Ein schöner gepflegter Rasen ist das Aushängeschild für jeden Gartenbesitzer. Ein solcher Rasen entsteht aber nicht von alleine und ist relativ pflegeintensiv.

Ist ein Rasen richtig angelegt, macht die Pflege nicht ganz so viel Arbeit. Damit der Rasen in einem prächtigen Grün erstrahlt, müssen Sie ihn dann nur noch vertikutieren, düngen, mähen und wässern.

Vertikutieren verbessert den Rasen

Vertikutieren ritzt den Boden Ihres Rasens an, entfernt überflüssiges Pflanzenmaterial und hilft, den Boden zu belüften. Anzeichen, dass Sie vertikutieren müssen sind Moos auf dem Rasen und deutlich erkennbarer Rasenfilz, der den Boden bedeckt.

In der Regel vertikutieren Sie zweimal im Jahr.

Vertikutieren im Frühjahr

Im Frühjahr reinigen Sie den Rasen mit dem Vertikutieren von Pflanzenresten, die sich über den Winter angesammelt haben. Außerdem schaffen Sie Platz für neues Wachstum und sorgen dafür, dass Luft und Wasser besser an die Rasenwurzeln kommen.

Im Frühjahr müssen Sie beim Vertikutieren nicht zimperlich sein. Vertikutieren Sie den Rasen einmal längs und einmal quer. Der Rasen sieht danach zwar ein wenig wüst aus, wird sich aber schnell regenerieren.

Tipp: Düngen Sie den Rasen etwa zwei Wochen vor dem ersten Vertikutieren nach der ersten Maat. Dann ist er schon so gut mit Nährstoffen versorgt, dass er zügig nachwächst.

Vertikutieren im Herbst

Nach feuchten Sommern empfiehlt es sich, den Rasen im Spätsommer oder frühen Herbst noch einmal zu vertikutieren. In einem milden Herbst ist das bis Ende September möglich.

Hier geht es vor allem darum, den Rasen sauber zu bekommen - einmal längs vertikutieren sollte reichen. Danach warten Sie auf die nächste Regen-Vorhersage und bringen noch ein wenig kalium-haltigen Herbst-Rasendünger aus.

Richtig vertikutieren

Wichtig ist, dass Sie den Boden nicht zu tief anritzen. Zwei bis drei Millimeter Vertikutier-Tiefe reichen aus, um das verfilzte Material aus dem Rasen zu bekommen. Achten Sie darauf, dass die Rasenwurzeln nicht beschädigt werden.

Vertikutieren Sie nur trockene Rasenflächen. Vergessen Sie nicht, das Material ordentlich aufzurechen und zu entfernen. Erst dann ist der Rasen sauber.

Anschließend säen Sie kahle Rasenstellen gleich nach.

Die Geräte

Vertikutierer arbeiten elektrisch, benzingetrieben oder von Hand. Die motor-getriebenen Geräte eignen sich für größere Rasenflächen. Suchen Sie hier ein zu Ihrem Garten passendes Gerät aus. Je größer der Garten, desto interessanter wird ein Vertikutierer mit Ottomotor oder mit einem Akku, damit Sie netzunabhängig arbeiten können.

Wer nur einen kleinen Garten behandeln möchte, kann sich einen Hand-Vertikutierer holen. Doch Achtung: das kann anstrengend werden. Außerdem wird die Arbeit mit einem motorbetriebenen Gerät sauberer und ordentlicher.

Neue Nährstoffe fördern gesundes Wachstum des Rasens

Nach dem Vertikutieren sollten Sie den Rasen düngen. Damit versorgen Sie die Pflanzen mit den für das Wachstum notwendigen Nährstoffen. Verwenden Sie einen speziell für Rasen zusammengestellten Dünger und verteilen Sie diesen gleichmäßig über die Fläche. Am leichtesten geht das mit einem Streuwaagen.

Halten Sie sich beim Düngen unbedingt an die vom Hersteller empfohlenen Mengen. Landet zuviel Dünger an einer Stelle, kann dieser den Rasen verbrennen, so das braune Flecken und kahle Stellen entstehen.

Kurzhaarschnitt sorgt für dichte und feste Rasenfläche

In der folgenden Zeit sollten Sie den Rasen dann regelmäßig mähen. Die ideale Länge für den Rasen hängt von den verwendeten Sorten ab. Zierrasen hat eine ideale Länge von 2-2,5 cm, robuster Sportrasen braucht eher 4-5 cm Länge. Im Schatten brauchen die Graspflanzen mehr Blattfläche. Hier sollten Sie den Rasen etwa 2cm höher stehen lassen.

Mähen Sie den Rasen so regelmäßig, dass Sie nie mehr als ein Drittel der Blattfläche abschneiden. So regen Sie die Pflanzen dazu an Seitentriebe zu entwickeln. Das macht den Rasen dicht und stabil.

Rasen richtig wässern - aber nicht zu oft

Achten Sie darauf, dass der Rasen nicht austrocknet. Das heißt nicht, dass Sie die Grünfläche ständig bewässern müssen. Es ist besser, die Rasenfläche eher selten, dafür ausgiebig zu bewässern. Normalerweise reicht es, den Rasen etwa einmal pro Woche richtig nass zu machen. Dabei sollte das Wasser auch in den Boden einziehen. So gelangt es an die Wurzeln und die Pflanze kann es gut verwerten.

Sie sollten den Rasen am Morgen oder relativ spät abends wässern, wenn der Boden schon etwas abgekühlt ist. Dann verdunstet das Wasser nicht sofort und die Pflanzen sind keinem plötzlichen Temperaturschock ausgesetzt. Ist es sehr heiß, müssen Sie den Rasen öfter bewässern.

So prüfen Sie, ob Ihr Rasen genügend Wasser bekommt

Ein Rasen im Sommer braucht Wasser. Doch wie lässt sich der Wasserbedarf ermitteln, damit nicht einerseits die Halme vertrocknen und andererseits kein Wasser verschwendet wird?

Hier hilft ein kleiner Test, den Sie ganz einfach ausführen können.

Laufen Sie über das Gras. Je schneller sich die Halme wieder aufrichten, desto mehr Spannkraft besitzen sie.

Dauert es eine Weile, bis die Spuren verschwinden, so benötigt der Rasen mehr Wasser. Sprenkeln Sie ihn am besten in den Morgenstunden oder gegen Abend.

Tagsüber können die Wassertropfen auf den Halmen Sonnenstrahlen so bündeln, das sie das Gras verbrennen.

Im Frühjahr den Rasen eher kurz schneiden

Starten Sie die Rasenkur mit einem besonders kurzen Schnitt. Drei bis vier Zentimeter sind optimal. Dies bewirkt einen dichteren Rasenwuchs. Wollen Sie einen besonders gepflegten Rasen, sollten Sie vorher noch die Unkräuter ausstechen.

Kaputten Rasen reparieren

Wenn Sie über längere Zeit etwas auf dem Rasen stehen haben, das der Wiese Licht und Luft entzieht, hinterläßt das einen braunen Fleck. Mit ein wenig Aufwand bekommen Sie aber in wenigen Wochen wieder einen schönen grünen Bewuchs hin.

So reparieren Sie braune Stellen im Rasen

Im erstern Schritt entfernen Sie alle abgestorbenen Pflanzenteile. Bei kleinen Flächen machen Sie das mit einem Rechen, ansonsten ist auch ein Vertikutierer gut dafür geeignet.

Durch die Behandlung sollte der oberste Zentimeter der Erdschicht gleich gelockert worden sein. Falls nicht, rechen Sie entweder tiefer oder schütten ein wenig Erde auf und verteilen sie gleichmäßig.

Verwenden Sie Rasensamen oder speziellen Reparatursamen und bringen ihn nach der Packungsangabe gleichmäßig auf die lockere Erdschicht auf. Für größere Flächen lohnt es sich, einen Streuwagen auszuleihen.

Nun rechen Sie den Samen vorsichtig in die oberste Erdschicht ein. Einige Körner werden immer oben liegen bleiben, aber der Großteil sollte in der Erde verschwunden sein.

Nun sollten Sie die Erde andrücken. Für kleine Stellen genügt dazu ein schwerer flacher Gegenstand, wie ein Ziegelstein. Ansonsten verwenden Sie dazu besser eine Walze, die mit Wasser gefüllt wird, um genug Anpreßdruck zu erzeugen.

Nun heisst es Wässern. Wenn es nicht regnet, gießen Sie die Reparaturflächen mehrmals täglich mit einem Rasensprenger oder mit einer Regendüse. Gießen Sie nicht so viel, dass sich kleine Seen bilden. Dabei besteht die Gefahr, dass Sie die Samen ausschwemmen.

Nach rund einer Woche sollte sich der erste Flaum gebildet haben. Gießen Sie weiter fleissig, falls die oberste Bodenschicht auszutrocknen beginnt.

Mit dem Düngen sollten Sie warten, bis der Rasen richtig schön angewachsen ist. Früher als vier Wochen nach dem Säen sollten Sie nicht Düngen. Eine Ausnahme davon ist spezieller Aussaat-Dünger, der dafür gemacht ist.

Langen Rasen mit dem Handmäher mähen

Nicht immer hat man Zeit, den Rasen zu mähen - und wenn das zu oft der Fall ist, steht das Gras sehr hoch.

Mit dem muskelbetriebenen Handmäher hat man dann seine liebe Mühe, das Gras doch noch kurz zu bekommen.

Mähen Sie mit dem Handmäher in mehreren Durchgängen

Damit Sie Erfolg bei langem Gras haben, sollte der Handmäher über eine verstellbare Schnittlänge verfügen.

Stellen Sie den Mäher so ein, dass er sehr hoch schneidet. Damit starten Sie den ersten Mähdurchgang. Das Gras wird dann schon ein gutes Stück gekürzt.

Die hohe Schnitthöhe hat den Vorteil, dass sich praktisch keine Grashalme an den Achsen des Schneidwerks aufwickeln. Das erspart lästiges Auszupfen der Achsen.

Das Gras soll sich wieder aufrichten

Nach dem ersten Durchgang rechen sie das abgeschnittene Gras heraus und warten dann, bis sich der Rasen wieder aufgerichtet hat.

Dann stellen sie die Schnitthöhe ein wenig niedriger und starten den zweiten Durchgang. Wie viel tiefer Sie ansetzen ist Erfahrungssache, probieren Sie es einfach aus - so lange sich die Halme nicht um die Achse wickeln, passt die Schnitthöhe.

Nach Regen besser nicht mähen

An sich sollte es dem Mäher nichts ausmachen, feuchten Rasen zu mähen. Auch elektrische Rasenmäher sollten hier keine Probleme haben - wohlgemerkt, so lang es nicht regnet.

Allerdings wird das nasse Gras enorm klebrig und klumpig. Schon nach wenigen Metern mähen setzt sich der Raum beim Scherblatt zu und im Fangkorb entstehen ebenfalls Grasbatzen, die nicht so leicht zu entfernen sind.

Falls es sich aber nicht vermeiden lässt, dass feuchter Rasen geschnitten werden muss, denken Sie daran, alle paar Bahnen den Mäher unten zu säubern. Auch den Fangkorb müssen Sie öfters leeren, da das feuchte Gras darin sehr schwer wird.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie im Herbst den Rasen mähen

Mit dem Sommer schwindet auch das Rasenwachstum. Dennoch werden die Grashalme, wenn auch langsamer, weiterwachsen. Deshalb gilt: Bis Mitte Oktober sollten Sie den Rasen mähen. Je milder der frühe Herbst ausfällt, desto häufiger wird das notwendig sein.

Vor dem letzten Schnitt

Bevor Sie dem Rasen den letzten Schnitt gönnen, sollten Sie ihn sich ansehen. Moosige Stellen gehen Sie mit dem Vertikutierer an. Bis Mitte-Ende September können Sie den noch verwenden. Entfernen Sie danach das Moos. Übrigens: Überbordendes Mooswachstum spricht für nährstoffarmen, feuchten Boden. Eventuell lohnt sich Düngen.

Wenn Sie im Herbst den Rasen düngen wollen, kaufen Sie speziellen Herbstdünger. Der hat in der Regel einen höheren Kaliumanteil und schützt den Rasen vor Pilzbefall. Düngen Sie dann, wenn die Außentemperatur dauerhaft unter 10 Grad liegt. Je milder der Herbst, desto später düngen Sie. 

Der letzte Schnitt im Herbst

Beim letzten Schnitt im Jahr sollten Sie das Gras auf etwa fünf bis sechs Zentimeter kürzen. Danach hat der Rasenmäher seine Ruhe.

Wichtig ist, nach dem letzten Schnitt im Herbst sorgfältig das Schnittgut zu entfernen. Bleibt es liegen, drohen Fäulnis und Pilze. Auch zu langes Gras kann zu Problemen führen, wenn es sich im Winter legt. Auch hier können sich Krankheiten und Pilze ausbreiten.

(Falls Sie den Schnitt liegen lassen wollen, empfiehlt sich ein Mulch-Rasenmäher.)

Rasenmäher pflegen

Im Winter ist eine gute Zeit, den Rasenmäher zu pflegen. Reinigen Sie die Messer. Wie das geht, steht in der Betriebsanleitung Ihres Mähers. Gut geht es mit einer Bürste und einem Eiskratzer aus Plastik zum Anlösen fester Grasreste (siehe auch: Rasenmäher winterfest machen).

Prüfen Sie danach die Messer auf offensichtliche Scharten und Beschädigungen. Denn jetzt ist die ideale Zeit, um den Rasenmäher beim Händler warten zu lassen - der kann die Scherblätter bei Bedarf nachschärfen.



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Rasenmäher am besten immer so kippen, dass der Holm (zum Schieben) auf dem Boden liegt und somit die Zündkerze noch OBEN zeigt. Wenn seitlich gekippt werden "muss" dann: Mäher auf D I E Seite kippen/legen, aber NUR auf die luftfilterabgewandte Seite.nie auf die Seite legen wo der Luftfilter ist Tipp: Zündkerneznstecker abziehen, eine zweite Person stellt sich mit einem Fuss auf den Holm, altenativ klemmt mann den Holm unter einem Gartentörchen, oder man steckt eine Garten - Grabe - Gabel über den Holm, wenn der schon auf dem Rasen liegt: SO ist der Rasenmäher am besten zu reinigen. Dazu gibt es im Baumarkt für rund 4 Euro spezielle "Rasenmäher - Reinigungs" -Bürsten, die auch noch einen zusätzlichen integrierten "Schaber" aus Kunststoff haben.
[P. Siemes | 01.01.2015] Antworten

@Moser: stimmt
[irfan | 05.09.2012] Antworten

Moos sieht doch auch schön aus.
[Moser | 27.07.2012] Antworten

Danke für die Tipps ;)
[Elke | 05.10.2011] Antworten

mit dem automatischen Rasenmäher ist´s kein Problem, bei uns regnets gerade wie aus Kübeln gegossen, unser Mähroboter zieht dennoch seine Kreise :-)
[Mike | 09.07.2011] Antworten

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Aktualisiert am: 10.05.2015
Bildnachweis: Martin Goldmann, Markus Schraudolph, iStockphoto/Chad Truemper

 
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