Ein Ehestreit kommt vor – es liegt an Ihnen, was Sie daraus machen

Ein Ehestreit kann helfen. Aber nur wenn er konstruktiv geführt wird. Hier unsere Tipps.

Den Partner nicht mit Vorwürfen überhäufen

  • Vermeiden Sie es sich gegenseitig mit Vorwürfen zu überhäufen oder gar den Partner mit Schuldzuweisungen in die Enge zu treiben. Sie lenken damit vom eigentlichen Problem ab. Der Streit dauert dann ewig, ohne dass jemals eine für beide Seiten befriedigende Lösung erzielt wird.
  • Sagen Sie stattdessen rundheraus, was Sie am Verhalten des Partners stört. Aber bitte nicht in der Art “Nie hast du Zeit für mich”. Formulieren Sie besser ich-bezogen und versuchen Sie gleich eine Lösung anzubieten. Also zum Beispiel “Ich würde gerne mehr Zeit mit dir verbringen. Kannst du nicht öfters früher nach Hause kommen?”.
  • Der Erfolg dieser Strategie ist, dass der so Angesprochene gezwungen wird, sich mit Ihrem Anliegen zu beschäftigen und sich dazu konkret zu äussern. Um beim Beispiel zu bleiben: Er kann jetzt Ihr Anliegen nicht einfach mit dem Satz “Das bildest du dir nur ein” abschmettern.
  • Statt dessen muß er Ihren Lösungsvorschlag annehmen, oder einen anderen bringen. Also etwa “Ich kann nicht früher im Büro Schluss machen, aber vielleicht kann ich mein Squash-Training auf den Morgen verschieben.”

Das richtige Timing für Kritik

Wenn Sie etwas mit Ihrem Partner besprechen wollen, dann achten Sie auf das Timing und zeigen Sie Taktgefühl — besonders wenn es Kritik ist.

  • Beginnen Sie keine Diskussionen, wenn Ihr Partner ohnehin geschafft oder genervt ist, zum Beispiel nach einem hektischen Arbeitstag.
  • Fangen Sie keinen Streit an, wenn Ihr Partner traurig ist, etwa wenn ein Familienmitglied krank oder gestorben ist.
  • Schaffen Sie streitfreie Zonen und Zeiten – das Schlafzimmer und die Zubettgehzeit sollten tabu sein. Denn wer möchte schon mit einem Streit einschlafen.

Den Ehestreit nicht eskalieren lassen

Achten Sie auf die Art, wie Sie mit Ihrem Partner sprechen: Wann wandelt sich die Diskussion zum Streit. Was geht einem Wortgefecht voraus?

  • Sind Sie oder Ihr Partner laut geworden?
  • Haben Sie einen Punkt zum fünften Mal auf den Tisch gebracht, der eigentlich schon ausdiskutiert ist?
  • Fühlen Sie sich in die Enge getrieben?
  • Bestehen Sie darauf, Recht zu haben?

Oft hilft es, in Punkten deutlich nachzugeben oder bestimmte Fragen hinten anzustellen. Letzteres geht allerdings nur in Übereinstimmung mit dem Partner.

Wenn Sie merken, daß Ihnen kein Ausweg bleibt, bitten Sie um eine Auszeit. Denn wenn Sie in die Enge getrieben werden, werden Sie agressiv. Genauso geht es Ihrem Partner. Geben Sie ihm Gelegenheit, eine Diskussion oder einen Streit so zu beenden, daß er oder sie das Gesicht nicht verliert.

Streben Sie nicht die totale Niederlage des Partners an. Streiten Sie konstruktiv, sachlich und bedenken Sie, daß Sie Ihren Partner lieben.

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