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 18.12.2015

Beim Pflanzen von Orchideen gibt es eine Menge zu beachten, damit sich die Pflanzen dauerhaft wohlfühlen und gut gedeihen.

Pflanzgefäße

Früher waren Pflanzgefäße für Orchideen ausschließlich aus Ton, da dieser luft- und wasserdurchlässig ist. Die Gefäße hatten seitliche Löcher und waren teilweise besonders hoch, um Orchideen mit raschem Wurzelwachstum genügend Platz zu ermöglichen.

Der Tontopf bringt jedoch einige Nachteile mit sich. So wird zum einen beständig Feuchtigkeit nach außen verdunstet, es kommt zu Kältebildung, und es lagern sich Salze am Topfrand ab, die die empfindlichen Wurzeln schädigen können.

Ein Topf aus Kunststoff dagegen ist leicht zu reinigen und erspart Gießwasser, da keine Feuchtigkeit über den Topf abgegeben werden kann.

Hier ist nur das geringe Eigengewicht des Topfes von Nachteil, da ein Gefäß aus Kunststoff sehr leicht ist und schnell umkippen kann. Um ein Umfallen zu verhindern, können zur Beschwerung Kieselsteine auf den Boden des Topfes gelegt werden.

Auch ist zu beachten, dass epiphytische Orchideen flache Behältnisse bevorzugen, in denen sie ihre Wurzeln waagerecht ausbreiten können. Da flache Gefäße aus Kunststoff nur schwer zu finden sind, empfiehlt es sich, auf Ampeltöpfe zurückzugreifen, die in der Regel flach sind und mit ausreichender Drainage aus Styropor hervorragende Pflanzbehältnisse für Orchideen bilden.

Auch Schalen, Körbe oder Töpfe aus Korkeichenrinde sind gut geeignete und zudem sehr dekorative Pflanzgefäße.

Das Pflanzsubstrat

Orchideen bevorzugen ein lockeres, luftdurchlässiges und dennoch wasserhaltendes Gemisch, das kaum Salze enthält und nur leicht sauer ist.

Einen Pflanzstoff, in dem sich alle Orchideen gleichermaßen wohlfühlen, gibt es noch nicht, aber die speziellen, für Orchideen entwickelten Substrate vom Fachhändler decken den Bedarf der meisten Orchideenarten weitgehend ab.

Sie bestehen aus Torf, Styropor, Rinde und einigen nährenden Zusätzen. Hier sind Vergleiche anzuraten, da die Pflanzerde nicht zu viel Torf enthalten sollte. Besonders empfehlenswert ist eine Beimischung von Blähton, da er Feuchtigkeit, Sauerstoff und Nährstoffe hält, aber dennoch in seiner Struktur stabil bleibt.

Das Pflanzen

Orchideen dürfen nur alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden und zwar immer mit Erscheinen des neuen Triebes und niemals während der Blütezeit.

Drei Tage vor dem Umpflanzen sollte die Orchidee kräftig gegossen und gegebenenfalls gedüngt werden.

Die Pflanze vorsichtig aus dem alten Gefäß lösen, alte Pflanzstoffreste sowie alle beschädigten und faulen Wurzelteile behutsam entfernen.

Da einige der Wurzeln Nährstoffe aus der Luft aufnehmen, dürfen nicht alle Wurzeln mit Substrat bedeckt werden, sonst faulen sie ab und die Pflanze könnte eingehen. Die umgetopfte Orchidee erst angießen, wenn der Pflanzstoff trocken ist.

Orchideen kommen von Natur aus mit wenig Nährstoffen aus. Die Urwaldpflanzen wachsen ursprünglich auf Bäumen, wo sie zwar mehr Licht, aber weniger Nährstoffe als am Boden bekommen. All ihre Nährstoffe bezieht die Urwaldpflanze aus dem Regenwasser.

Daher sind Orchideen sehr empfindlich gegen hohe Düngegaben. Die Wurzeln sterben schnell ab, wenn sie zu viel Salze zugeführt bekommen. Um dies zu vermeiden, gibt es eine einfache Faustregel: Wenn sich an der Pflanze ein neuer Trieb oder ein neues Blatt bildet, sollten Sie düngen.

Ohne Wachstum keine Düngung

So lange die Orchidee kein Wachstum zeigt, muss sie auch nicht gedüngt werden. Die meisten Orchideen haben ihre Wachtumsphase von Frühjahr bis Herbst, weshalb Sie in diesem Zeitraum alle zwei bis vier Wochen etwas Dünger geben können.

Damit überschüssige Salzreste ausgepült werden können, ist es wichtig, zwischendurch immer mit klarem Wasser zu gießen.

Weiße Orchideenblüten mit lila Zeichnung

Wie viel sollte gedüngt werden?

Auf den Verpackungen der meisten Düngemittel steht, in welchem Verhältnis man Düngemittel zum Gießwasser geben sollte. Diese Angabe dürfen Sie nie überschreiten, denn dann überdüngen Sie Ihre Orchidee!

Im Gegenteil, oft ist es angebracht, die angegebene Konzentration zu halbieren, um Ihrer Pflanze schonend und langsam, aber stetig die Nährstoffe zuzuführen, die sie braucht. An diese Situation ist sie perfekt angepasst.

Nach erstmaliger Düngung zu Beginn des Wachstumsyzklus wird die Düngemenge langsam über mehrere Wochen hinweg gesteigert.

Man kann entweder grundsätzlich einen Orchideenvolldünger verwenden oder Dünger mit verschiedenen Nährstoffzusammensetzungen.

In der Wachstumsphase sollte ein Dünger verwendet werden, der einen hohen Anteil an Stickstoff enthält, da dieser Stoff die Blattbildung unterstützt.

Kurz vor Ende der Wachtumsphase sollten Sie auf einen Phosphor-betonten Dünger umsteigen. Phosphor fördert die Blütenbildung. Dies ist aber nur sinnvoll, solange sich noch keine Blüte gebildet hat.

In der Ruhephase sollten Sie Ihre Orchidee überhaupt nicht düngen.

Welchen Dünger für Orchideen nehmen?

Im Fachhandel sind viele Dünger erhältlich, die speziell für Orchideen entwickelt sind. Am besten bleiben Sie bei diesen Düngern und verzichten auf Sorten, die nicht für Orchideen ausgezeichnet sind.

Die Dünger bestehen aus Salzen, hauptsächlich Phosphor, Stickstoff, Calcium, Kalium und Magnesium. Die Nährstoffe sind in verschiedenen Anteilen im Dünger enthalten. Je nach Orchideensorte und Wachstumszeit können Sie so den Dünger genau auf den Bedarf Ihrer Pflanze abstimmen.

Eine besonders schonende Düngung bieten Chelat-Dünger: Die Salze darin sind von organischen Molekülen umgeben. Natürliche Dünger wie Dung oder Holzspäne werden für Orchideen so gut wie gar nicht verwendet, da ihre genaue Zusammensetzung nicht bekannt ist und die Nährstoffe der Pflanze nicht direkt zur Verfügung stehen.




Aktualisiert am: 18.12.2015
Bildnachweis: Martin Goldmann, iStockphoto/Chanyut Sribua-rawd