06.02.2016

Wenn Sie die Festplatte formatieren, bereiten Sie die HDD (oder auch einen USB-Stick oder SD-Karte) darauf vor, mit der Windows-Version zusammenzuarbeiten, die Sie installiert haben. Mit dem Formatieren legen Sie ein Ordnungssystem an, damit Windows seine Daten speichern kann. Dieser Artikel erklärt Ihnen, wie Sie in Windows 7, 8 und Windows 10 ganz einfach Festplatten formatieren können. Wir zeigen auch, wie Sie die Systemfestplatte C: neu formatieren. Der alte Befehl format c: funktioniert da übrigens nicht mehr. (In Windows 8 an den Festplatten zu arbeiten wird künstlich schwer gemacht. Mit unserem Tipp finden Sie die Datenträgerverwaltung trotzdem.)

Wann überhaupt muss man eine Festplatte formatieren?

Eine Festplatte sollten Sie formatieren, wenn:

Achtung: Wenn Sie Ihre Festplatte formatieren, gehen alle Daten darauf verloren. Deshalb wird das Formatieren auch dazu verwendet, eine Festplatte schnell zu leeren und alle Daten darauf zu löschen.

Windows 7: Festplatte formatieren

Der schnellste Weg, einen Datenträger in Windows 7 zu formatieren, führt über das Kontextmenü. Und der geht so:

  1. Klicken Sie auf Start und anschließend auf Computer.
    Windows 7 Startmenü mit Eintrag Computer

    Danach sehen Sie die auf Ihrem Rechner verfügbaren Laufwerke. Falls das von Ihnen gewünschte Laufwerk nicht dabei ist, muss es möglicherweise initialisiert werden. In dem Fall müssen Sie über die Datenträgerverwaltung gehen.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Festplatte, die Sie formatieren möchten.

    ACHTUNG: Laufwerk C können Sie auf diese Weise nicht formatieren! (siehe hier)
  3. Wählen Sie dann aus dem Kontextmenü den Eintrag Formatieren.
    Auswahl Formatieren im Kontextmenü eines Windows-7-Laufwerks
  4. Als nächstes sehen Sie das Formatierungsmenü des Datenträgers. Hier findet das tatsächliche Formatieren statt.
    Formatierungs-Dialogfenster in Windows 7
  5. Geben Sie hier - wenn Sie wollen - eine Bezeichnung für den Datenträger ein. Im Normalfall lassen Sie die Schnellformatierung aktiviert. Die Schnellformatierung löscht lediglich die Dateitabelle, also das Inhaltsverzeichnis des Laufwerks. Für das Betriebssystem sieht es dann so aus, als sei die Platte leer. Nur bei Problemen mit der Festplatte schalten Sie diese Option aus. Danach klicken Sie auf Starten, um die Festplatte zu formatieren.
    Namen für Datenträger eingeben und Starten klicken
  6. Bestätigen Sie die nachfolgende Warnung mit Ok.
    Warnung beim Formatieren
  7. Nach kurzer Zeit ist die Formatierung der Festplatte abgeschlossen. Alle Daten auf der Festplatte sind gelöscht!
    Formatierung abgeschlossen

Windows 7: Formatieren mit Datenträgerverwaltung

Wenn Sie etwas mehr Überblick brauchen beim Formatieren der Festplatte, verwenden Sie die Datenträgerverwaltung der Systemsteuerung.

  1. Am schnellsten gelangen Sie dorthin durch die Eingabe von "festplatte" im Suchfeld des Startmenüs von Windows 7. Aus der Ergebnisliste wählen Sie den Eintrag Festplattenpartitionen erstellen und formatieren. Danach sehen Sie die Datenträgerverwaltung.
  2. Identifizieren Sie zuerst die gewünschte Festplatte. Die Geräte sind bei Windows durchnummeriert und tragen Namen wie Datenträger 1. Die Platten sind vielleicht in mehrere Laufwerke mit eigenen Buchstaben unterteilt. Diese Volumes oder Partitionen tragen in der Ansicht detr Datenträgerverwaltung jeweils den aktuellen Laufwerksbuchstaben. Hier finden Sie auch alle angeschlossenen USB-Sticks oder SD-Karten.
  3. Haben Sie die gewünschte Partition dingfest gemacht, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Formatieren aus.
  4. Nun erscheint ein Dialog mit verschiedenen Optionen zum Formatieren. Die Schnellformatierung sollten Sie bei alten oder Festplatte zweifelhafter Haltbarkeit abwählen. Dann dauert es zwar länger, aber Windows prüft die Festplatte während der Formatierung auf Fehler.
    Datenträgerverwaltung Formatieren
  5. Bei Dateisystem wählen Sie NTFS, wenn lediglich Ihr Windows 7 auf den Datenträger zugreifen soll und FAT32 oder exFat, wenn es sich um eine tragbare Festplatte handelt, die Sie auch einmal an anderen Computern nutzen möchten, etwa an einem Mac. (Achtung: FAT32 geht von Haus aus nur für Datenträger bis 32 GByte Größe. Wie Sie größere Partitionen in FAT32 formatieren, lesen Sie hier: So formatieren Sie unter Windows FAT32-Partitionen über 32 GByte).
  6. Nachdem Sie auf OK gedrückt haben, startet der Vorgang und zeigt einen Verlaufsbalken über den seinen Fortschritt an.
  7. Windows 8, Windows 10: Festplatte formatieren

Windows 8 und 10: Festplatte via Datenträgerverwaltung formatieren

  1. Starten Sie die Datenträgerverwaltung. Am einfachsten geht das über das Suchfeld in der Taskleiste von Windows 10 bzw. den Dialog "Suche überall" von Windows 8 per [Win + Q], wo Sie "formatieren" eingeben und die Fundstelle "Festplatten partitionieren ioder formatiern" auswählen. Die bringt dann diesen Dialog:
    Datenträgerverwaltung von Windows 8
  2. Ganz unten sehen Sie in unserem Beispiel auch schon den nicht formatierten Datenträger.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Datenträger und wählen Sie Neues einfaches Volume.
    Menüpunkt Einfaches Volume erstellen
  4. Klicken Sie im danach erscheinenden Assistenten auf Weiter und wählen Sie die Größe des Volumes. Im Normalfall belassen Sie es bei der Voreinstellung und klicken auf Weiter.
    Größe des Volumes festlegen
  5. Jetzt bekommt das neue Volume noch einen Laufwerksbuchstaben und Sie klicken wieder auf Weiter.
    Laufwerksbuchstaben festlegen
  6. Jetzt bietet Ihnen Windows 8 gleich an, das neu erzeugte Volume zu formatieren. In der Regel verwenden Sie auch hier die Voreinstellungen. In Volumebezeichnung geben Sie einen Namen für die Festplatte ein.
  7. Mit Klicks auf Weiter und Fertig stellen startet die Formatierung des neuen Volumes.

Windows 8 und 10: Festplatte erneut formatieren

Um eine Platte zu formatieren, die Sie bereits im Einsatz haben, ist nicht so viel Aufwand notwendig.

  1. Falls noch nicht geschehen, öffnen Sie die Datenträgerverwaltung und klicken Sie dann mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, das Sie neu formatieren möchten.
    Kontextmenü Formatieren in Datenträgerverwaltung
  2. Wählen Sie dann Formatieren. Anschließend geben Sie einen neuen Namen für das Volume ein und klicken auf Ok.
    Volume-Bezeichnung eingeben
  3. Danach bestätigen Sie die Formatierung noch einmal und haben nach wenigen Sekunden einen leeren Datenträger.
    Formatierung bestätigen

Systemfestplatte mit Windows 7 formatieren (ähnlich format c: /s)

In Windows die Festplatte mit dem Laufwerks-Buchstaben C: zu formatieren ist nicht so einfach. Einfach nur format c: /s einzutippen funktioniert so nicht mehr. Der Grund dafür ist, dass in der Regel von dieser Festplattenpartition aus das Betriebssystem gestartet wird. Und Windows ist so vernünftig, sich nicht selbst mit format c: den Garaus zu machen. 

Das Laufwerk C: sollten Sie in Windows nur dann formatieren, wenn Sie den Computer neu aufsetzen wollen. Alle Daten auf C: - auch das dort installierte Betriebssystem - werden unwiederbringlich gelöscht. Also Vorsicht!

Und so geht's:

  1. Legen Sie Installations-DVD von Windows ein, starten Sie Ihren PC neu und wählen gegebenenfalls im Boot-Menü das DVD-Laufwerk als Quelle, damit das Installationsmedium hochfährt.
  2. Bestätigen Sie im ersten Dialog die Spracheinstellungen.
  3. Im nächsten Screen wählen Sie den Punkt Jetzt Installieren. Es folgt eine Ladepause und die Anzeige der Lizenzbedingungen, die Sie bestätigen.
  4. Entscheiden Sie sich im nächsten Dialog für die Variante Benutzerdefiniert.
  5. Nun bekommen Sie ein Liste der Partitionen und angezeigt. Wählen Sie unten den Punkt Laufwerkoptionen (Erweitert), damit in der Liste der möglichen Operationen unten der Punkt Formatieren erscheint.
    Win7 Formatieren mit Setup-DVD
  6. Identifizieren Sie denjenigen Eintrag in der Liste, der Ihrem Laufwerk C: entspricht und klicken den Listeneintrag an, um ihn zu markieren. Üblicherweise ist es die "Datenträger 0, Partition 2 ", weil "Partition 1" ein nur rund 100 MB grosses Laufwerk ist, auf dem sich Windows Dateien für den Systemstart anlegt.
  7. Zur sicheren Identifizierung können Sie die angezeigte Laufwerksgröße mit Ihrem Laufwerk C: vergleichen.
  8. Wenn Sie nun Formatieren wählen erscheint noch eine Sicherheitsabfrage und der Vorgang startet. Dabei wechselt der Pfeilcursor in den Win7-üblichen, swich bewegenden Ring.
  9. Der Vorgang ist zu Ende, wenn daraus wieder der normale Pfeil wird. Es gibt ansonsten keine besondere Meldung.
  10. Sie können nun den Computer einfach ausschalten oder den Reset-Knopf drücken. Das Laufwerk ist formatiert.

Eines sollte Ihnen klar sein: Ihr bestehendes Windows wird nach der Formatierung von Laufwerk C: nicht mehr funktionieren und alle Daten darauf sind nicht mehr zugänglich. Sie müssen also gute Gründe haben, diesen Schritt zu machen.

Zum sicheren Löschen von Daten ist das Formatieren nicht geeignet. Denn  Experten kommen trotzdem an die gespeicherten Daten heran. Verwenden Sie dazu lieber ein Programm wie DBAN, das hier erklärt wird: Festplatte löschen und Daten sicher entfernen

Warum Laufwerk C: sich schwierig formatieren lässt

Aus einem laufenden Windows-System heraus können Sie das Laufwerk C: nicht formatieren. Denn Windows verweigert es Ihnen, sich den eigenen Unterbau wegnehmen zu lassen.

Darum erreichen Sie zwar im Kontextmenü des Laufwerks C: die Option Formatieren, werden dann aber mit einer Fehlermeldung beschieden: 

„Sie können dieses Volume nicht formatieren.

Es enthält die Windows-Version, die momentan verwendet wird. Durch Formatieren dieses Volumes ist der Computer nicht mehr funktionsfähig.“

Win7 kann Laufwerk C nicht formatieren

Das Formatieren des ersten Laufwerks klappt nur, wenn Windows inaktiv ist und der Computer mit einem anderen Bootsystem läuft, wie einer Live-CD von Linux oder dem Setup-Medium von Windows 7.

Wir wählen den zweiten Weg. Sie brauchen dazu also ein Installationsmedium von Windows 7. Im weiteren Verlauf gehen wir zwar anfangs den Weg einer Neuinstallation, Sie brauchen dazu aber keine Seriennummer und es darf auch eine Installations-DVD sein, die Sie sich von einem anderen PC ausborgen.

Format C: geht nicht mehr

Der aus alten Windows-Versionen bekannte Befehl format c: /s funktioniert so nicht mehr. Sich eben mal per Kommandozeile die Systempartition zu ruinieren, geht also nicht. An Stelle von format c: sind andere Wege getreten, um die Systemfestplatte Ihres Windows zu formatieren. Der Vorteil ist, dass Sie jetzt mehr Sicherheit beim Formatieren haben und dass Sie nicht mehr versehentlich mit einem Befehl Ihr eigenes Betriebssystem zerschießen können




Aktualisiert am: 06.02.2016
Bildnachweis: Martin Goldmann