einen eigenen Garten hat. Bei den Mietmodellen ist fraglich, wie die Lebensdauer der Bäume ist, wenn die Wurzeln jährlich aus- und eingegraben werden.

Künstlicher Weihnachtsbaum – nachhaltig?

  • Eine Alternative zum echten Weihnachtsbaum ist für viele Familien ein künstlicher Weihnachtsbaum aus Plastik.
  • Plastik klingt erst mal nicht besonders nachhaltig. Dem entgegen steht aber, dass der Baum nur einmal angeschafft wird und dann immer wieder verwendet werden kann.
  • Studien zufolge müsste ein herkömmlicher künstlicher Weihnachtsbaum etwa 20 Jahre verwendet werden, bis die Anschaffung sich aus ökologischer Sicht gerechnet hat.
  • Denn die meisten künstlichen Weihnachtsbäume werden in China produziert und dann importiert. So verursacht nicht nur die Herstellung CO2, sondern auch der lange Transportweg.

Fazit: Wenn Sie nie wieder einen echten Tannenbaum aufstellen möchten, kann ein künstlicher Weihnachtsbaum bei entsprechend langer Verwendungszeit die nachhaltigere Alternative sein. Schauen Sie doch mal in den lokalen Kleinanzeigen nach einer gebrauchten Variante, je länger der Baum verwendet wird, desto besser ist seine Ökobilanz. Wenn Sie den künstlichen Baum neu kaufen, sollten Sie darauf achten, dass Sie ein Modell wählen, dass in Deutschland hergestellt wurde.

weihnachtsbaum nachhaltig
Sind künstliche Weihnachtsbäume nachhaltiger?

Weihnachtsbaum aus Holz

Wer einen nachhaltigen Weihnachtsbaum aufstellen möchte, der nicht wie eine klassische Tanne aussieht, kann auch zu einer Variante aus Holz  greifen oder aus Holzlatten selber einen bauen. Die nachhaltigen Weihnachtsbäume aus Holz kann man ebenso festlich mit Lichterkette, Kugeln und Weihnachtsschmuck dekorieren wie die echten Bäume. Und die Holzvariante ist garantiert nadelfrei.

Nachhaltig: Kein Weihnachtsbaum

Ein wirklich nachhaltiger Weihnachtbaum ist kein Weihnachtsbaum. Dass sagt sich einfacher als es getan ist, denn Traditionen sind über viele Jahre gewachsen und lassen sich nicht von heute auf morgen ändern. Wer aber zum Beispiel eh nur ein paar wenige Tage den Baum aufstellt oder das Weihnachtsfest woanders feiert, könnte hinterfragen, ob er wirklich einen Weihnachtsbaum braucht.

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