So können Sie tote Akkus wiederbeleben

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Akzeptiert ein Ladegerät einen tiefentladenen Akku nicht, müssen Sie ihn nicht entsorgen. Denn mit einem Trick können Sie den Akku oft wiederbeleben, indem Sie ihm ein wenig Energie zuführen.

Akkus wiederbeleben –  so geht´s

  1. Sie brauchen dazu ein Netzteil oder eine andere Gleichstromquelle, die nicht wesentlich mehr Spannung erzeugt, als die Nennspannung des Akkus. Gut geeignet ist zum Beispiel ein vollgeladener Akku der gleichen Bauart.
  2. Verbinden Sie den Minuspol des Starthelfers mit dem des Akkus und schließen Sie den Stromkreis mit der Verbindung der beiden Pluspole.

    Akku wiederbeleben
    So geht es am einfachsten: Beide Zellen stehen auf einer Unterlage aus Metall. Dann brauchen Sie nur noch die Pluspole verbinden.
  3. Dabei genügt es meist, wenn Sie die Verbindung nur einige Sekunden lang aufrecht erhalten.
  4. Wiederholen Sie diesen Stromschub einige Male.
  5. Setzen Sie den Akku wieder in das Ladegerät  ein.
  6. Nun kann das Ladegerät zumindest einen kleine Spannung im Akku messen und wird mit dem Laden beginnen.
  7. Klappt es nicht bei ersten mal, wiederholen Sie den Vorgang.
  8. Wenn der Akku insgesamt vielleicht eine Minute an der Stromquelle angeschlossen war und das Ladegerät ihn immer noch nicht akzeptiert, dann ist er wahrscheinlich wirklich defekt oder überaltert.

Die Methode, den Stromspeicher ein wenig „fremdzuladen“, damit ihn ein hochwertiges Ladegerät akzeptiert, klappt sowohl mit NiCad als auch mit normalen NiMH-Akkus oder NiMH-Akkus mit geringer Selbstentladung (wie etwa Eneloop-Zellen). Nur bei LiPo- und LiIo-Akkus sollten Sie den Trick nicht anwenden, denn diese Zellen sind einfach zu gefährlich dafür. Bei falscher Behandlung können Sie explodieren.

Verschiedene Akkus
Das Wiederbeleben klappt mit allen üblichen Einzelzellen, egal ob NiCad oder NiMh.
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Oft hilft ein altes Ladegerät

Haben Sie zuhause noch ein altes Ladegerät, ohne Eigenintelligenz, dann können Sie den problematischen Akku auch dort einige Minuten einlegen. Es wird dann den tiefentladenen Akku soweit flott machen, dass das sensiblere neue Gerät den Akku „schluckt“.

Nur sollten Sie den Akku nicht über Stunden darin lassen. Denn die fehlende oder zumindest unzulängliche Erkennung des vollen Ladezustands schadet Ihrem Akku.

Lesen Sie hier, wie Sie im Haushalt Strom sparen können.

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Markus Schraudolph

Markus ist IT-Fachjournalist der ersten Stunde. Seine ersten Texte veröffentlichte er 1987 beim legendären Markt&Technik-Verlag. Seine Spezialität sind Datenbanken und Microsoft Excel. Als PHP-Experte programmierte Markus maßgeblich die erste Version des Tippscout und ist anerkannter Experte für PHP, MySQL und Wordpress.

16 Gedanken zu „So können Sie tote Akkus wiederbeleben“

  1. So können auch Sie die Wiederbelebungsprozedur vermeiden:
    Alle Akkus geladen lagern!
    Nichtnutzung vermeiden. Selbstentladung beachten und bei Bedarf aufladen. Niedrige Ladeströme verwenden.
    Wiederbelebte Akku bitte nicht mit neuen verwenden und sanft belasten. Nicht gleich im Digitalkamera, Blitzgerät, Funkgerät oder motorisierten Gerät verwenden. Ziehen Sie bitte nicht letzte mAh aus dem Akku.

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  2. Habe neuwertige Li-Ion-Akkus, die keine Spannung mehr anzeigen- sie wurden ausversehen tiefentladen- wie bekomme ich diese wieder aktiviert ?

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    • Hallo,
      Sie bekommen sie mit der gleichen Methode wieder reaktiviert. Ich habe den Vorgang als sogenanntes „Schocken“ kennengelernt. Dabei wird eine deutlich höhere Spannung als die Nennspannung des Akkus verwendet. Ca. 50% höher. Bei einem Li-Io-Akku mit 3,6V Nennspannung also ca. 5-6 Volt.
      Gleichzeitig darf diese Schockspannung nur einige wenige Sekunden angelegt werden. Drei Sekunden in etwa.
      Der Akku sollte dann zügig an ein normales Ladegerät angeschlossen werden, da ein tiefentladener Akku die durch das Schocken hinzugefügte Energie schnell wieder verliert.
      Ist mit dem Schocken ein Anheben der Akkuspannung auf die Entladeschlussspannung von 2,7V (manchmal auch 2,5V) gelungen, wird der Akku von der Ladeelektronik erkannt und aufgeladen.

      Dieser brachiale Vorgang birgt insbesondere bei Litihium-Akkus Risiken. Der Akku kann überhitzen, ausgasen und sogar explosionsartig entflammen. Man sollte also Vorkehrungen treffen, einen heißwerdenden Akku schnell in ein feuerfestes Behältnis werfen zu können – wobei ein Lithium-Akku auch nicht hart aufschlagen darf!

      Hat der erste Schockversuch nicht gefruchtet, den Akku ein paar Sekunden zum Abkühlen geben und dann wieder drei Sekunden an die Schockspannung dran. Ggf. noch ein drittes Mal.
      Haben Sie einen Multimeter, messen Sie mal die Spannung des Akkus nach einem Schockvorgang. Ist die Spannung bei ca. 0,1V, ist wirklich von einem defekten Akku auszugehen.

      Ist eine höhere Spannung messbar – z.B. 0,7V (was immernoch zuwenig ist) – prüfen Sie, ob diese Spannung mit mehreren Schockversuchen ansteigt. So können Sie den Akku vorsichtig auf 2,7V hochpäppeln. Bleiben Sie jedoch bei kurzen Stromschüben mit dazwischenliegenden Abkühlungspausen und achten Sie auf eine etwaige Erwärmung des Akkus. Nach wie vor besteht die Gefahr, dass der Akku explodiert.

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    • Gar nicht, die müssen entsorgt werden, da die ab diesem Zeitpunkt unberechenbar sind und spontan brennen /explodieren können.
      Daher schalten Akkupacks den Akku in so einem Fall komplett ab, damit er nicht mehr benutzt werden kann

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  3. Achtung! Für alle, die hier landen:
    Akkus wie der oben genannte Husqvarna Bli20 und auch aktuelle Kameraakkus sind Li-Ion-Akkus. Bei diesen starten durch Tiefentladung irreversible chemische Prozesse, die die Zelle intern kurzschließen können. Wenn man so einen Akku wieder lädt, wird es feuergefährlich! Und weil oft Rundzellen mit Metallhüllen in den Akkupacks stecken, können sie auch explodieren. Ich kenne aus einem Forum Schauergeschichten von explodierenden Taschenlampen. Dieser Wiederbelebungstrick sollte wirklich nur bei NiCd und NiMH angewendet werden.

    Es gibt Li-Ion-Akkus mit eingebauter Schutzschaltung, die bei tiefer Entladung die Zelle von den Kontakten trennt. Der Akku zeigt dann nach außen 0 V an, aber die Zelle ist noch in Ordnung. So eine Schutzschaltung kann dann von einem kompatiblen Lader wieder entsperrt werden. Aber das kenne ich bisher nur bei Einzel-Rundzellen à la 18650. Ich weiß nicht, wie es bei proprietären Akkuformaten für Kameras und Werkzeugen ist. Die Einzelzellen im Inneren werden definitiv ungeschützt sein. Eventuell macht das die Ladeelektronik im Akkupack-Gehäuse.

    Ich hatte selber gerade einen „toten“ Akku in einer Wetterstation und weil ich das so lange nicht mehr bei einem NiMH hatte, musste ich erstmal im Internet gucken, ob man den retten kann. So kam ich hier her.

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  4. Hallo NiMH-Users

    Könnte man diese Technik auch für einen NiMH-Akkupack (3 Knopfzellen mit je 1,2V und 30mAh) wie anwenden? Dieser NiMH-Akkupack ist ein RTC-Chip (Real Time Clock) für ein Laptop.

    Danke im Voraus für eine hilfreiche Antwort.

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  5. Funktioniert aus super mit Lipos. Trotz 0V habe ich sie so wieder auf eine ladefähige Spannung gebracht. Ein Test hat nachher die 2800 mAh ergeben. Also noch ziemlich guter Zustand trotz Tiefenendladung.

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  6. Moin …,
    wieder etwas dazu gelernt wie man schwache Accus wiederbeleben kann. Da werde ich meine Schublade erst mal aussortieren. 🙂
    Ich bin durch die Suche nach Flugzeug-Akkus auf die Seite gekommen. Habe selbst eine alte 24V Nickel-Cadmium Batterie mit 20 Zellen zu je 1,2V 45 AH von VARTA die ich gerne wieder aktivieren möchte. Nur habe ich bis jetzt noch keine brauchbare Anleitung gefunden.
    LG Norpu

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  7. Cool, das funktioniert ausgezeichnet! Danke.
    Warum hat Varta diesen Trick nicht gleich selbst im User Guide für das Modul 57662 eingefügt? 😉

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  8. …habe es mit einem 18 V Akku für ein Gartengerät versucht. Nach der Wiederbelebung mit einem baugleichen Akku wird er im Ladegerät wieder normal geladen. Vielen Dank für den Tipp.

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  9. Habe mit meinem Schrauber mit der Unterseite des Akkukasten etwas auf eine Schraube geklopft. Aus macht keinen Mucks mehr.
    Akku war noch geladen und reagiert auch nicht auf das Ladegerät.
    Wer hat einen Tipp?

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  10. mein nagelneuer Husqvarna Akku BLi20 hatte sich tief entladen und konnte nicht mehr geladen werden. Habe den den Akku für 5 sec. mit Akku vom Rasenmäher verbunden (hat ebenfalls 36V). Danach hat das Ladegerät den Akku wieder erkannt und lädt ganz normal.
    Danke für den Tipp!

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  11. hallo! genial, hatte einen toten akku für meine nikon d70s, konnte ncht mehr geladen werden… durch diesen trick gehts wieder, hab die kamera heute ausgiebig getestet, mit blitz, akuu noch immer voll! danke…

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