Kerzen selber machen – ein schönes und individuelles Geschenk

Kerzen selber machen ist ein tolles Hobby, auch wenn die ersten Kerzen vielleicht noch keine Kunstwerke werden. Das Praktische: gefällt Ihnen das Ergebnis nicht, schmelzen Sie die ersten Versuche doch einfach wieder ein und versuchen Sie es erneut. Denn das Wachs bleibt erhalten, um daraus weitere Kerzen zu machen.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen zunächst die Grundlagen des Kerzengießens. Danach lernen Sie, wie Sie Schichtkerzen gießen und wie Sie wunderschöne Bienenwachskerzen gestalten. Schließlich haben wir für Sie noch Tipps, wie die Kerzen besonders schön werden und wie Sie hinterher wieder sauber aufräumen.

Kerzen selber machen

In diesem Abschnitt lesen Sie, wie Sie ganz einfach Kerzen selbst gießen können.

Das brauchen Sie zum Kerzen machen

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Schritt 1: Das Gefäß vorbereiten

Zunächst reinigen Sie das Gefäß für die Kerze. Es kann sich dabei um ein Glasgefäß aus dem Bastelgeschäft handeln, eine einfache Konservendose tut es aber genauso.

Tauchen Sie die Spitze des Dochtes in etwas flüssiges Wachs und ziehen Sie ihn anschließend durch ein vorgefertigtes Loch im Boden des Gefäßes. Verknoten Sie den Docht und kleben Sie ihn mit einem Stück Deko-Wachs oder Knete außen fest.

Der Boden Ihres Gefäßes wird später das obere Ende der Kerze sein, achten Sie deshalb gegebenenfalls auf die Brennrichtung des Dochtes. Damit kein Wachs durch das Loch ausläuft, muss die Knete fest angedrückt werden.

Das obere Ende des Dochts binden sie – großzügig bemessen – an einen Schaschlikspieß, den Sie quer über das Gefäß legen. Auf diese Weise bleibt der Docht später kerzengerade, wenn das heiße Wachs ins Gefäß gegossen wird. Noch müssen Sie den Docht nicht abschneiden – es geht lediglich darum, dass er in Position bleibt.

Kerzenwachs wird in Form gegossen - (Foto: iStockphoto/gigishots)
Kerzenwachs wird in Form gegossen – (Foto: iStockphoto/gigishots)

Schritt 2: Das Wachs erwärmen

Nun geben sie das Wachs in ein Wasserbad (wie beim Schmelzen von Schokolade) und erhitzen es langsam. Dazu geben Sie das Wachs in ein hitzebeständiges Gefäß (zum Beispiel kleiner Topf) und diesen wiederum in einen größeren mit Wasser gefüllten Topf.

Durch diesen Kniff kommt das Wachs nicht mit dem Wasser in Berührung und spürt auch nicht die volle Hitzewirkung.

Vorsicht: Das Wasser darf nicht kochen. Eine Temperatur von 60 bis höchsten 90 °C reicht völlig aus, andernfalls verbrennt das Wachs. Niedrige bis mittlere Hitze sind bestens dafür geeignet, das Kerzenwachs ausreichend zu erwärmen, damit Sie es gießen können.

Wenn Sie Stearin verwenden, halten Sie sich am besten an die Packungsanweisung, denn es muss etwas höher erhitzt werden. Aber Achtung: Stearin wird sehr schnell sehr heiß, seien sie besonders vorsichtig im Umgang damit und halten Sie sich streng an die Sicherheitsanweisungen auf der Verpackung.

Schritt 3: Die Kerzen gießen

Stellen Sie das Kerzengefäß auf eine Unterlage, zum Beispiel Alufolie. Zunächst gießen Sie nur eine geringe Menge Wachs ins Gefäß und warten kurz, damit dieses abkühlen kann. Falls doch etwas Wachs durch das Dochtloch läuft, wird es auf der Alufolie sofort aufgefangen und erstarrt recht schnell.

Anschließend gießen Sie weiteres Wachs nach, bis das Gefäß so voll ist, wie Sie wünschen. Wichtig: Bewahren Sie jedoch immer etwas Wachs auf.

Schritt 4: Die Kuhle füllen

Wenn das Wachs fest geworden ist, kann es sein, dass sich rund um den Docht eine Kuhle gebildet hat. Jetzt können Sie das übrig gebliebene Wachs nutzen um das Loch zu füllen – notfalls erhitzen Sie es noch
einmal kurz. Wenn dieser Rest erstarrt ist, ist die Dochtebene ebenfalls gerade.

Schritt 6: Die Kerze entnehmen

Sobald das Wachs fest ist, entfernen Sie die Knoten und Knete am unteren Ende des Dochts. Dann schneiden Sie das andere Ende am Schaschlikspieß ab.

Wenn die fertige Kerze sich nicht aus dem Gefäß entnehmen läßt, stellen Sie sie kurz in den Kühlschrank. Wachs und Stearin reagieren auf die Kälte und lassen sich dann leichter entnehmen. Die Kerze wird
nach kurzer Zeit ganz einfach herausrutschen. Klemmt sie immer noch, lassen Sie kurz heißes Wasser von außen über das Gefäß laufen.

Zum Schluß kürzen Sie noch die beiden Dochenden auf die passende Länge. Das obere Ende sollte etwa 8 mm lang sein.

Variationen:

  • Kerze im Crunchy-Look: Anstelle eines Wachsblocks können Sie auch große und kleine Flocken abschneiden, etwa mit einem Messer oder einer Reibe, und diese zuerst in die Kerzenform füllen. Dann vorsichtig heißes Wachs dazugeben. Besonders schön sieht der Effekt aus, wenn Sie verschiedenfarbige
    Wachssorten verwenden.
  • Drücken Sie die Kerzenform vorher in einen kleinen Eimer, den Sie mit Sand, Deko-Granulat oder anderem körnigem Material füllen. In diese Form gießen Sie das Wachs, entnehmen sie anschließend und erhalten eine Kerze, deren äußerer Rand mit dem Granulat bedeckt ist. Das ist allerdings nicht ganz einfach und man muss mit Gefühl vorgehen.
  • Für Kerzen mit mehreren Farbschichten gießen Sie einfach eine Schicht Wachs ins Kerzengefäß, lassen diese leicht abkühlen und arbeiten dann mit der nächsten Farbe weiter. Diese Technik lässt sich auch mit
    anderen kombinieren.

So machen Sie Schichtkerzen

Schichtkerzen sind eine besonders kreative und schöne Kerzenart. Und Sie können sie sogar in wenigen Arbeitsschritten zu Hause selber herstellen.

Das brauchen Sie für Schichtkerzen

Für eine Kerze benötigen Sie folgende Materialien:

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Zur Herstellung werden folgende Utensilien benötigt:

  • ein Topf
  • eine hitzebeständige Schüssel
  • eine Kerzengießform mit einer Füllmenge von etwa 250g
  • ein Holzspieß
  • altes Zeitungspapier

Für Schichtkerzen muss das Wachs, nach Farben getrennt, einzeln geschmolzen werden. Damit dauert die Herstellung von Schichtkerzen deutlich länger als gewöhnliche Kerzen. Der schöne Schichteffekt rechtfertigt jedoch auch einen höheren Aufwand.

Schichtkerzen in verschiedenen Formen - (Foto: iStockphoto/hfng)
Schichtkerzen in verschiedenen Formen – (Foto: iStockphoto/hfng)

Schichtkerzen herstellen

Für die Herstellung sollten Sie zuerst Wasser in einem Topf erwärmen. In die Schüssel wird nun das Wachs gegeben, das die erste Schicht bilden soll. Je nachdem, wie viele Schichten Sie in der Kerze haben möchten, können Sie die Wachsmenge variieren.

Für Anfänger sind 50-80g Wachs pro Schicht zu empfehlen. Sollte die Farbe des Wachses nicht ganz Ihren Wünschen entsprechen, kann diese mit Farbpigmenten verstärkt werden. Legen Sie die Schüssel in das heiße, aber nicht kochende Wasser.

Während das Wachs im Wasserbad zu schmelzen beginnt, können Sie die Kerzengießform vorbereiten. Die Arbeitsfläche sollte am Besten mit Zeitungspapier ausgelegt werden.

Der Docht wird unten in der Gießform eingeklemmt und am anderen Ende um den Holzspieß gewickelt. So können Sie den Docht spannen und in die richtige Position, in der Mitte der Kerze, bringen. Je nach Gießform ist es notwendig, diese, zum Beispiel mit Hilfe von Flaschen, zu fixieren.

Wenn das Wachs in der Schüssel vollständig geschmolzen ist, kann es weiter verwendet werden. Wenn Sie der Kerze einen Duftstoff zusetzen möchten, können Sie das nun tun. Gießen Sie das geschmolzene Wachs anschließend vorsichtig in die Form.

Das Wachs muss jetzt komplett erhärten.

Erst dann können Sie die nächste Wachsschicht nach dem bekannten Muster erst schmelzen und dann darüber gießen. Fahren Sie damit so lange fort, bis Sie das komplette Wachs aufgebraucht haben und die Kerzengießform gefüllt ist.

Lassen Sie die Gießform nun über Nacht auskühlen, bevor Sie die Kerze vorsichtig aus der Form lösen. Zum Abschluss noch den Docht zurecht schneiden. Nun haben Sie eine schöne Schichtkerze, die sich auch als Geschenk gut eignet.

Tipp: Für besondere Effekte kann das Wachs auch schräg in die schief stehende Gießform gegossen werden. Dabei sollte die letzte Schicht jedoch wieder gerade gegossen werden, damit die Kerze gut stehen kann. Probieren Sie es aus!

Bienenwachskerzen selbst gemacht

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Methoden um Bienenwachskerzen zu machen: Das Wachs kann geknetet, gerollt oder gegossen werden.

Das brauchen Sie

Wachs: Bienenwachs* in Form von Pastillen oder originalen Waben als sogenannte Mittelplatten. Alternativ können Sie paraffinhaltige Wachse, Wachsarten aus Stearin oder Raps verwenden.

Docht: Eine Auswahl gibt es ebenfalls im Bastelladen.

Werkzeug: Als Hilfsmittel können Sie sich Scheren, Zahnstocher, Holzstäbchen, Messer und Lineal bereit legen.

Zum Verschönern: Um gleichsam hochwertige und komplizierte Techniken bei der Herstellung von Wachskerzen umsetzen zu können, können Sie Wachskonditionierer, Additive für duftende Kerzen, Tauchwachse und diverse Abreibefolien einsetzen.

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Bienenwachskerzen kneten

Für die Anfertigung von Kerzen durch das klassische Kneten, können Sie diese ohne vorgegebene Gießformen zu fantasievollen Designs formen. Das sehr weiche Bienenwachs lässt sich ganz hervorragend verarbeiten und zu unterschiedlichen Designs gestalten. Für das Kneten von Kerzen können Sie neben dem natürlichen Bienenwachs auch das sogenannte Knetwachs nutzen. Dieses Material wird schon bei sehr geringer Hitze formbar.

Kerzen aus Bienenwachs - (Foto: iStockphoto/Stephan Zabel)
Kerzen aus Bienenwachs – (Foto: iStockphoto/Stephan Zabel)

Bienenwachskerzen rollen

Wenn Ihre Kinder mitbasteln und deshalb nicht mit heißem Wachs hantiert werden soll, können Sie die Wachswaben auch zu einer Kerze rollen. Hervorragend geeignet die sogenannten Bienenwachs-Mittelwände.

  • Wärmen Sie die Wachswaben vor der Verarbeitung ein wenig mit dem Föhn oder auf der Heizung vor, dadurch werden sie weicher und sind leichter zu verarbeiten. Die kurze Plattenfront ist die Grundlage für die spätere Kerzenhöhe.
  • Drücken Sie den Docht an der Ober- und Unterkanten der späteren Rolle fest, so dass er nicht verrutschen kann. Lassen Sie ihn an beiden Enden etwas über stehen.
  • Rollen Sie die Platte gerade oder schräg zu einer festen Rolle zusammen. Wenn die Kerze eine konische Spitze erhalten soll, schneiden Sie die Oberkante der Platte vorher mit einem Messer und einem Lineal gleichmäßig schräg ab.
  • Drücken sie das letzte Stück der Rolle gut an der Kerze fest.

Bienenwachskerzen gießen

Dazu brauchen Sie noch zusätzlich

Schaschlikspieß oder ähnliches: Zum Fixieren des Dochtes während des Gießens.

Schmelzgefäß: Um das Bienenwachs soweit zu erwärmen, dass es sich verflüssigt, sollten Sie ein geeignetes unfallsicheres Metallgefäß verwenden.

Gießform: Damit bringen Sie das geschmolzene Wachs in die gewünschte Form. Suchen Sie sich im Bastelladen oder im eigenen Haushalt ein hitzebeständiges Gefäß nach Ihrem Geschmack aus. Für die ersten Versuche reicht auch eine einfache Konservendose. Bedenken Sie dabei: Das obere Ende der Kerze ist am unteren Ende der Gießform.

  • Befestigen Sie den Docht in der Form in dem Sie ihn unten durch das Dochtloch führen und mit einem Knoten und etwas Wachs befestigen. Um das obere Ende zu fixieren, legen Sie den Schaschlikspieß quer über das Gefäß und knoten den Docht daran fest. Beim Einbringen von Runddochten sollten Sie darauf achten, dass die einem V ähnlichen Seite an der Webung dort bleibt, wo später die Flamme brennen soll.
  • Erhitzen Sie das Wachs im Wasserbad.
  • Füllen Sie das flüssige Wachs in die die Gießform und lassen Sie es abkühlen.
  • Falls sich die Kerze nach dem Abkühlen nicht entnehmen lässt, stellen Sie sie kurz in den Kühlschrank.

Die Kerzen hübsch verzieren

Zum Verzieren von Kerzen wird spezielles Zierwachs verwendet. Für das Aufbringen des Zierwachses auf die Kerzen können Sie Verzierwachsfolien zu Hilfe nehmen.

Schneiden Sie das Verzierwachs oder die Verzierwachsfolie in den gewünschten Motiven und Formen aus. Da es sich ebenfalls um weiche und gut haftende Wachse handelt, können Sie anschließend ihre kleinen Kunstwerke einfach auf die fertige Kerze legen und mit den Fingern leicht andrücken.

Tipps und Kniffe für schönere Ergebnisse

Kerzen gießen ist nicht schwer. Dennoch kann gerade am Anfang der Kerzengießer-Karriere einiges schief laufen. Mit ein paar Tricks und Kniffen vermeiden Sie typische Probleme und erzielen noch bessere Ergebnisse.

Verrutschter Docht

Manchmal verrutscht der Docht in der Gießform. Wie kann ich verhindern, dass er sich aus der Befestigung löst, wenn ich nur leicht an ihm ziehe?

Lösung: Es hat sich bewährt, den Docht an der Unterseite der Gießform zu verknoten. Der Knoten hält den Docht da, wo er sein soll.

Auslaufendes Wachs

Was kann ich tun, damit kein Wachs aus der Gießform läuft?

Lösung: Geben Sie anfangs nur wenige Tropfen flüssiges Wachs in die Gießform; diese kleine Menge wirkt wie ein Pfropf. Dichten Sie die Gießform zusätzlich mit etwas Knetmasse ab, so kann kein Wachs entweichen.

Ausgelaufene Kerze - (Foto: iStockphoto/Ken Rygh Creative Art & Design)
Ausgelaufene Kerze – (Foto: iStockphoto/Ken Rygh Creative Art & Design)

Kerzen brennen zu schnell ab

Zünde ich meine Kerzen an, so schmelzen sie wie Butter dahin. Was mache ich falsch?

Lösung: Fügen Sie dem Kerzenwachs genügend Stearin zu. Das Stearin sorgt dafür, dass die Kerze nach dem Erkalten härter wird und eine glänzende Oberfläche erhält. Kerzen ohne Stearin sind generell weicher und stumpfer.

Möglich ist aber auch, dass Ihre Kerzen einfach zu frisch waren. Nach dem Gießen sollten die Kerzen einige Zeit ruhen.

Je älter die Kerzen sind, umso gleichmäßiger brennen sie. Sie verlängern die Brenndauer auch, wenn Sie die Kerzen vor dem Anzünden in kaltes Salzwasser legen.

Blasse Farben

Im flüssigen Kerzenwachs leuchten die Farben schön kräftig. Sobald das Wachs erstarrt, verblassen die Farben. Wie erhalte ich brillante Farbergebnisse?

Lösung: Für besonders aparte Farben und Farbmischungen empfehlen wir, die jeweiligen Mengen des Wachses und der Farbpigmente zu notieren.

Gießen Sie davon kleine Proben und lassen Sie diese erkalten. Eiswürfelbehälter eignen sich dafür bestens.

Überzeugt Sie das Ergebnis, dann haben Sie ein optimales Mischverhältnis gefunden. Wenn nicht, variieren Sie die Mengenanteile bitte mit Feingefühl.

Gießform schräg aufstellen

Ich möchte mit eigenen Gießformen Schichtkerzen herstellen. Wie kann ich die Gießform in eine stabile Lage bringen, damit ich einheitlich gegossene Schichten erhalte?

Lösung: Füllen Sie angefeuchteten Sand in ein größeres Gefäß, etwa eine Schüssel. Positionieren Sie Ihre Gießform nun ganz nach Wunsch. Der Sand hält die Form sicher; auch “schräge” Kerzen gelingen nun bestens. Auf das Wachs wirkt der feuchte Sand angenehm kühlend, dadurch wird es schneller fest und die Wartezeit für die nächste Wachsschicht verringert sich.

Verzierung befestigen

Was kann ich tun, damit Verzier-Ornamente besser haften?

Lösung: Wachsdekorationen für Kerzen sind selbstklebend, wenn sie nicht zu kalt sind. Im handwarmen Zustand haftet die Wachsdekoration auf den Kerzen recht zuverlässig.

Kugelkerzen: Hohlraum vermeiden

Ich habe mich zum ersten Mal an das Gießen von Kugelkerzen herangetraut. Weshalb bildet sich im Innern der Kerze ein Hohlraum und wie lässt sich dieser verhindern?

Lösung: Das Kerzenwachs erkaltet zunächst an der Wand der Gießform. Weil sich beim Abkühlen das Volumen des Wachses verringert, bildet sich im Innern ein kleiner Krater, den Sie später noch auffüllen können. Gießen Sie das Wachs allmählich, also Schicht für Schicht in die Gießform, so verringern oder verhindern Sie die unerwünschte Kraterbildung.

Aufräumen: So wird alles wieder sauber

Die selbst gemachte Kerze ist fertig, die Küche gleicht einem Schlachtfeld. Doch keine Panik. Mit ein paar kleinen Kniffen, bekommen Sie alles im Handumdrehen wieder sauber.

Wachsreste: Wachsreste jeder Art können wieder verwendet werden. Sammeln Sie sie am Besten in ausgedienten Metalldosen (Kaffeedosen mit elastischem Deckel). Trennen Sie dabei nach Farben und möglichst auch nach Material (Bienenwachs, Paraffin, Stearin).

Reste verkohlter Dochte sollten Sie aber entfernen. Diese Rußpartikel lösen sich beim Einschmelzen und verstopfen beim Abbrennen Ihrer neu gegossenen Kerzen die Dochte.

Dochtreste: Dochtreste, die lang genug für eine einzelne Kerze sind, kommen in eine Klarsichttüte.

Schmelzwasser: Bevor Sie das Schmelzwasser ausgießen, legen Sie die Spüle mit einem Küchenkrepp aus um die Wachsreste aufzufangen.

Werkzeug: Nach dem Gießen klebt leider an allen Werkzeugen ein mehr oder weniger dicker Wachsfilm. Den Hauptanteil des Wachses können Sie durch einfaches Abkratzen entfernen.

Wachsreste auf Tisch - (Foto: iStockphoto/Rihards Plivch)
Wachsreste auf Tisch – (Foto: iStockphoto/Rihards Plivch)

Danach stellen oder legen Sie die wachsverschmierten Werkzeuge kopfüber auf ein Backblech, das Sie mit einer dicken Lage Zeitungspapier ausgelegt haben. Bei etwa 70 Grad Celsius Backofentemperatur verflüssigt sich das Wachs, läuft an den Geräten ab und wird von der Zeitung aufgesaugt.

Reiben Sie die noch warmen Geräte mit einem Küchenkrepp aus. Die allerletzten Reste werden dann im heißen Spülwasser von den Arbeitsgeräten (manuell oder in der Spülmaschine) entfernt.

Achtung: Der Backofen darf nicht heißer werden, denn überhitztes Wachs kann sich auch ohne Flamme von selbst entzünden.

Arbeitsplatte: Verschüttetes Wachs lassen Sie am Besten erst erkalten. Dann können Sie es mit einem Messer leicht abheben. Wenn Sie die Arbeitsplatte vorher sorgsam mit Zeitungspapier ausgelegt hatten, sparen Sie jetzt eine Menge Arbeit.

Ansonsten gilt auch hier: Erst die Wachsreste so gut wie möglich abkratzen. Dann mit sehr  heißem Wischwasser nachwischen. Ein Zusatz von Soda oder ein handelsüblicher Grillreiniger hilft, auch den letzten Wachsfilm von der Arbeitsplatte zu entfernen.

Kleidung: Wachs, das auf Textilien geraten ist, sollten Sie zuerst erkalten lassen und dann so gut wie möglich ablösen.

Farblose Wachsspritzer auf der Kleidung oder in Tischdecken bügeln Sie dann zuerst zwischen Papiertaschentüchern oder Zellstofftüchern auf mittlerer Temperatur aus. Anschließend werden die zurückbleibenden Fettflecken in der normalen Waschmaschinenwäsche entfernt.

Bei farbigen Wachsspritzern sollten Sie das Wachs von den Textilien erst grob ablösen und dann gleich waschen.

Gemeinsam aufbewahren: Hat Ihnen das Kerzen gießen Spaß gemacht, sollten Sie alle nötigen Utensilien, gemeinsam in einer Kiste aufbewahren, dann sparen Sie sich beim nächsten Mal eine Menge Vorbereitungszeit.

Kerzen ins Gefrierfach

Kälte erhöht die Brenndauer Ihrer Kerzen. Legen Sie sie die Kerzen vor dem Anzünden einige Stunden ins Gefrierfach. Ein weiterer Vorteil: das Wachs tropft wesentlich weniger.

Allerdings ist fraglich, ob sich der Aufwand lohnt. Denn je nach Kerze kann es unterschiedliche Ergebnisse geben.

Probieren Sie es doch einfach einmal mit einem Testlauf aus: Besorgen Sie sich zwei identische Kerzen. Kühlen Sie eine vor und die andere nicht. Dann zünden Sie beide Kerzen gleichzeitig an und lassen sie eine halbe Stunde brennen.

Danach vergleichen Sie die Länge der Kerzen. Die noch längere Kerze brennt effektiver.

So bleibt die Kerze im Ständer stehen

Manchmal wollen dünne Kerzen einfach nicht im Kerzenständer stehen bleiben und kippen zur Seite. Das Anschmelzen des Wachses an der Kerzenunterseite ist eine recht mühevolle und nicht immer von Erfolg gekrönte Methode die Kerze zu fixieren.

Einfacher geht es, wenn Sie die Kerze am unteren Teil mit einem Gummiband umwickeln. So können Sie die Kerze bequem und absolut gerade im Ständer festklemmen.

Eine andere Möglichkeit: Ist das Loch im Kerzenständer zu groß, dann können SIe die Kerze auch mit etwas Knetmasse fixieren.

Letzte Aktualisierung am 19.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

2 Gedanken zu “Kerzen selber machen – ein schönes und individuelles Geschenk

  1. Danke für die ausführliche Anleitung – sehr gut verständlich und motivierend damit an zu fangen. ich möchte einen Versuch mit meinem 8 jährigen Enkelkind staren

    das freut mich

    Mit freundlichen Grüßen
    Karoline

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