Mainboard austauschen, ohne Windows 7 neu zu installieren

Wenn Sie das Mainboard austauschen – etwa, um einen schnelleren Prozessor in Ihrem PC einzubauen – läuft Windows meistens deutlich flüssiger. Hier lesen Sie, wie das ohne die Neuinstallation von Windows funktioniert.

So bereiten Sie Ihren PC auf den Mainboard-Tausch vor

Wie immer bei solchen tiefen Eingriffen gilt: Führen Sie eine Sicherung Ihrer Daten durch. Machen Sie am besten einen kompletten Backup.

Starten Sie den PC und gehen ins BIOS (typischen Tastenkombinationen dafür sind [Entf], [F1] oder [F10] während der ersten Meldung nach dem Einschalten).

Gehen Sie zu der Seite im BIOS-Setup, wo die Peripheriedetails eingestellt werden können.

Sehen Sie dort, ob Ihre Festplatte unter im Modus AHCI oder im Normalen Modus läuft. Achtung: Diese Einstellung gibt es meistens einmal für die älteren IDE-Festplatten und einmal für die neueren SATA-Platten. Suchen Sie sich je nach verbauter Festplatte die passende Einstellung heraus und notieren sie.

Bei mehreren SATA-Festplatten sehen Sie nach, welche am ersten Port und welche am zweiten Port angesteckt ist und notieren das auch.

Nun können Sie den PC ausmachen und die Seitenwand abschrauben. Wenn Sie eine Digitalkamera haben, machen Sie vielleicht noch Fotos aller angeschlossenen Kabel. So können Sie nachsehen, was wo angestöpselt war.

Mainboard Intel
Intel-Mainboard – (Foto: Markus Schraudolph)

Bauen Sie das alte Mainboard aus.

Das müssen Sie mit der neuen  Hauptplatine beachten

Bauen Sie das neue Mainboard ein und achten bei mehreren SATA-Festplatten darauf, dass Sie dieselbe Reihenfolge herstellen, wie mit dem alten Mainboard. (Hier wichtige Hinweise für SATA-Anschlüsse)

Ist alles wieder richtig angesteckt, fahren Sie einfach den PC hoch, gehen ins BIOS des neuen Mainboards und stellen dort wieder denselben Festplattenmodus ein, wie er im alten Board aktiv war.

Lassen Sie den Rechner nun booten. Wenn Windows startet, wird es zuerst einmal jede Menge an Gerätetreibern laden, um der Hardwareänderung gerecht zu werden. Schließen Sie unbedingt auch das Netzwerkkabel an, damit Windows spezielle oder upgedatete Treiber online holen kann.

Das System wird zwei bis dreimal einen Neustart fordern. Dabei kann es dann auch zu minutenlangen Pause kommen, wo der Bildschirm schwarz ist und die Festplatte nur wenig Aktivität zeigt. Das ist normal.

Danach sollten Sie wieder einen einsatzfähigen PC haben.

Windows XP: Mainboard (Hauptplatine) tauschen ohne Neuinstallation

Starten Sie den PC mit der Setup-CD der jeweiligen Windows-Version. Eventuell müssen Sie dazu die Boot-Reihenfolge im BIOS ändern.

Am ersten Auswahlmenü drücken Sie die Return-Taste, um den normalen Installationslauf zu starten.

Auswahl des Setup-Modus
Auswahl des Setup-Modus

Nach der Bestätigung der Lizenzbedingungen mit [F8] wird Ihnen die vorhandene Windows-Installation angezeigt.

Wählen Sie sie mit den Pfeiltasten aus und drücken “R” wie Reparieren.

Im weiteren Verlauf der Installation wird das Setup lediglich die Windows-Software erneuern und die dabei die Hardware-Treiber neu bestimmen.

Sollte ein neuerer Software-Stand des Betriebssystems aktuell sein, als der von der CD vorgegeben, müssen Sie ein gegebenenfalls vorher installiertes Service Pack noch mal aufspielen und Online-Updates durchführen lassen.

Ein Gedanke zu „Mainboard austauschen, ohne Windows 7 neu zu installieren“

  1. Dieser Beitrag sollte insofern überarbeitet werden, da
    a) Windows 7 nicht mehr mit Updates versorgt wird und ein Weiterbetrieb mit gewissen Risiken verbunden ist. Weiters gibt es auch für Windows 7 eine Reparaturinstallation. Diese wird nur aus dem laufenden Betrieb gestartet und ist etwas komplizierter (Version, Service Pack, etc).
    b) Windows XP (und die beschriebene Reparaturinstallation) kaum mehr vorkommen wird
    c) nicht berücksichtigt wurde, ob der Wechsel innerhalb der gleichen Prozessorfamilie (Intel zu Intel oder Intel zu AMD oder umgekehrt) erfolgen soll. Bei Intel zu Intel gibt es die wenigsten Probleme, zwischen Intel und AMD (sofern überhaupt möglich) dürfte es schon ein wenig komplizierter sein.

    Generell ist zu solchen Vorhaben zu bemerken, dass sie zwar machbar sind und scheinbar eine Menge Zeit ersparen, doch eine Neuinstallation hat jedenfalls ihre Vorteile:

    Ein neues System ist (auch bei einer zeitaufwändigen Installation aller bisherigen Anwendungen) schneller
    Treiber- und Datei-“Leichen” werden entfernt
    Keine Fragmentierung des Laufwerks
    Auch wenn beim Altsystem keine Bedrohungen bemerkbar waren oder sind, ein neues System ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sauber

    Und noch ein Hinweis (soferne es sich nicht um Autoren aus der Schweiz handelt): “schliessen” schreibt man auch nach der Rechtschreibreform mit “ß”, also “schließen”. Danke für die Korrektur.

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