Richtig löten

Wenn Sie ein Bauteil aus einer Platine austauschen müssen oder ein Kabel abgerissen ist, brauchen Sie einen Lötkolben. Der Umgang damit ist nicht schwierig, wenn Sie ein paar Punkte beachten.

Das brauchen Sie zum Löten

Wichtigstes Instrument ist dabei der Lötkolben. Er muss zur jeweiligen Aufgabe passen. Für feine Arbeiten an Platinen brauchen Sie einen kleinen Lötkolben mit einer Leistung von 20-40 Watt und einer feinen Spitze. Bei zu starken Kolben besteht die Gefahr der Überhitzung von Bauteilen und deren dickere Spitze macht das Arbeiten an den feinen Leiterbahnen einer Platine unmöglich.

Das Lötzinn besteht nicht nur aus dem Zinn selbst. Im Inneren enthält es Zusatzstoffe, damit das Zinn besser von Metall angenommen wird, ein so genanntes Flußmittel. Es gibt Lötzinn in verschiedenen Stärken. Eine Dicke von 1,0mm ist für Elektronikarbeiten sinnvoll.

Damit der Lötkolben beim Ablegen keine Brandstellen hinterläßt und sich abperlendes Lötzinn nicht in die Arbeitsfläche schmilzt, brauchen Sie eine temperaturfeste Unterlage und am besten einen Ständer für den Kolben.

Bei einer Lötstation ist so ein Ständer gleich Teil des Geräts.

Lötstation - (Foto: Markus Schraudolph)
Lötstation – (Foto: Markus Schraudolph)

So löten Sie richtig

  1. Prüfen Sie mittels Lötzinn, ob der Kolben genügend heiss ist. Das Zinn sollte sofort zu schmelzen beginnen.
  2. Bevor Sie den Lötkolben an Ihre Bauteile halten, ist es wichtig, sie gleich in ihre gewünschte Position zu bringen und am besten zu fixieren. Damit vermindern Sie die Zeit, in der die Hitze wirkt und schonen Ihre Nerven.
  3. Berühren Sie die zu verbindenden Zeile möglichst alle mit der Spitze des Lötkolbens.
  4. Halten Sie dazu noch das Lötzinn daran.
  5. Schmilzt das Lötzinn und ein genügend großer Tropfen hat sich gebildet, gehen Sie der Spitze und Zinn weg von der Lötstelle.
Lötstelle - (Foto: Markus Schraudolph)
Lötstelle – (Foto: Markus Schraudolph)

Auch wenn die Stelle nun fertig aussieht, lauern zwei Gefahren, die Sie erst mit ein wenig Übung beurteilen können.

Fehlerquellen beim Löten

Fehlende Benetzung

Es kann sein, dass zwar Lötzinn an der Lötstelle liegt, aber die Teile nicht wirklich verbunden wurden. Das Lötzinn muss richtig eingedrungen sein und sämtliche Oberflächen benetzt haben. Ähnelt bei einer Platine die Lötstelle eher einem abperlenden Wassertropfen, der kurz vor dem Platzen ist, kam es wahrscheinlich zu keiner Benetzung. Halten Sie dann die Spitze alleine an die Stelle und lassen das Lot nochmals schmelzen. Kommt es dann zu einer sichtbaren Entspannung, weil das Zinn noch weiter geflossen ist, haben Sie das Problem gelöst. Wie gesagt, bekommt man diese Sache mit steigender Erfahrung besser ins Gefühl.

Kalte Lötstelle

Wird das Lötzinn nicht richtig heiss, ist es nur zäh und nicht flüssig. Auch hierbei kommt es zu schlechter Benetzung und damit fehlendem Kontakt. Das passiert vor allem, wenn es sich um ein Bauteil handelt, das viel Masse hat und für das der Kolben eigentlich zu schwach ist. Sie erkennen einen kalte Lötstelle an dem fehlenden Glanz. Wirken die anderen Stellen wie verspiegelt, sind kalte Lötstellen sehr matt.

Hier hilft es, den Lötkolben kurze Zeit in Ruhe zu lassen, damit er sich wieder erwärmen kann und die Stelle nochmals aufzuheizen. Eventuell kann ein größerer Kolben dem Problem abhelfen.

Alte Entlötlitze reaktivieren

Wer als Elektronik-Bastler Bauteile von einer Platine entfernen will, der braucht entweder eine Entlötpumpe oder eine Lötsauglitze. Letztere besteht aus feinem Kupfergeflecht, das durch die Kapillarwirkung das flüssig gemachte Lötzinn einer Lötstelle aufnimmt, so dass man das jeweilige Bauteil problemlos entfernen kann.

Entloetlitze bei der Arbeit - (Foto: Markus Schraudolph)
Entloetlitze bei der Arbeit – (Foto: Markus Schraudolph)

Wenn so eine Litze allerdings einige Zeit lagert, korrodiert das Kupfer und mit der Saugwirkung ist es dahin. Am besten wäre es dann, eine neue Rolle davon zu kaufen. Mit einem Trick können Sie die Funktion aber größtenteils wieder herstellen.

Dazu benötigen Sie ein Lötflussmittel, wie Lötwasser oder Kolophonium.

Geben Sie etwas davon auf die Litze. Auf keinen Fall die Litze in der Flüssigkeit tränken. Das wäre zuviel des Mittels.

Beim nächsten Kontakt mit dem heissen Lötkolben wird die Litze ein wenig dampfen. Danach saugt sie aber wieder deutlich besser.

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