Komposthaufen anlegen – so kompostieren Sie richtig

Wer einen Garten hat, sollte darüber nachdenken, einen Komposthaufen anzulegen. Denn in jedem Haushalt und Garten fallen täglich kompostierbare, organische Abfälle an. Gewusst wie, werden diese Abfälle durch Kompostierung zu einem nährstoffreichen Düngemittel. Lesen Sie jetzt, wie Sie richtig kompostieren.

Komposthaufen - (Foto: iStockphoto/audaxl)
Komposthaufen – (Foto: iStockphoto/audaxl)

Was versteht man unter Kompostierung?
Bei der Kompostierung werden organische Abfälle in sauerstoffhaltiger Umgebung durch Mikroorganismen zersetzt. Bei dem Zersetzungprozess werden Mineralstoffe freigesetzt. Daduch eignet sich das Endprodukt (Kompost) hervorragend als Düngemittel.

Sieben Tipps zum Anlegen eines Komposthaufens

1. Der richtige Standort

Wenn Sie einen Komposthaufen anlegen möchten, sollten Sie als erstes den richtigen Standort suchen. Dieser ist nicht in der prallen Sonne, sondern im Halbschatten oder Schatten. Die Luft sollte gut zirkulieren können. Der Komposthaufen sollte nicht auf Steinboden stehen, sondern direkt auf der Erde. So haben Regenwürmer und andere Zersetzer leichten Zugang. Außerdem kann Regenwasser versickern und bleibt nicht im Komposthaufen. Außerdem empfiehlt es sich, den Komposthaufen nicht zu nah am eigenen (oder Nachbars Haus) aufzustellen. Denn bei der Zersetzung der organischen Abfälle kann es zu einer Geruchsbelästigung kommen.

2. Kompostkiste ist nicht notwendig

Im Handel gibt es fertige Kompostkisten aus Holz, die als Begrenzung für den Komposthaufen dienen. Solch eine Kiste ist auch schnell selber gebaut. Notwendig ist sie eigentlich nicht, Sie können den Komposthaufen auch einfach auf der Erde anlegen.

3. Kompoststarter zur Beschleunigung

Wenn Sie den Kompostiervorgang beschleunigen möchten, können Sie auch einen Kompoststarter verwenden. Gerade bei einem neu angelegten Komposthafen ist dies sinnvoll. Die enthaltenen Bakterien setzen die Zersetzungsprozesse schneller in Gang.  Kompoststarter finden Sie im Gartenfachhandel. Mengen Sie diesen nach Herstellerempfehlung zwischen das Kompostmaterial.

Kompoststarter selber herstellen

Alternativ können Sie Kompoststarter auch selber machen. Hierfür brauchen Sie:

    • 1 Würfel Hefe
    • 500 g Zucker
    • 1 l lauwarmes Wasser

So geht’s:

  1. Stellen Sie das lauwarme Wasser in einem Gefäß bereit.
  2. Geben Sie den Zucker hinzu.
  3. Zerbröckeln Sie die Hefe und geben Sie diese ebenfalls hinzu.
  4. Verrühren Sie jetzt alles gründlich miteinander, bis Hefe und Zucker sich aufgelöst haben.
  5. Lassen Sie den DIY-Kompoststarter mindestens eine Stunde lang stehen, am besten in der Sonne.
  6. Geben Sie die Flüssigkeit in einer 10 Liter-Gießkanne und füllen Sie diese mit Wasser auf.
  7. Jetzt können Sie den Kompoststarter in Ihrem Komposthaufen verteilen.

4. Richtig schichten

Das A und O für einen ertragreichen Komposthaufen ist das richtige Schichten. Wer alles einfach durcheinander auf den Kompost wirft, wird kein gutes Ergebnis erzielen. Es empfiehlt sich abwechselnd in zwei Schichten zu arbeiten:

1. Trockene Schicht
2. Feuchte Schicht

Mit dem Wechsel verhindet man, dass der Komposthaufen im Inneren zu feucht wird.

Wenn man einen neuen Komposthaufen anlegt, sollte die erste Schicht aus locker liegendem Material sein, damit Zersetzer leichten Zugang haben. Gut geeignet sind beispielsweise Äste.

5. Kompost feucht halten

Der Komposthaufen sollte feucht gehalten werden. Das bedeutet, dass er an heißen Sommertagen auch gegossen werden muss. Aber Achtung: Die Dosis macht’s. Wird der Komposthaufen im Inneren zu feucht, beginnt er zu schimmeln.

6. Komposthaufen im Winter abdecken

Auch im Winter arbeitet Ihr Kompost im Garten weiter. Winzige Organismen zersetzen das Pflanzenmaterial und wandeln es um. Dabei entstehen hohe Temperaturen, die ihrerseits unerwünschte Keime abtöten. Der einfachste Weg, die Wärme im Kompost zu erhalten ist, ihn vor dem Winter abzudecken. Ein paar dicke Bastmatten reichen hierfür aus. Alternativ verwenden Sie Schilfmatten oder Stroh. Kunststoffplanen sind nicht geeignet, da sie den Feuchtigkeits- und Luftaustausch unterbinden. Ein weiterer Vorteil der Abdeckung ist, dass nicht so viel Feuchtigkeit in den Kompost vordringt. Das schützt vor Fäulnis, vor dem Auswaschen von Nährstoffen und davor, dass nasser Kompost durchfriert.

Um den Kompost in seiner Entwicklung noch besser zu unterstützen, sollten Sie ihn vor dem Winter einmal wenden. Das fördert den Verrottungsprozess und verhindert, dass sich übel riechende Fäulnis bildet. Wenn Sie den Kompost wenden, können Sie auch gleich die gewonnene Erde herausholen und frostsicher lagern. So haben Sie im Frühjahr gleich perfekte Erde für Ihre ersten Pflanzen, die Sie aussetzen.

7. Einmal im Jahr umsetzen

Mindestens einmal im Jahr muss der Komposthaufen umgesetzt werden. Es empfiehlt sich das Umsetzen vor dem Frühling vorzunehmen. So kann der gewonnene Kompost gleich für die Saat neuer Pflanzen verwendet werden. Wer mag, darf den Komposthaufen auch häufiger umsetzen. Dies beschleunigt die Zersetzungsprozesse.

Was darf auf den Komposthaufen?

  • Laub: Das Laub der meisten Bäume und Sträucher ist sehr gut kompostierbar. Dennoch sollten Sie den Kompost nicht mit großen Laubmengen bestücken. Besser ist es, das Laub auch mit anderem Material (z.B. Zweige, Grasschnitt, alte Blumenerde) zu vermischen.
    Laub-Tipp: Verteilen Sie das abgeworfene Laub zwischen den Büschen und auf den Beeten. Dadurch werden die Pflanzen nicht nur im Winter vor Frost geschützt, sie erhalten auch wertvollen Dünger. Zudem bildet sich eine reichhaltige Fauna unter dem Blätterdach, die wiederum für eine gute Bodenqualität sorgt.
  • Grasschnitt: Noch stärker gilt das für den Grasschnitt. Größere und vor allem feuchte Graspakete fangen leicht an zu schimmeln und verbreiten dann einen sehr unangenehmen Geruch. Auch der Kompostiervorgang wird dadurch gestört. Nicht unerheblich ist auch die Brandgefahr, die von einem größerem Grashaufen ausgeht. Im Inneren großer Grashaufen können Temperaturen um die 60 °C entstehen, so manche Scheune ist durch Selbstentzündung des eingelagerten Heus schon abgebrannt. Daher: Gras also möglichst vor dem Kompostieren gut trocknen und mit Holz, Erde oder ähnlichem auflockern.
    Grasschnitt-Tipp: Das abgemähte Gras eignet sich auch sehr gut zum Mulchen von Sträuchern, Stauden und Beeten. Verteilen Sie dazu einfach das Schnittgut in einer Schicht über dem Wurzelbereich der Pflanzen. Pflanzen, Regenwürmer und Vögel werden es Ihnen danken.
  • Pflanzenreste: Verwelkte Blumen oder Stauden können Sie bedenkenlos kompostieren.
  • Äste und Holz: Zerkleinern Sie größere Äste in handliche Stücke um den Zersetzungsvorgang zu beschleunigen. Späne aus unbehandeltem Holz dürfen ebenfalls auf den Kompost.
  • Asche: Asche aus dem Grill oder Kamin ist sogar empfehlenswert, denn sie ist ein hervorragender Dünger.
  • Küchenabfälle: Gemüse- und Obstabfälle (nur roh!), Eierschalen, Kaffeefilter und Teebeutel (ohne Metallklammer) eignen sich sehr gut zum Kompostieren.
  • Papier: In geringen Mengen stellt normales Papier kein Problem dar. Verzichten Sie aber darauf Hochglanzprodukte oder bunte Zeitungsseiten zu kompostieren, da die (oft bedenklichen) Stoffe in den Farben dem Gedanken des guten Biodüngers doch sehr widersprechen würden.
  • Stallmist: Ist für die Kompostierung sogar sehr geeignet. Ob man selbst (oder die Nachbarn) mit der Geruchsbelästigung klarkommen, sollten Sie im Einzelfall entscheiden.

Was darf nicht auf den Komposthaufen?

  • Schalen von Zitrusfrüchten: Die Schalen von Zitrusfrüchten wie Orangen, Zitronen oder Grapefruits sind stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet und neigen zum Schimmeln. Eine Ausnahme bilden natürlich unbehandelte Früchte. Wenn Sie sicher sind, dass Orangen und Zitronen nicht gespritzt sind – zum Beispiel bei Bio-Produkten – können Sie die natürlich mict auf den Kompost geben.
  • Bananenschalen: Auch diese sind oft belastet, zudem brauchen sie eine Ewigkeit um zu verrotten.
  • Gekochte Speisen und Fleischreste: Diese Art von Küchenabfällen darf grundsätzlich nicht auf den Kompost. Denn was für uns Menschen fruchtbar stinken würde, finden Ratten äußerst attraktiv.
  • Hausmüll: Material wie gebrauchtes Katzenstreu oder Staubsaugerbeutel sollten Sie aus hygienischen Gründen nicht in den Kompost geben.
  • Samenbildendes Unkraut:Verbannen Sie Distel, Löwenzahn, Giersch, Hahnenfuß, Huflattich und Franzosenkraut aus Ihren Beeten. Jäten Sie diese samentragenden Pflanzen, bevor Sie zu blühen beginnen. Werfen Sie das gepflückte Unkraut nicht auf den Komposthaufen. Bei warmer Witterung bietet dieser Platz zu gute Keimbedingungen für deren Samen. Die Unkräuter wachsen dann entweder direkt auf dem Erdhaufen weiter oder Sie verteilen die Samen mit dem Humus im Garten. Dort keimt es erneut und der Unkrautreigen beginnt von vorne.

Kompost als Düngemittel

Wer einen Komposthaufen im Garten angelegt hat, weiß die Wirkung von Kompost als Düngemittel zu schätzen, denn:

  • Kompost verbessert den Boden, indem er auflockert und entlüftet.
  • Kompost verbessert die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern.
  • Kompost erhöht die Fruchtbarkeit des Bodens. Deshalb ist es sinnvoll, Kompost als Dünger für Pflanzen aber auch für den Rasen einzusetzen.
  • Kompost ist preiswerter und umweltfreundlicher als Kunstdünger.
  • Rohkompost oder auch Mulch eignen sich gut als Schutz von Böden und Pflanzen im Winter.

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