Läusealarm: So werden Sie Kopfläuse wieder los

Tippscout-Redaktion, Stand: 18.12.2013  Tipp druckenDrucken Symbol Kommentare 2 Kommentare

Kopfläuse sind in Kindergärten und Schulen wieder ein häufiges Problem geworden. Oft gibt es wochenlang hintereinander immer wieder Läusealarm.

Das sollten Sie über Läusebefall wissen

  • Läuse sind kein Hygieneproblem, sie fühlen sich in ungewaschenen Haaren so wohl wie in gewaschenen.
  • Läuse sind hochgradig spezialisiert. Menschliche Kopfläuse kommen nur in menschlicher Kopfbehaarung vor, nirgends sonst. Haustiere können keine Kopfläuse übertragen.
  • Um Läuse in Gemeinschaftseinrichtungen nachhaltig zu bekämpfen, müssen alle Eltern mitmachen und zwar gleichzeitig. Es nützt nichts, wenn die einen am Montag entlausen, die nächsten am Dienstag und die übernächsten vielleicht erst am Wochenende.

Zubehör für den erfolgreichen Kampf gegen die Läuseplage

Normaler Kamm zum ersten Durchkämmen der Haare bevor Sie mit dem Läusekamm loslegen

Läusekamm möglichst helle Farbe um Läuse zu erkennen und mit sehr feinen Zinken

Küchenrolle zum Abwischen des Läusekamms bei der Läusesuche

Haarspülung/Conditioner

Lupe zumindest beim ersten Mal, bis Sie Läuse auch mit bloßem Auge sicher erkennen

Läusemittel

Viel Geduld, eine spannende Hör-CD, Gummibärchen und Taschentücher gegen die Tränen bei dem ewigen Geziepe mit dem Läusekamm

Eventuell Nissenkamm, wenn Sie bei der Zweitbehandlung noch genug Geduld haben auch noch die toten Nissen zu entfernen

So erkennen Sie einen Kopflaus-Befall

Kopflauese und Nissen

Die kleine Läusekontrolle

Für den ersten Check nach Läusealarm halten Sie Ausschau nach Nissen, also den Eiern einer Laus. Nissen sehen aus wie kleine weiße Krümelchen oder Sandkörner und kleben bevorzugt im Bereich hinter den Ohren oder im Nacken dicht an der Kopfhaut an den Haaren.

Doch Vorsicht, eine sichere Diagnose ist so nicht möglich denn oft werden die Nissen übersehen und umgekehrt sind nicht alles was man findet auch Nissen. Häufig werden sie mit Schuppen und sonstigen Ablagerungen im Haar verwechselt.

Zudem kann man an den Nissen selbst nicht erkennen, ob sie schon abgestorben und aus einem früheren Befall im Haar verblieben sind oder ob sie gerade frisch abgelegt sind. Lediglich der Abstand von der Kopfhaut gibt einen Hinweis, denn lebende Nissen sind kleben sehr dicht an der Kopfhaut wo es schön warm ist.

Die große Läusekontrolle

Kopfläuse sind ein lichtscheues und sehr flinkes Gesindel. Es ist daher nur schwer möglich, eine lebende Laus auf dem Kopf tatsächlich zu Gesicht zu bekommen.

Um dennoch einen Läusebefall sicher diagnostizieren zu können, waschen Sie das Haar gründlich durch und reiben anschließend eine größere Menge einer schäumenden Pflegespülung ein die Sie nicht mehr ausspülen.

Diese Pflegespülung erleichtert nicht nur das anschließende Durchkämmen, sondern hindert auch noch die Läuse am Fortlaufen. Vom Schaum gelähmt, können sie so leicht ausgekämmt werden.

Scheiteln Sie die Haare in der Mitte und nehmen Sie sich dann systematisch eine kleine Haarsträhne nach der anderen vor. Beginnen Sie mit dem Auskämmen jeweils ganz dicht an der Kopfhaut und kämmen Sie die
Strähne komplett durch.

Den Schaum der jeweils am Kamm hängen bleibt, streifen Sie nach jedem Kämmen auf einem hellen Küchentuch ab und inspizieren Sie ihn genau nach Läusen.

Wenn Sie Zweifel daran haben, ob das, was sie sehen, eine Laus ist, hilft folgender Trick: Befreien Sie das Ding aus dem Schaum und halten Sie ein Haar hin. Wenn es sich an dem Haar festklammert und daran entlang kriecht, haben Sie eine Laus gefunden.

So werden Sie Läuse wieder los

Nur mit Fleiß aber ohne Läusemittel

Wollen Sie auf spezielle Läusemittel verzichten, können Sie versuchen, durch ständiges Waschen und Auskämmen der Haare die Läuse vollständig zu eliminieren. Sie wiederholen das Waschen und Auskämmen so lange (mindestens 10 Tage lang = ein Lebenszyklus einer Laus), bis Sie keine Läuse mehr finden. Läusekämme - beispielsweise den Bug Buster Kit oder den Nisska-Kamm - erhalten Sie in der Apotheke.

Mit speziellen Präparaten gegen die Läuseplage

Es gibt viele unterschiedliche Läusemittel, die auf chemische oder physikalische Weise den Läusen zu Leibe rücken. Die meisten Läusemittel sind nichts weiter als Insektengifte, zur Verbesserung ihrer Wirksamkeit meist angereichert mit anderen Wirkstoffen. Die Mittel wirken neurotoxisch, das heißt, sie greifen das Nervensystem der Läuse an und töten sie damit ab.

Mittel wie EtoPril, Jacutin Pedicul Fluid oder Nyda L beinhalten Silikonöl, welches die Atemwege der Laus verstopft und sie damit abtötet. Da sie keine Insektengifte enthalten, geben manche Eltern ihnen den
Vorzug.

Die Packungsbeilagen der Mittel zeigen an, wie oft eine Behandlung erfolgen muss. In jedem Fall ist es nötig, die Behandlung mit dem Läusemittel am 8. bis 10. Tag nach der Erstbehandlung zu wiederholen, um
auch aus später gelegten Eiern geschlüpfte Läuse nachhaltig zu bekämpfen.

Diese Maßnahmen sind bei der Läusebekämpfung überflüssig

Elektrische Läusekämme: Findige Hersteller haben elektrische Läusekämme auf den Markt gebracht. Diese Kämme sind relativ teuer und zeigen keine bessere Wirkung als herkömmliche Läusekämme.

Spezielle Waschmittel und Läuseabwehrsprays: Versprechen in der Regel auch mehr, als sie halten können.

Häufiger Haare waschen: Damit haben Sie allenfalls schön saubere Läuse auf dem Kopf.

Sauna und Fönen: Auch die Hitze, der man sich bei einem Saunabesuch aussetzt oder ausgiebiges Fönen, können Läuse nicht töten.

Kaisernatron und andere Hausmittel: Die Wirksamkeit von Hausmitteln konnte noch nie nachgewiesen werden.

Kleidung, Bettwäsche, Stofftiere waschen oder einfrieren: Sparen Sie sich die Arbeit und schonen Sie Ihre Nerven für das stundenlange Kämmen. Denn es wird zwar oft behauptet, bei Lausbefall wäre es unabdingbar, alle Kleidungsstücke und Bettwäsche zu waschen, mit denen der Betroffene in Berührung gekommen ist.

Doch das ist Unsinn - Läuse sind außerhalb des Kopfes nicht lebensfähig. Die Kopflaus findet außerhalb des Kopfes keine Nahrung und stirbt nach spätestens nach 24- 48 Stunden ab. Schicken Sie Kleidung und Stofftiere für 1 bis 2 Tage in Quarantäne, das reicht vollkommen.

Eine Ansteckung erfolgt ohnehin fast ausschließlich von Kopf zu Kopf - selbst, wenn zum Beispiel eine Mütze ausgetauscht wird, ist eine Ansteckung über eine lausbefallene Mütze eher unwahrscheinlich.

Läusefreiheit erkennen

Ob Sie die Läuse erfolgreich bekämpft haben, erkennen Sie am Besten, wenn Sie erneut nach Läusen oder Nissen suchen. Das tun Sie, in dem Sie - wie zur Diagnose - das Haar waschen und hinterher mit dem Läusekamm auskämmen.

Erst, wenn Sie keine Läuse oder Nissen mehr sehen, können Sie davon ausgehen, dass Sie alle Plagegeister los sind.

2 Kommentare

Hallo,
also meine Kinder und auch leider ich sind seit Dezember immer wieder
betroffen, weil es in Schule oder Kita Kinder gibt, die nicht richtig
behandelt werden. Und ich habe sehr wohl Läuse in
Aufbewahrungskörben unsere Haarbürsten gefunden, die waren dort
mind. schon 4 Tage ohne "Futter". Also lieber doch Bettwäsche und Co.
heiß waschen.oder einfrieren.
Gruß C. Reif
[Claudia | 29.04.2014] Antworten

Danke danke diese Seite hat mir sehr geholfen :)
[sina | 02.02.2014] Antworten


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Aktualisiert am: 18.12.2013
Bildnachweis: iStockphoto/Kevin Dyer