So reparieren Sie einen Kunststofftank aus PE von Enduro- oder Crossmaschinen

Der Tank meiner Geländemaschine hat ein Problem. Von den eingegossenen Gewindehülsen, mit denen Verkleidungsteile angeschraubt werden, sind einige ausgerissen.

Aus dem Modellbau kenne ich 2-Komponentenkleber aus Epoxydharz als Allzweckwaffe fürs Kleben. Aber ob das auch hier hilft?

Entscheidend für den Erfolg des Klebens ist ja immer das Material. Auf dem Tank prangt das Zeichen „PE“ – das ist ein Kürzeln für „Polyethylen“. Das ist derselbe Kunststoff, aus dem auch die meisten Benzinkanister gemacht sind.

PE kann man schlecht kleben

Nach einer Recherche im Internet ist das Verkleben von PE keine gute Idee. Denn der Vorteil, dass dieses Material resistent gegen so ziemlich alle Lösungsmittel ist, erweist sich hierbei als Nachteil: Es geht mit keinem Klebstoff eine belastbaren Verbindungen ein.

Die Suche im Netz förderte Kunststoffschweissen als praktikable Methode zutage. Nur will ich mir das dazu notwendige teure Werkzeug nicht für diesen einen Anwendungsfall kaufen.

Hilfe aus der Wintersport-Abteilung

Das Internet gibt mir Hinweise auf eine günstige Alternative: So genannte „Candle Sticks“ dienen bei Skiern zum Ausbessern von Beschädigungen im Belag. Diese Reparaturstengel bestehen auch aus PE, verbinden sich also gut mit dem Material des Tanks.

Die Sticks werden angezündet und brennen dann mit einer kleinen blauen Flamme. Dabei wird Material geschmolzen, das vom Stab abtropft. Das lässt sich dann als Kleber und Füller verwenden.

Repair Candle - (Foto: Markus Schraudolph)
Repair Candle – (Foto: Markus Schraudolph)

Es gibt die Sticks in schwarz und transparent. Ein Pack davon sollte unter 10 Euro kosten.

Vorbereitungen für die Reparatur

Aus dem Baumarkt besorge ich mir Gewindehülsen die das passende Innengewinde für die Verschraubung aufweisen. Diese Hülsen sind eigentlich zum Einschrauben in Holz gedacht, aber eignen sich auch für diesen Fall gut.

Gewindehülse - (Foto: Markus Schraudolph)
Gewindehülse – (Foto: Markus Schraudolph)

Es gäbe noch spezielle Hülsen zum Einbetten in flüssigen Kunststoff, die sicher noch besser halten würden. Aber deren Beschaffung ist nicht so einfach, weil sie aus der Profi-Ecke stammen.

Die Hülsen setze ich testhalber in die vorhandenen Löcher uns stelle fest, dass sie ein wenig zu lang sind. Also werden Sie mit Hilfe des Schraubstocks fixiert und per Eisensäge um das notwendige Maß gekürzt.

Ich suche eine passende Schraube heraus und fette sich ein wenig ein, damit später kein Kunststoff darauf haftet. Die Schraube drehe ich dann in die Gewindebuchse ein, bis sie bündig mit der anderen Seite der Hülse. ist

Das verhindert, dass später Kunststoff in das Innengewinde hineingepresst wird und es blockiert. Mit dem Kopf der Schraube kann ich die Buchse außerdem bequem halten.

Die vorhandenen Löcher werden von altem Material gesäubert und mit Alkohol von Öl und Fett gereinigt.

So werden die Hülsen eingegossen

Ich erhitze nun eines der Löcher ein wenig mit einer Heissluftpistole, damit sich der Reparaturkunsstoff möglichst gut mit dem Untergrund verbindet. Eventuell kann das entfallen, aber mir schien es die sinnvoll zu sein.

Nun wird der Stick angezündt, bis er von alleine brennt. Mit den herunterfallenden Tropfen kleide ich das Loch rundherum aus, so dass es den Leerraum ausfüllen kann.

Dann presse ich die Schraube mit Gewindehülse in das Loch und halte dabei den gewünschten Winkel ein –  in meinem Fall senkrecht zur Oberfläche des Tanks.

Nach ca 30 Sekunden sollte das Plastik hart genug geworden sein, dass es die Gewindehülse festhält.

Nun mit dem Stick die noch nicht ausgefüllten Stellen am Rand füllen, bis das ganze einigermassen plan zur Oberfläche ist. Dabei darf das freistehende Gewinde der Schraube ruhig auch Plastik abbekommen. Durch das aufgetragene Fett wird sie nicht festkleben.

Stick und Schraubee - (Foto: Markus Schraudolph)
Stick und Schraubee – (Foto: Markus Schraudolph)

Wenn das Plastik nicht mehr flüssig ist, entferne ich überschüssiges Material mit einer Rasierklingee.

Nach einigen Minuten ist die Klebestelle ganz erkaltet. Die Schraube wird herausgedreht und die Reparatur ist fertig.

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