Disteln bekämpfen – so werden Sie das Unkraut los

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Disteln sind nicht nur stachelig, sondern auch hartnäckig. Wachsen sie im Garten, ist es gar nicht so einfach sie wieder loszuwerden. Lesen Sie jetzt, wie Sie Disteln bekämpfen können.

So werden Sie Disteln los

Disteln wurzeln sehr tief und verbreiten sich schnell. Wenn Sie dem Unkraut zu Leibe rücken wollen, benötigen Sie Geduld. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, die Disteln zu bekämpfen.

Wenn Sie Disteln loswerden wollen, müssen sie diese samt der langen Wurzel entfernen.

Wählen Sie am besten einen Tag, an dem es geregnet hat. Wenn der Boden durchgeweicht ist, lassen sich die Disteln einfacher entfernen, da die Wurzeln weniger Halt in der Erde haben.

Halten Sie außerdem ganzjährig die Augen offen nach keimenden Jungpflänzchen. Denn diese lassen sich noch gut herausziehen und sind damit entfernt.

Größere Pflanzen haben dagegen oft eine tiefreichende Wurzel. Hier genügt es nicht, den grünen oberen Spross abzureißen. Man benutzt ein speziell konstruiertes Werkzeug, den Distelstecher . Das ist ein langes, längsseitig halbrund gebogenes Messer, das neben der Distel in die Erde gestochen wird und die Distelwurzel möglichst tief abschneidet.

Das funktioniert aber leider nicht bei allen Distelsorten. So treibt zum Beispiel die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense) meterlange Seitenwurzeln, die sorgfältig entfernt werden müssen. Generell müssen sehr große Exemplare mit dem Spaten ausgegraben werden.

Aber auch bei noch so sorgfältiger Entfernung der Wurzeln: Es ist normal, dass die Distel trotzdem wieder austreibt. Doch mit dem immer wiederkehrendem Ausreißen und Entfernen der Wurzel kann man die Distel so weit schwächen, dass sie eines Tages eingeht.

Die ausgestochenen Disteln und die Samen gehören nicht auf den Kompost. Dort würde die Pflanze ihre letzten Kräfte umgehend in eine Notblüte mit anschließender Samenproduktion investieren.

Lila blühende Disteln vor einem Rasen - (Foto: iStockphoto/tirc83)
Lila blühende Disteln vor einem Rasen – (Foto: iStockphoto/tirc83)

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Gut zu wissen: Woher kommen die Disteln?

Um neuen Disteln vorzubeugen, ist es hilfreich zu verstehen, wie das Unkraut überhaupt in den Garten kommt. Dazu müssen Sie herausfinden, welche Distelart sich bei Ihnen ausbreitet. Denn viele Disteln verbreiten sich über klettenartige Samen die am Fell von Haustieren oder an der Kleidung von Kindern und Besuchern haften. Entsorgen Sie die gefundenen Klettenbällchen aber bitte im Hausmüll und nicht auf dem Kompost, sonst bieten Sie den Disteln geradezu ideale Wachstumsbedingungen.

Andere Distelsamen finden sich dagegen in Wildvogel-Winterfutter. Gehen die Disteln hauptsächlich in dem Bereich auf, wo im Winter das Vogelfutterhäuschen stand, sollten Sie den Platz für die Winterfütterung im nächsten Jahr auf die Terrasse verlegen und den Platz darunter mit einer Folie abdecken. Auf keinen Fall sollten Sie den unerwünschten Disteln das Blühen erlauben. Denn wieder andere Disteln verbreiten sich mit Hilfe von Flugschirmchen durch die Luft. Diese Distelsamen entfalten schon ihre Flugschirme, während viele andere Blüten an der Pflanze noch blühen. Deshalb sollten Sie auch versuchen, eventuell an Ihren Garten angrenzende Wiesengrundstücke in einem breiten Streifen vor der Distelblüte zu mähen.

Ein Herz für Bienen

Disteln sind stachelig und manch Barfußläufer hat schon schmerzhafte Bekanntschaft mit den stechenden Blättern gemacht. Einmal hinein getreten sind die fast unsichtbaren Stacheln der Distel nur schwer aus der Haut zu bekommen. Dennoch: Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie den Disteln eine kleine Ecke in Ihrem Garten reservieren. Denn Blüten und Blätter sind für viele Insektenarten eine wichtige Nahrungsquelle. So freuen sich zum Beispiel Bienen über Disteln. Das systematische Ausmerzen der Disteln aus unseren Gärten bedeutet für einige Insekten- und Schmetterlingsarten das Aus. So sind zum Beispiel der Distelfalter oder der Kratzdistel-Rüssler auf Disteln zur Ernährung seiner Raupen spezialisiert.

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Was man mit Disteln machen kann

So unnütz, wie die Distel manchem Hobbygärtner erscheint, ist sie gar nicht. So werden Distelpflanzen mit weichen Blättern gerne von Kleintieren gefressen. Ziegen und Esel freuen sich sogar über Disteln mit stechenden Blättern. Selbst für den menschlichen Genuss sind einige Exemplare gut geeignet und stellen eine kulinarische Bereicherung für den Küchenplan dar. Wer die zarten Stiele der Mariendistel (Silybum marianum) oder der Cardy (Cynara cardunculus) schält und kocht, hat ein leckeres Gemüse, das auch noch gesund ist. Die Wurzeln der großen Klette (Arcticum lappa) haben dagegen auch medizinische Bedeutung. Aus ihnen lassen sich Tinkturen und Tees gegen vielerlei Beschwerden herstellen. So werden ihnen zum Beispiel entzündungshemmende und antibiotische Eigenschaften nachgesagt. Vor allem Hautprobleme werden gerne mit Tinkturen der Klette behandelt. Aber auch gegen Magen-Darm-Beschwerden sollen sie helfen, sowie den Blutzucker senken.

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