So bringen Sie einen tropfenden Wasserhahn zur Ruhe und reparieren ihn

Wenn der Wasserhahn tropft, liegen die Nerven schnell blank. Denn besonders nachts hört man auch das leiseste Plopp des fallenden Wassertropfens. Außerdem kostet das Tropfen des Wasserhahns über die Zeit hinweg unnötig Wasser. In diesem Artikel haben wir eine schnelle erste Hilfe gegen tropfende Wasserhähne und weiter unten eine ausführliche Reparaturanleitung. So können Sie in der nacht den tropfenden Wasserhahn erst einmal ruhig bekommen und dann am nächsten Tag die Dichtungen reparieren.

Wasserhahn tropft: Mit Schnur zum Schweigen bringen

Im Hotel oder zu Hause kann ein tropfender Wasserhahn enorm die Nachtruhe stören. Wenn Sie den Hahn nicht dicht bekommen, hilft dieser Trick als erste Hilfe:

Binden Sie ein dickes Stück Schnur um den Ausguß des Hahns. Dabei sollte die Schnur so anliegen, dass sie die Tropfen aufnimmt und direkt in den Ausguß leitet. Natürlich muss die Schnur lang genug sein.

Falls keine Schnur zur Hand ist können Sie auch einen Spülschwamm oder ein Kleidungsstück in das Waschbecken legen, das nass werden darf. Der Stoff fängt die fallenden Tropfen auf und verhindert zumindest das laute Platschen.

Wasserhahn nicht zu fest zudrehen

Einen Wasserhahn sollten Sie nicht zu fest zudrehen. Abgesehen davon, dass andere ihn dann vielleicht nicht mehr aufbekommen, schaden Sie möglicherweise den Dichtungen. Das Resultat: Der Hahn fängt an zu tropfen und Sie müssen noch fester zudrehen.

Drehen Sie den Hahn immer gerade so weit zu, dass kein Wasser mehr kommt und dass es nicht tropft.

So reparieren Sie einen tropfenden Wasserhahn

Spätestens dann, wenn Sie Ihren Wasserhahn (der Fachmann sagt „Ventil“ dazu) immer fester zudrehen müssen, damit er nicht dauernd tropft, wird’s Zeit, etwas zu unternehmen. Übersehen Sie diese Warnzeichen, dann ist entweder eine aufwändigere Reparatur fällig oder schlimmstenfalls muss das gesamte Ventil ausgetauscht werden.

  1. Sperren Sie zuerst die Wasserzufuhr zum Ventil. Wenn es sich um ein Waschtisch- oder Küchenspülen-Ventil handelt, so drehen Sie das darunter befindliche „Eckventil“ zu, das aus der Wand kommt.
  2. Finden Sie zwei Eckventile, so schließen Sie beide (wenn Sie sich schon an die Arbeit machen, dann sollten Sie sowohl den Kalt- wie auch den Warmwasserteil abdichten). Geht es um einen Wannen- oder Duschzulauf, so schließen Sie die zentralen Unterputz-Sperrventile für die gesamte Wohnung; diese befinden sich in der Regel im Badezimmer. Bewohnen Sie ein eigenes Haus, dann können Sie natürlich auch das Absperrventil bei der Wasseruhr abdrehen.
    Wasserhahn zerlegt
    Wasserhahn zerlegt
  3. Öffnen Sie nun die Drehgriffe um mindestens eine halbe Drehung, um den eventuell noch vorhandenen Überdruck abzubauen. Dann nehmen Sie die Griffe ab, was meist durch beherztes Ziehen gelingt. Jetzt liegt das Ventiloberteil frei. Es ist an seiner Oberseite mit einem Sechskant versehen, an dem Sie entweder einen passenden Schlüssel oder eine entsprechende Zange (Sanitär- oder Wasserpumpenzange) ansetzen können. Ein kleiner Ruck entgegen dem Uhrzeigersinn und das Ventiloberteil ist gelöst. Es kann dann leicht mit der Hand herausgedreht werden.
    Wasserhahn-Oberteil
    Wasserhahn-Oberteil
  4. An seiner Unterseite sehen Sie die Dichtung, ein Gummiplättchen , das mittels einer Mutter (meistens ist es eine Hutmutter)auf einer Metallscheibe mit hochgezogenem Rand befestigt ist. Lösen Sie diese Mutter und heben Sie die Dichtung aus ihrer Lagerstätte. Ein kleiner Schraubendreher kann dabei gute Dienste leisten.
  5. Wenn Sie die Dichtung umdrehen und feststellen, dass sie auf dieser Seite im Gegensatz zur Vorderseite noch planeben ist, dann können Sie sie mit der „guten“ Seite nach vorne gleich wieder einsetzen. Ist die Rückseite aber ebenfalls schon deformiert, dann müssen Sie eine neue Dichtung besorgen. Die kriegen Sie in jedem Sanitär-Fachgeschäft oder auch im Baumarkt.

So bauen Sie den Wasserhahn wieder zusammen

Der Zusammenbau geht natürlich genau in umgekehrter Reihenfolge. Also:

Dichtplatte festschrauben / Ventiloberteil vorsichtig von Hand einschrauben und zum Schluss handfest anziehen / Handgriff aufstecken / Ventil zudrehen / Wasserzufuhr wieder aufdrehen. Das war’s – viel Erfolg!

Hinweis: Dieser Tipp ist nicht für so genannte „Einhebelmischer“ gedacht, sondern nur für „normale“ Wasserhähne mit Drehgriffen!

Wenn der Austausch der Dichtung nicht mehr hilft

Hat man dem Warnzeichen „tropfender Wasserhahn“ für längere Zeit keine Beachtung geschenkt und nicht die Dichtung ausgewechselt, dann wird man um das Nachfräsen des so genannten Ventilsitzes nicht herumkommen.

Als zusätzliches Werkzeug benötigen Sie einen „Ventilsitz-Fräsersatz“, den Sie im Baumarkt erhalten. Der kostet zwar ein paar EURO, aber bei weitem nicht so viel, wie Sie für den Einsatz eines Sanitärspezialisten bezahlen müssten. Und – den Satz haben Sie ein Leben lang!

Wasserhahn-Ventilfräse
Wasserhahn-Ventilfräse
  1. Ist das Ventiloberteil abgenommen und die Ventildichtung ausgetauscht, geht es an den so genannten Ventilsitz. Wenn Sie in das Ventilunterteil schauen (ggf. Taschenlampe zur Hilfe nehmen), sehen Sie ein Loch, umgeben von einem leicht erhabenen Metallring. Durch das Loch kommt das Wasser und auf den Ring drückt die Ventildichtung im geschlossenen Zustand und sperrt die Wasserzufuhr. Durch das stetige Tropfen hat das Wasser in den Ventilsitz feine Kanäle gegraben, die es nun zu egalisieren gilt.
  2. Dazu verwenden Sie den Ventilsitz-Fräsersatz. „Satz“ deswegen, weil er variabel für unterschiedliche Ventilgrößen einsetzbar ist. Zunächst suchen Sie den zum Ventilsitz passenden Fräskopf heraus. Dies ist eine silberne Metallscheibe, die in der Mitte ein Gewindeloch hat und auf einer der flachen Seiten zentrisch angeordnete Rippen. Diesen Fräskopf schrauben Sie von Hand auf das Gewinde der Stange, die dem Handrad des Fräsers gegenüber liegt.
  3. Nun setzen Sie das Messing-Mittelteil des Fräsers vorsichtig am Gewindeunterteil an und drehen es von Hand fest. Jetzt versuchen Sie, das Handrad im Uhrzeigersinn zu drehen. Es sollte ein spürbarer Widerstand zu bemerken sein. Den zum Drehen notwendigen Kraftaufwand können Sie mit der Gewindehülse, die oben am Mittelteil eingeschraubt ist, regulieren.
  4. Nachdem Sie einige Umdrehungen gemacht haben, nehmen Sie den Fräser aus dem Ventilunterteil und inspizieren den Ventilsitz. Vermutlich sehen Sie einen blank gefrästen Kreis (eben den Ventilsitz), der von einigen dunklen Fäden durchzogen ist. Das sind die Reste von Wasserkanälen und die müssen noch weg. Also müssen Sie nochmals nachfräsen, bis der Ventilsitz makellos blank ist.
  5. Das, was Sie an Material durch das Fräsen abgetragen haben, liegt jetzt natürlich noch im Ventil-Unterteil. Am Einfachsten bekommen Sie die Späne dadurch heraus, dass Sie das Absperr-Ventil ganz sachte öffnen und sie so mit dem heraussprudelnden Wasser ausspülen. Machen Sie dies möglichst sorgfältig, weil auch ein kleiner im Ventil verbleibender Metallspan zu erneuten Undichtigkeiten führen kann.
  6. Der Zusammenbau erfolgt natürlich wieder in umgekehrter Reihenfolge bzw. gemäß dem Tipp „Wasserhahn tropft – so können Sie ihn abdichten“.

Hinweis:

Dieser Tipp ist nicht für sogenannte „Einhebelmischer“ geeignet, sondern nur für Wasserhähne mit Drehgriffen!

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