Heizkosten sparen – diese cleveren Tipps sind Geld wert

Heizung kostet Geld. Aber es gibt Einsparmöglichkeiten? Wie kann man Heizöl und Erdgas sparen? Wir haben für Sie Tipps zusammen getragen, mit denen Sie Heizkosten sparen.

Die richtige Temperatur wählen

Nach den Angaben von Fachleuten spart die Absenkung der Raumtemperatur um ein einziges Grad Celsius bereits 6-8% an Heizkosten im Winter.

Damit Sie eine Grundlage für die richtige Einstellung der Soll-Temperatur an den Thermostaten in den einzelnen Räumen haben, hier Richtwerte für die Temperatur. Die können Sie am Thermostat einstellen oder lassen sie über einen Raumthermometer prüfen und regeln dann Ihre Thermostaten entsprechend nach.

  • Wohnzimmer: 20-22 °C
  • Küche: 18-20 °C
  • Kinderzimmer: 20-22 °C
  • Schlafzimmer: 15-17 °C

Nachts und zu Zeiten, wo die Räume generell nicht benutzt werden, können Sie die Temperatur um rund 6° C absenken lassen. Bedenken Sie dabei, dass Aufheizen und Abkühlen einer gewissen Trägheit unterworfen ist. Eine Stunde können Sie bei normalen Heizkörpern veranschlagen.

Sie müssen also etwa eine Stunde vor der geplanten Benutzung die Absenkung beenden lassen und können sie eine Stunde vor der gewünschten kälteren Phase aktivieren. Bei Fußbodenheizungen beträgt der Zeitversatz durch Trägheit mehrere Stunden, je nach Bauart.

Wenn Ihre Heizanlage die zeitgesteuerte Absenkung nicht beherrscht, können Sie diese Funktion durch elektronische Heizörperventile nachrüsten.

Lesetipp: Das können Sie tun, wenn die Heizung kalt bleibt.

Intelligente Heizkörperthermostate nachrüsten

Wenn Sie in einer Wohnung leben, die an einer zentralen Heizung im Haus angeschlossen ist, haben Sie auf viele Faktoren keinen Einfluss, etwa die Effizienz des Brenners oder die Steuerung der Heizwasser-Temperatur.

Heizkosten sparen mit intelligentem Thermostat
Elektronischer Heizkörperthermostat – (Foto: Markus Schraudolph)

Sie können aber immerhin Ihren persönlichen Anteil an den Heizkosten minimieren, wenn Sie Ihre alten Ventile gegen moderne, elektronisch geregelte Heizkörper-Ventile austauschen. Wenn Sie ein bisschen auf aktuelle Angebote beim Discounter oder Online-Versand achten, sollte ein solcher Thermostat für unter 40€ zu haben sein.

Die Leistung dieser Geräte besteht einerseits in der feinfühligen Steuerung. Ein kleiner Elektromotor bewegt hier den Ventilstift des Heizkörpers, und regelt so den Wasserdurchfluss in Abhängigkeit der gemessenen Raumtemperatur. Ein in die Jahre gekommener mechanischer Thermostat regelt dagegen meistens nur noch grob, so dass Sie oft am Ventil nachjustieren müssen, um eine angenehme Raumtemperatur herzustellen.

Eventuell interessant sind auch Smarthome-Produkte wie das von uns getestete Innogy Smarthome.

Großer Vorteil: Zeitsteuerung

Der Hauptvorteil der Geräte ist aber die Möglichkeit, Zeiten festzulegen, in denen Sie eine abgesenkte Raumtemperatur haben möchten. Das können Sie entweder nur anhand der Uhrzeit definieren, also um nachts keine  Heizleistung zu verschwenden.  Aber auch die Koppelung an Wochentage ist möglich. Damit bleiben etwa Büroräume am Wochenende kühl, weil niemand arbeitet.

Eine typische Wahl für Wohnräume wäre eine Temperatur von 20°C tagsüber von 6:00-22:00 und eine Absenkung auf 16°C in der restlichen Zeit.

Wollen Sie es doch länger warm haben, etwa weil gerade heute eine Party steigt, ändern Sie einfach manuell die Temperatur durch Drehen am Stellkranz. Bei der nächsten Umschaltung wird dann automatisch wieder der vordefinierte Wert eingenommen.

Achten Sie vor dem Kauf auf folgende Punkte:

  • Demontieren Sie den alten Thermostat und prüfen Sie, ob sich der Ventilstift leicht bewegen lässt. Denn ansonsten wird sich der neue Thermostat viel Kraft aufwenden müssen und schnell die Energie der Batterien aufzehren. Lesen Sie hier, wie Sie einen Kopf demontieren und schwergängige Ventile gangbar machen.
  • Die neuen Ventile kommen meistens mit Adaptern für verschiedene Ventiltypen. Achten Sie darauf, dass der bei Ihnen verbaute Typ auch dabei ist.
  • Kaufen Sie nur einen elektronischen Thermostat mit moderner Ausstattung. Auf jeden Fall sollte eine Erkennung von Lüftungsphasen eingebaut sein. Denn dabei erkennt das Gerät über die schnell fallende Raumtemperatur, dass die Fenster aufgemacht wurden und regelt herunter, statt diesen Temperatursturz sofort durch Hochfahren der Heizleistung ausgleichen zu wollen.

Lesen Sie hier noch mehr Tipps zum Geld sparen.

Heizkosten sparen mit richtigem Lüften

  • Besonders im Winter läuft oft die Heizung und ein Fenster ist gekippt. Das kostet unnötig Energie.
  • Besser ist es, etwa alle zwei Stunden für drei bis fünf Minuten ein oder zwei Fenster ganz zu öffnen und ordentlich Luft herein zu lassen.
  • Damit tauschen Sie die Raumluft aus, aber Wände, Boden und Decke kühlen nicht aus.
  • Die Heizung muß also lediglich die Wärmerenergie bereitstellen, um die kalte Luft zu wieder auf den gewünschten Wert zu erwärmen.
  • In de Zeit des Lüftens drehen Sie die Heizkörper im Raum ab. Moderne Thermostate mit elektronischem Fühler erkennen die Lüftungssituation selbständig und regeln von alleine ab.

Fenster-Dichtungen checken

  1. Öffnen Sie das Fenster ganz und legen Sie zunächst unten in den Rahmen ein Blatt Zeitungspapier.
  2. Schließen Sie das Fenster wieder. Achten Sie dabei darauf, dass das Zeitungspapier plan liegt.
  3. Nach dem Schließen ziehen Sie die Zeitung vorsichtig heraus. Läßt sie sich ohne Widerstand herausziehen, so ist das Fenster wahrscheinlich undicht.
  4. Prüfen Sie gegebenenfalls auch die anderen Seiten des Fensterrahmens nach dem hier beschriebenen Verfahren.
  5. Dichten Sie die Fenster gegebenenfalls ab, zum Beispiel mit Tesamoll .

Heizkörper entstauben

Staub hat eine isolierende Wirkung. Er senkt die Leistung der Heizkörper.

Die Funktion eines Heizkörpers beruht zum Großteil darauf, dass der Heizkörper die umgebende Luft erwärmt, diese dann aufsteigt und sich dann im Raum verteilt.

Heizkörper reinigen - (Foto: Markus Schraudolph)
Heizkörper reinigen – (Foto: Markus Schraudolph)

Ist der Innenraum des Heizkörpers deutlich verstaubt, hindert die Staubschicht die Abgabe der Wärme – der Raum wird nicht so warm, wie er sein könnte.

So bringen Sie Ihren Heizkörper wieder zur optimalen Leistung:

  • Um den Innenbereich des Heizkörpers zu reinigen, heben Sie den Deckel ab.
  • Schauen Sie von oben in den Innenbereich und beurteilen die Verschmutzung
  • Falls deutliche Spuren von Staub sichtbar sind, versuchen Sie zuerst mit dem Staubsauger und einer schlanken Düse die Flocken aufzusaugen
  • Wirksamer ist in der Regel die Reinigung mit einer langen Rundbürste , die es speziell für diesen Zweck gibt
  • Weil bei der Bürstenmethode viel Staub an die Luft abgegeben wird, ist es sinnvoll, während der ganzen Reinigungsprozedur den Staubsaugerschlauch direkt neben die Bürste zu platzieren, damit möglichst viel vom aufgewirbelten Staub aufgefangen wird

Tipp: Achten Sie darauf, Ihre Heizung zu entlüften.

Heizkosten sparen in der Übergangszeit

Ende September startet die Heizsaison wieder. Die Nächte sind dann schon empfindlich kühl, die Tage aber noch angenehm warm. Wer eine Heizung per Thermostat und Zeitschaltuhr steuert, sollte sich jetzt ans Programmieren machen.

Im Normalfall reicht es, während der Übergangszeit nur morgens und abends ein wenig zu heizen. Stellen Sie Ihre Zeitschaltuhr so ein, dass die Heizung etwa eine Stunde vor dem Aufstehen loslegt. Abends sollten Sie etwa ab Sonnenuntergang noch ein wenig zuheizen.

Zeitschaltuhr und Thermostat - (Foto: Martin Goldmann)
Zeitschaltuhr und Thermostat – (Foto: Martin Goldmann)

Die Heizung muss auch nicht mit voller Kraft laufen. Es reicht, wenn Sie leicht vorheizen.

Einfacher haben Sie es natürlich mit einer Außentemperatursteurung die die Heizleistung abhängig von der Außentemperatur regelt.

Heizkosten sparen im Altbau

Altbauwohnungen haben oft den Nachteil, dass Sie nur schwer zu heizen sind. Das liegt nicht nur an den hohen Räumen, sondern auch an der schlechten Wärmedämmung.

So können Sie ohne großen Aufwand Heizkosten sparen

  1. Besorgen Sie im Baumarkt Dämmplatten für die Montage hinter Heizkörpern. Diese Platten bestehen aus einer Schicht Styropor und Alufolie.
  2. Bringen Sie diese hinter den Heizkörpern an, so dass die Aluseite zum Heizkörper zeigt und die Platte in etwa die Fläche des Heizkörpers abdeckt.
  3. Die Dämmplatte wirkt doppelt: Zum einen reflektiert die Folie die Wärmestrahlung nach innen. Dadurch steht dem Raum effektiv mehr Wärmeenergie zur Verfügung.
  4. Der zweite Effekt ist, dass das Styropor die Wand dämmt. Das ist besonders im Altbau wichtig, weil dort oft Heizkörper in Nischen verbaut sind, also die Wandstärke dort geringer ist als an den sonstigen Mauern.
  5. Die Kombination aus beidem macht Ihre Wohnung schneller warm und hilft die Heizkosten ein wenig zu senken.

Vorsicht vor Schimmel bei Dämmplatten

Dämmplatten bergen allerdings die Gefahr, dass sich zwischen Platten und Wand Kondensat bildet. Der Grund dafür ist der Temperaturunterschied zwischen der Vorderseite des Reflektors und der verhältnismäßig kühlen Wand.

Besonders bei feuchten Altbauwänden kann das ein Problem werden. Eine Alternative sind dann hinterlüftete Heizreflektoren. Fragen Sie im Fachhandel danach.

Falls Sie keine hinterlüfteten Reflektoren haben, sollten Sie von Zeit zu Zeit kontrollieren, ob sich hinter den Reflektoren Feuchtigkeit bildet. Ist das der Fall, lassen Sie die Reflektoren für ein paar Tage weg, damit die Wand wieder gut trocknen kann.

Schreibe einen Kommentar