So funktionieren Zündkerzen

Foto des Autors

Zündkerzen sind ein zentraler Bestandteil des Benzinmotors, ohne den er nicht funktioniert. Hier lesen Sie, was ihre Aufgabe ist und wieso ein Motor sie braucht.

Die Aufgabe von Zündkerzen

Zündkerzen entzünden das vom Vergaser oder der Einspritzanlage aufbereitete Gemisch aus Benzin und Luft in den Zylinder. Das Benzin-Luft-Gemisch erzeugt nach der Zündung einen stetigen Explosionsdruck, der die Grundlage für den Motorantrieb bildet.

Jeder Zylinder verfügt über eine eigene Zündkerze. Manche Fahrzeuge haben sogar zwei Zündkerzen je Zylinder.

Die Zündkerze produziert zur Entzündung des Gemisches einen Funken. Dieser entsteht an einer oder mehreren Masseelektroden, die sich am Gewinde der Zündkerze befinden.

Im Inneren steckt das notwendige Gegenstück – die Mittelelektrode. Beide werden durch den weißen Isolator aus Keramik voneinander getrennt. Der Funken muss von der Masse- zur Mittelelektrode überspringen um ausreichend Hitze zur Entzündung entstehen zu lassen.

Vier Zuendkerzen - (Foto: iStockphoto/Karl-Friedrich Hohl)
Vier Zündkerzen – (Foto: iStockphoto/Karl-Friedrich Hohl)

Diese Hitze, die ständig im Brennraum des Zylinders herrscht, bewirkt neben der Zündung gleichzeitig einen Selbstreinigungseffekt: Sie sorgt dafür, dass die Zündkerze automatisch von den anfallenden Rückständen der Verbrennung befreit wird und nicht so schnell verschleißt.

Dennoch besteht durch die kontinuierliche Funken- und Hitzebildung ein stärkerer Verschleiß als an den umgebenden Teilen des Motors. Aus diesem Grund wurde die Zündkerze als kleines und einfach austauschbares Einzelteil konzipiert und ist keine fest installierte Komponente des Motors.

Werbung

So finden Sie die richtigen Ersatzkerzen

Nach spätestens 60.000 km sollte bei einem modernen Fahrzeug neue Zündkerzen montiert werden. Hat Ihr Fahrzeug Iridiumkerzen, dann halten die Verschleißteile oft sogar 90.000 km.

Am einfachsten ist es, wenn Sie den selben Typ wieder kaufen oder der Empfehlung im Handbuch folgen. Es gibt auch Produktfinder von  Herstellern wie Beru oder NGK, die bei der Auswahl helfen. Denn es gibt sehr viele Parameter für dieses wichtige Bauteil, die es zu beachten gilt:

Zündkerzen sind mit unterschiedlichen Wärmewerten erhältlich. Der Wert gibt an, wie gut die Kerze Wärme aus dem Motor abführt und muss genau zum Motor passen.

Auch das Gewinde muss natürlich stimmen. Die meisten aktuellen Autos haben ein Gewinde vom Typ M14.

Wichtig ist auch die Länge des Gewindes. Es gibt auch Kerzen mit Halbgewinde, also einer kürzeren Ausführung.

Schließlich ist der Elektrodentyp zu beachten. Wichtig ist, wie weit die Elektrode in den Brennraum hineinragt, aus welchem Material die Elektrode gefertigt ist und wie die Bauform aussieht.

Bedenken Sie: Die Zündkerze darf nicht zu fest eingedreht werden. Der Grund liegt in der Ausdehnung des Materials unter Hitzeeinwirkung: Hat die Zündkerze hier keinen Spielraum mehr um sich auszudehnen, können sowohl sie als auch der Zylinderkopf beschädigt werden.

Aber auch zuwenig Kraft ist falsch, denn hier kann eventuell die Wärme nicht richtig abgeleitet werden oder sogar der Brennraum undicht werden, also Kompressionsverlust entstehen.

Ein guter Richtwert für Auto-Zündkerzen mit M14-Gewinde sind 30 Nm Anzugsdrehmoment.

So erkennen Sie an der Zündkerze, ob der Motor richtig eingestellt ist

Es ist ratsam sich in regelmäßigen Abständen die Farbe der Elektroden Ihrer Zündkerzen anzuschauen, denn sie gibt Aufschluss über den Zustand.

Eine optimal funktionierende Zündkerze weist eine hellbraune Elektrode auf.

Eine hellgraue bis weißliche Färbung deutet auf ein zu mageres Benzin-Luft-Gemisch hin.

Ein zu fettes oder verrußtes Gemisch, zeigt sich durch eine schwarz verfärbte Elektrode.

Bei Zweitaktern gilt dies im Prinzip genauso. Hier kann allerdings ein schwarz-öliges Elektrodenbild darauf hinweisen, dass das Gemisch zuviel Öl enthält. Wenn Sie Ihr Zweitaktgemisch selbst anfertigen können Sie mit unserem Gemischrechner herausfinden, wie Sie das richtige Verhältnis erreichen.

Werbung
Foto des Autors

Martin Goldmann

Martin ist seit 1986 begeistert von Computern und IT. Er arbeitete von 1986 bis 2011 als Autor und Redakteur für diverse Computer-Zeitschriften. Seit 2011 ist Martin Goldmann als Kameramann und Redakteur in der Videoproduktion tätig und hält Video-Schulungen. Doch das Thema Computer hat ihn nie los gelassen. Seine Schwerpunkte hier auf Tippscout.de: Apple-Software, Videoproduktion, Synthesizer.